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ihr zermalmt werden; moralisch zerbrochen, werdet ihr auch körperlich untergehen.
Was bedeutet eine Offenbarung eures Geistes, wie die folgende, die sich in der konstitutionellen Zeitung findet:
„Berlin, 15. Oktober. Graf Bathyany ist todt. Sein Vermögen konfiScirt. Sieben Millionen! Die Konstitution von Krewsier hat zwar die Konfiskation der Güter Verurtheil- ter abgeschafft; allein ein schlechter Schuldner wird allzuleicht ein ungerechter Gläubiger. Die tapferen Vertheidiger ihres Vaterlandes, die Märtyrer einer in den Staub getretenen Nationalität, die Anführer eines heldenmüthigen Heeres, sind zu Arad, wie Mordbrenner und Räuber, an den Galgen gehenkt. Unbesiegt, freiwillig legten sie die Waffen in die Hände des russischen Feldherrn nieder, dafür mußten sie den Tod durch den österreichischen Strang erleiden! Desscwffy und La- zar, die sich den Oesterreichern übergaben, sind zu Pulver und Blei begnadigt! Alle diese hätten sich über die nahe türkische Grenze zurückziehen können. Aber sie vertrauten auf militärische, auf kaiserlische Ehre, und nun empfangen sie den Lohn des ritterlichen Vertrauens! Aus den Blättern der TageS- presse ist die ,That in die Tafeln der Geschichte übergegangen. Sie wird zu Gericht sitzen."
Was bedeutet eure Erklärung, daß mit dem Grafen Bat- thiany auch der Erzherzog Palatin den Strick verdient hätte?
Worte, Worte, Worte! Thatsachen werden nur durch Thatsachen widerlegt, der Contrerevolution kann nur durch die Revolution geantwortet werden.
Wollt ihr die Thatsachen, die Revolution??? Nein!
Die deutsche Fruste. Wir haben in der vorigen Nummer die endliche Ucbereinkunft zwischen Preußen und Oesterreich über die neue provisorische Centralgewalt mitgetheilt. Es ist kaum noch nöthig , ein Wort hinzuzufügen. Ob Herr von Radowitz oder Hr. Eichhorn, oder beide zusammen, ob Herr von Haynau oder ein anderer kaiserlicher ReaktionSknecht in die Bundeökommission kommandirt werden, — die Sache bleibt dieselbe: Deutschland ist in seiner Freiheit bis zur Anbahnung seines Unterganges gekommen.
Wenn man am Organismus des alten Bundes die vielen Proteste, Verwahrungen und Separatstimmen tadelte, das Verschleppen und Aktenmachen, so wird der neue Bund zu solchem Tadel keine Gelegenheit mehr geben. Preußen und Oesterreich können sich ungestört der ihnen von Rußland gestellten Aufgabe widmen, nämlich die Revolution bis in ihre Keime auszurotten, den revolutionären Geist aus der Welt zu vertilgen.
Wenn man am alten Bunde die Möglichkeit lobte, daß ein kleinerer Fürst sich durch die Macht des VolköwillenS einmal imponiren und zu freisinnigen Konzessionen zwingen ließ, so wird der neue Bund zu diesem Lobe ebenfalls keine Gelegenheit mehr geben. Das österreichisch-preußische Maaß der Freiheit wird ohne Anfechtung bleiben.
WaS aber das Wichtigste ist, ist die gemüthliche Biegsamkeit deS Schlußsatzes im §. 5. Dieser Schlußsatz lautet:
„Die übrigen Regierungen können sich einzeln oder mehrere gemeinschaftlich durch Bevollmächtigte bei der Bun- deokommissiou vertreten lassen."
WaS können die Könige von Hannover, Sachsen, Würtem- berg und Baiern mehr verlangen? Warum sollten sie die Anbahnung eines engeren Bundes unterstützen, warum sollten sie sich am neuen Bunde durch den Bevollmächtigten Preußens vertreten lassen? ~
Die nothwendige Folge dieses Paragraphen ist keine andere als die totale Auflösung eines sogenannten Kteindeuischlands. Die vier Könige werden ihre Geschäftssphäre bei der LundeSkom- Mission immer mehr auszuweiten, das Bedürfniß einer Verschmelzung mit Preußen oder Oesterreich immer überflüssiger
zu machen wissen. Statt 36 Staaten haben wir nur noch sechâ ; aber diese sechs um so eifersüchtiger, starrköpfiger, um so hartnäckiger in ihrem SouveränetätS- oder Selbständigkeitsschwindel. Der revolutionäre Einfluß der kleineren Dynastien ist beseitigt, die Stabilität der deutschen Bundespolitik gesichert. An den sechs kompakten Ländermassen wird jeder Einheits- und Freiheitsversuch der deutschen Nation sechsmal, hundertmal leichter zerschellen, als an den flüssigen Massen der Viertelellenreiche.
Kleindeutschland bedeutet nunmehr nichts Anderes, als eine Mediatisirung der 28 Staaten zu Gunsten des Absolutismus, der russischen Politik. Wenn diese Mediatisirung erst Thatsache geworden ist, wenn wir abermals Jahre der Schmach und der Erniedrigung mit durchgemacht haben, wird sich Oesterreich zur Mediatisirung BaiernS und WürtembergS und Preußen zur Mediatisirung Sachsens und Hannovers steuöthistt sehen.
Daß die paar Millionen Menschen, welche zu der früheren Macht Preußens hinzugetreten sind, sammt dem von Preußen interprctirten und in seiner Weise oktroyirten konstitutionellen Prinzip, keine Umänderung in der alten Bundespolitik erzwingen werden, versteht sich von selbst. Der „moralische Eindruck" hat bekanntlich seine Grenzen.
WaS werden unsere Landstände zu der neuen Centralgewalt sagen?
Preußen. Die Kammern, um welche sich eigentlich kein Mensch mehr bekümmert, revidiren die vktroyirte Verfassung weiter. So ziemlich vor einem Jahre wurde daS berühmte Bürgerwehrgesetz sanctionirt, dermalen werden einem besonderen Gesetze die Ausnahmen vorbehalten, unter denen die bewaffnete Macht auf eigene Faust gegen bürgerliche Unruhen einschreiten darf. So ziemlich vor einem Jahre unternahmen die HH. Welker und Moöle die berühmte Strumpftour nach Wien, um im Namen der souveränen deutschen Nation Procla- mationen an die Revolution zu erlassen, dermalen flaniren die HH. v. Gagcrn und Matthy im Norden Deutschlands, um für ihre traurige Gestalt und gesunkene Größe die letzten Seufzer deS Mitleids in Empfang zu nehmen. Die Welt hat sich umgedreht. Nur die kindische Eitelkeit und stupide Anmaßung deü „Edeln der Edelsten" kann's über das Herz bringen, sich in dieser Zeit, in einer Zeit seines gänzlichen Bankbruchs, seiner kolossalsten Blamage, noch befackelzngen unb anschreien zu lassen.
Puncto Bürgerwehr hat übrigens die erste Kammer bekanntlich den frappant liberalen Beschluß gefaßt, daß eine Bürgerwehr gebildet werden und das Nähere durch ein Gesetz geregelt werden wurde Um der ersten Kammer an Liberalismus nicht nachzustehen, hat die zweite Kammer diesen Beschluß dahin geändert, daß eine Bürgerwehr zur Aufrechthaltung der Ordnung nach Bestimmung des Gesetzes durch Gemcindebeschlüsse gebildet werden könne!!! Der Ausverkauf von Volksrechten geht Schlag auf Schlag, en bloc.
Ueber die grandiose Feier deö königlichen Geburtstages berichtet die Norddeutsche Zeitung etwas anders, als die Bla - ter des europäischen StandrcchtSgesindclö:
„Berlin, 16. Okl. So hätten wir denn gestern daS Oe- burtstagsfest deS Königs begangen, festlich und feierlich e- gangen mit Adressen und öffentlichen Reden, mit Festthcaer, und Illumination. — Die letztere besonders hatte ihre hafte Seite, denn sie war eine Parteidemonstration, an e man die Böcke von den Schafen sondern und erkennen könn , und die mit dem lebhaftesten Eifer vom Trenbunde ^UtL' wurde, der selbst einige hundert oder tausend Thaler scheute, um Lampen und Lichter zu kaufen, die bunten Festons zu schmücken und die SiegeSgötter am r denburger Thor mit bengalischem Feuer zu beleuchten, war spaßhaft zu sehen, wie die aristokratischen Haupt!1 b unseres Westens sich im Lichtglanz spiegelteu, der in den benstraßen immer mehr erlosch und jenseits des Fluße ,