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gegen die neue Revolution, ein Universalmittel gegen Rußland, Baiern, Hannover, Würtemberg, Sachsen, gegen die Zersplitterung Deutschlands, gegen Alles, gegen die Revolution der Schulmeister sogar.
Mit ihm allein ist Seligkeit Und ohne Reichstag Hölle.
Im neuen Reichstag steckt der ganze Witz, die ganze Theorie, der letzte Beweis für die Politik der Professoren und Reichöbüttel. Auf den Mangel eines Reichstags haben die liberalen Schwachköpfe all' ihre Blamage, ihre tausendmaligen Bankbrüche, die stufenweise Discreditirung ihrer Doc- trinen gewälzt. Der fehlende Reichstag war der Sündenbock, der konstitutionelle Christus, der für alle Thorheiten und Dummheiten der Schulmeister büßen mußte.
Die konstitutionelle Partei hat sich moralisch verpflichtet, abzutreten, wenn der Reichstag nichts hilft. Sie steht und fällt mit dem Reichstag. Zum dritten Mal, d. h. hier: mit dem Reichstag giltS!!! Bewahren wir das in einem feinen, aufmerksamen Herzen: der Reichstag und die konstitutionelle Partei!
Wir unsererseits haben erklärt: Wir bekommen keinen Reichstag, und wenn wir einen bekommen, so ist es kein Reichstag, sondern eine Bentilation, ein abermaliger Diplomatenkniff. — Wir bleiben bei dieser Erklärung. Wir halten den Reichstag, wie ihn Preußen jetzt arrangirt, nur für eine für gut gefundene Vertuschung größerer Vergewaltigungspläne, für einen Deckmantel der Contrerevolution, für ein Mittel zum Zweck, aber zu dem Zweck, den sich der Kaiser von Rußland gesetzt hat. Will man Deutschland wirklich theilen, so braucht man nur diesen Reichstag zu berufen, die Theilung ist geschehen.
Die konstitutionellen Tölpel verschlingen mit wahrer Wollust den Honig, den ihnen der russische Kaiser in den Mund streicht, sie lecken sich förmlich, wie die münchhausischen Bären, den Widerhaken in den Leib.
Die konstitutionellen Tölpel hoffen aus die Anziehungskraft des Reichstags. Wenn sich nun Baiern und Würtemberg aber nicht anziehen lassen? Wenn dem preußischen fak accompli ein österreichisches entgegengestellt wird? Wie dann? Die liberalen Schulmeister sollten sich mit dem Reichstag nicht so übereilen. Ihre gänzliche Blamage kommt noch früh genug. Indessen: je früher, desto besser.
Wenn Baiern und Würtemberg sich von dem neuen Reichstage nicht imponiren lassen, so sind die zwei Brocken Deutschlands schon formirt, — die Brücke zur Rückkehr ist abgebrochen, das preußische fait accompli ist dann kein Zwangsmittel zur Bildung, sondern zur Vernichtung eines einigen Deutschlands geworden. Mögen die Konstitutionellen das bedenken. Mögen sie ferner bedenken, daß nach der Theilung Deutschlands in Süd und Nord der Norden abermals getheilt, die Bildung einer imponirenden Großmacht verhindert ist. Sachsen und Hannover haben sich gegen die Berufung des Reichstages ausgesprochen.
Der Reichstag, der Reichstag!!!
Wüßten wir nicht, daß ohne eine neue Revolution, daß auf alle Fälle doch Alles verloren ist, daß aus der alten Revolution nichts mehr, gar nichts mehr zu retten ist, daß unsere Schulmeister die Begeisterung, die wilde, glühende Begeisterung, die unser altes, verrottetes Deutschland allein groß, frei und stark machen konnte, systematisch vernichtet, mit Pulver und Blei niedergeworsen haben, wir würden im Interesse einer halben Freiheit, einer halben Einheit euch anrathen, keinen Reichstag zu berufen, noch keinen Reichstag, wir würden euch anrathen, die Geister unserer neuen, ewigen, offenen Schmach nicht muthwillig herauszube- schwören. Das Gewitter wird ohnedem schon heranziehen.
Der Reichstag, der Reichstag!
Dafür, daß dieser Reichstag, wenn er zu Stande kommt, alle absolutistischen Pläne, allen Verrath der Monarchie, pro- tegirt,fist natürlich durch daS betreffende Wahlgesetz Sorge getragen.
Preußen. Die Kammerkosaken verhandeln über Volksschulen und über das Recht der Regierung, in dringenden Fällen Gesetze ohne die Stände zu geben, d. h. die Gesetze aufzuheben, zu interpretiren, mit dem gemüthlichen RechtS- boden der Belagerungszustände zu vertauschen. Wenn man bedenkt, daß alle diese Kammerverhandlungen keinen weitern Zweck haben, als die Zeit auf eine anständige Weise hinzubringen, den Professoren eine kleine Befriedigung ihrer Schwatzlust zu gewähren, beziehungsweise, was nemlich die Minister anlangt, sich durch eine konstitutionelle Gaukelei von den Mühseligkeiten ihrer geheimen Politik zu erholen, so kann einem eigentlich jede dieser Verhandlungen total gleichgültig sein und einem nur das arme Volk leid thun, daS für so ein Schulmeister - Plästr sein gutes schönes Geld hergibt. Indessen schadet eine kleine Relation nichts.
Bei Gelegenheit der Volksschulen -Debatte machten sich die Minister das^ Vergnügen, einmal liberaler zu sein, alS die Kammern. Sie wehrten sich mit Händen und Füße» gegen die Reaktion der preußischen Landmöpse. Abwechselung muß sein. In Bagatellen darf man schon einmal Volksfreund spielen, ^as rentirt sich bei den Hauptsachen
Der Volkstribun Hansemann äußerte dagegen mit „sittli- cherEntrüstung": Im vorigen Jahre habe eö fast den Anschein gehabt, als sollten die Armen mehr Rechte haben, alS die Reichen, — — daS müsse fetzt anders werden! Natürlich umgekehrt! In seiner sittlichen Angst, daß sich die Armen schon an einem bloßen Worte revolutionär essen könnten, tobte er sogar gegen den puren Ausdruck Volksschule.
Beschlossen wurde: daß der Unterricht in den Volksschulen nicht unentgeldlich ertheilt, daß aber für die Kinder unbemittelter Eltern der geignete Unterricht beschafft werden solle. Der geeignete Unterricht. Hoffentlich werden die Armen nun einsehen, daß sie grundgesetzlich nicht etwa mehr Rechte als die Reichen haben, sondern natürlich feilte. Sie erhalten nur den geeigneten Unterricht. Die Distanz ist deutlich Die paar Almosen, welche der Armuth von den reichen Gaunern zugeworfen werden, sind der einzige Ueberrest der März b ru derl i ch keit.
Daß sich das preußische Gouvernement ein selbstständiges Gesetzgebungörecht, mithin die Aushebung deS konstitutionellen Systems vorbehalten würde, war außer Zweifel. Die schweinsledernen Schulmeister haben auch herausgebracht, daß daS für gewisse Fälle wenigstens in der Ordnung seh man könne ja nicht wissen, — —. Natürlich! Der fonfh' tutionclle Hokuspokus wird immer erbaulicher. Mit einer wahren Gewürzkrämergenauigkeit messen die doktrinären Schreihälse ihren verschiedenen Gewalten die verschiedene Gewalt zu; mir ein Viertel, dir ein Viertel, mir ein Sechstel, dir ein Sechstel. Der Regierung wird natürlich auf ein Dützen Rechte allemal ein halb Dutzend zugegeben, der ferneren Geschäfte wegen, um sich den Absatz zn sichern.
Um ihre konstitutionelle Gesinnung einmal wieder rech inö Licht zu stellen, verlangten die Minister das Gesetzgr' bungsrecht nur für dringende Fälle, d. h. blos für immer. Ver der grundgesetzlichen Mlnisterverantwortlichkeit sei das ja ganz unschädlich, man könne die Minister ja später hängen oder köpfen.
Die Minister haben Recht. So gut sich die liberale Tölpel ihrerseits die Revolution in Form des Steuerverwei gerungörechts vorbehalten haben, können sich die Minister au ihrerseits gegen die Revolution daS Gesetzgebungsrecht vo behalten. Gegen den Mißbrauch schützt ja auf der einen c das Möke'sche Amendement und auf der andern die »erfaffung mäßige Beschränkung. Der kleine Unterschied ist nur der,