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Zweiter Jahrgang.

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Hornisse.

Naum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Liner freien Seele!"

«st. 121

Kassel, Donnerstag, den II. Dctober

1849

Die Nevolntion in Kurheffen.

In Kurheffen bricht'S nächstens loS. Diedeutsche Zeitung", das Schand-Blatt der Schulmeister und Gagern'schen Volks- vcrräther, berichtet darüber Folgendes:

Kassel, am 5. Oktober. (Kommen erst einige Klag- lieder über das Pech, in das unser theures Vaterland Heuer gerathen ist.) Sodann heißt's wörtlich:

Gleichwohl hoffen wir noch in Kurhessen. Wir hoffen noch auf das Zustandekommen einer deutschen Verfassung und eines deutschen Reichs, mit Preußen an der Spitze, selbst auf die Gefahr hin, daß die innere Nothwendigkeit dieses Ziels durch weitere Auswüchse demokratischer Bestrebungen aufè Neue anschaulich gemacht werden sollte. Anzeichen sind auch hier schon vorhan- den, welche befürchten lassen, daß der bevorstehende Winter nicht ohne neue*) Gewaltsamkeiten vorübcrgeheii werde, wenn nicht den Forderungen in Beziehung auf eine nationale, politische Gestaltung Deutschlands bald Rechnung getragen und der extremen de - mo kratischen Partei dadurch der Stachel genom- men wird. Wenn auS unbedeutenden Veranlassungen da- hier in den letzten Tagen Straßenecresse vorkamen, bei de- nen ein Beamter der Stadtpolizei hart mißhandelt wurde, denen jedoch an sich eine politische Seite nicht abzugewinncn ist, so mag man sich gleichwohl nicht verhehlen, daß nicht nur in den untersten Volksschichten eine tiefe Gereiztheit vorliegt, welche von der demokratischen Partei fleißig genährt und bei der nächsten Gelegen- hcit zu benutzen versucht werden wird."

Punctum. Wir unsererseits wollen dem bleichsüchtigen Correspondenten der deutschen Zeitung ein paar Worte zur Notiz beifügen.

Daß eS in Kurhessen noch Tröpfe gibt, die selbst jetzt noch hoffen, kann nicht bestritten werden. Der Correspon- dent sagt's, und der Correspondent muß sich am besten ken­nen. Waâ aber die weiteren Auswüchse demokratischer Be- ftrebungen anlangt, welche die innere Nothwendigkeit eines königlich - preußischen Kosakenregiments anschaulich machen sollen", so muß der verehrte Correspondent mit seinen Ge­schwisterkindern diese Hoffnung wenigstens aufgeben. Die Demokratie wird weder den König von Preußen, noch den Kaiser Nikolaus, noch sonst wen zur Herstellung eines deut- schen Reiches sorciren", sie wird dieseForciruna" nunmehr lediglich den liberalen Landmöpsen, d. h. den Herren

*) Wo sind die alten? Etwa die konstitutionellen Ministerkrisen?

Schulmeistern und Professoren überlassen. Sie protestirt sogar feierlich gegen eine solche Verleumdung der Demokratie und erklärt dem König von Preußen und seiner Vetterschaft, daß Allerhöchstdieselben ohne alle gène machen können, was sie Lust haben, vorausgesetzt, daß Allerhöchstdieselben keine Angst vor den Mistgabeln und der Schweinslederwuth der Baffer- und Biedermänner haben. Der Demokratie zu Ge­fallen kann dermalen Deutschland an den Kaiser von China oder an irgend einen nachgeborenen Hunnenprinre» ver­schachert werden.

Gegen die neuenGewaltsamkeiten, die uns der Winter bringen soll", haben wir nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß der geehrte Correspondent der deutschen Zeitung damit sagen will, e r, der Correspondent, wolle irgend einen Gassenscan, dal arrangiren. Das ist se in e Sache. Wenn aber der Corre­spondent glaubt, daß die Demokratie Crawall machen würde, so ist das eben wieder die vergebene Hoffnung, und wenn er gar der Meinung ist, die Demokratie werde diesen Crawall für den Fall machen, daß nichtden Forderungen in Bezie­hung auf eine nationale, politische Gestaltung Deutschlands bald Rechnung getragen werde", so ist das nicht blos eine vergebene Hoffnung, sondern ein schulmeisterlicher Blödsinn. Wir wiederholen, daß Kaiser Nikolaus mit der nationalen und politischen Gestaltung Deutschlands sich gar nicht zu über­eilen braucht, daß der Demokratie diese Gestaltung durchaus nicht pressirt, daß sie vielmehr in Ruhe und Frieden sich in Alles zu fügen gedenkt, waS ihr auS den gnadenreichen Hän­den der Kosaken beschieden wird. Kaiser Nikolaus hat bei allen seinen Gestaltungen immer nur auf die Dreschflegel der Professoren und ihrer Correspondenten zu reflectiren.

Daß hier in den letzten Tagen ein Polizeibeamter geprü- gelt worden ist, hat wieder seine Richtigkeit. Die Prügelei soll sogar noch andere Leute unangenehm berührt haben. Wie aber der Correspondent auch bemerkt, so läßt sich der Prüge­lei beim besten Willen keine politische Seite abgewinnen, selbst nicht, wenn man die Spürnase eines deutschen Professors anwendct. Dagegen dürfte eS wieder und abermals eine ver­gebliche Hoffnung sein, wenn der Correspondent meint:die demokratische Partei werde bei der nächsten Gelegenheit versu- chen, die tiefe Gereiztheit verschiedener, nicht bloâ der unter­sten Volksklassen zu benutzen". Abgesehen davon, daß die verschiedenen, so schrecklich gereizten Volksklaffen schwerlich Lust haben werden, sich benutzen zu lassen, hat die demokra- tische Partei auch keine Lust, dem Herrn Correspondenten und seinen Spießgesellen irgend einen Gefallen zu thun.

Wir wiederholen noch einmal und zum tausendsten Male: Die hessische Demokratie beabsichtigt vorläufig einmal, die