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(731) Dem Publikum zur Nachricht!
Die Einsender Dieses halten eS für Pflicht, verehrlicheS Publikum von dem bedeutenden Aufschlag fast aller Waaren in Kenntniß zu setzen.
Grund dieser Waarenthcuerung ist die Veränderung der politischen Verhältnisse, so wie auch daS Selbstbewußtsein des kleineren Fabrikanten, nicht mehr für den Kaufmann allein arbeiten zu wollen, sowie dessen beschränkter Credit, ferner der bedeutende Aufschlag der Produkte und Rohstoffe, als Seide, Leinen und Baumwolle, sowie auch die Erhöhung deS Arbeitslohnes.
In Leipzig kosteten die Waaren fast durchschnittlich 10 bis 12 pCt. mehr, so z. B. Tuche und Paletotstoffe die Elle 4 bis 6 Sgr. höher, die gewöhnlichen HalblamaS kosteten dem Kaufmann selbst die Elle 6 Sgr., Thibets theurer. GlaS und Porzellan ebenso. Bifouterie - Waaren und Industrie- Artikel, sämmtlich höher als sonst. Leinen und weiße Waaren 10 pCt. höher. Alle Manufaktur - und sonstige Artikel sind gestiegen.
Daß Vorstehendes nicht übertrieben ist, werden die später erscheinenden offiziellen Meßberichte beweisen.
Damit nun das Publikum, oder ein oder der andere Einkäufer, welchem für einen aufgeschlagenen Artikel ein höherer Preis abverlangt wird, dies nicht auffallend findet, sahen die Einsender fich veranlaßt, Vorstehendes mitzutheilen.
Kassel, den 18 Scptbr. 1849.
Mehrere Einkäufer zur Leipziger Messe.
(742) Allen Verwandten, Freunden und Bekannten bei unserer Abreise nach Amerika ein herzliches Lebewohl.
Kassel, 29. September 1849.
Wilhelm Schickenberg, —____________________________Antoine t t e Leitz.
<733) Der seit Juni d. I. von Ad. Trabert und Fried. H ornfeck redigirte
„Wacht auf!", eine im Sinne der Demokratie gehaltene Zeitschrift, erscheint auch im nächsten Viertelfahre wöchentlich einmal (Mittwochs) für den vie rtelfährlichen Abonnementöpreiö von 10 Sgr.
Bestellungen auf den „Wacht auf" besorgen gegen Vorauszahlung deS Abonnementspreises alle kurhessischen Postaustalten, in Fulda die unterzeichnete Expedition. Inserate berechnen wir die gespaltene Zeile mit 3 Kr. und bringen Abonnenten 25£ Rabatt in Abzug.
Fulda, im September 1849.
Die Expedition des „Wacht auf!". (73t) Ein ConversationS-Lexikon, 15 Bände (neueste Auflage), in eleganten Einbänden , ist bei mir billig zu verkaufen.
Stephan Holstein, Buchbinder und Galanteriearbeiter,
______________obere Entengasse Nr. 146.
(/35) Donnerstag, den 4. Oktober, Abends präcis 8 Uhr, findet eine Versammlung der Sektion „Hecker" zum Zweck der Neuwahl des Vorstandes statt. Eâ ist die Gegenwart aller Mitglieder erforderlich. —
Zugleich werden an demselben Abend die Vorstände der andern Sektionen zu einer Besprechung freundlichst eingeladen.
Der Vorstand.
Wir wünschen gleichfalls, daß die Sektionsvorstände sich an fenem Abend zahlreich entsinken.
Das Cvmitë deö demokratisch-sozialen Vereins.
(736) Ein mir kürzlich zugelaufener schäbiger Jagdhund ist mir am 26sten d. M. wieder in Fritzlar entlausen. Er hört auf den Namen „Jsrell", ist ein gut gemästeter, übrigens durchaus seiger Hund. Ganz sicheres Kennzeichen: zeigt man ihm eine Pistole, so zieht er sofort den Schwanz bei. Trotzdem möchte ich ihn gern noch einmal in meine Hände bekommen, bitte daher geneigtes Fritzlaraner Publikum, ihn bei passender Gelegenheit gegen gute Bezahlung an mich auszuliefern. Er ist ein Kalfakter.
Wabern, den 27. September 1849.
F. Werner.
(737) Sehr zu beachten!
Junge Leute, welche Lust haben, bei der Friedrich -Wil- helmS-Nordbahn als Schaffner (Conducteur) angestcllt zu werden, können sich bei der Direktion nur melden; für Gehalt und Kleidung müssen sie sich aber selbst sorgen, auch darf sie eö namentlich beim Herrn Zugführer Osterhof nicht befremden, wenn derselbe sie mit „Kerls" anredet, z. B.: „wo sind denn die Kerls?" oder: „ich habe noch keinen von den Kerls gesehen" u. s. w., was derselbe wahrscheinlich noch von seinem früheren Militärstande beibehalten hat.
Ein außerordentlicher Schaffner.
(738) Am Sonntag entstand bei der Versammlung der Sektion „Löbnitz" im Mayfarth'schen Lokal furchtbarer Aufruhr. Als Hauptredner trat Hr. Mapfahrt selbst auf. Der Inhalt seiner aufregenden Rede war wesentlich folgender: „Ich hon in de Welt gegocken, do därf me so'n Gück in de Welt nit kommen; ich well Herr in mim Huse sin." Auch eine Rednerin, Fräulein Settchen, trat auf, und machte namentlich ihrem Zorne gegen daâ Militär Luft. Kein Wunder, daß der Erfolg dieser Aufwiegeleien furchtbar war. Die Straßen wogten von Menschen, die Bürgergarde mußte entschreiten , und kaum gelang es derselben, die Ruhe herzustellen. Leider entkam der Hauptredner; wir werden also vielleicht bald von noch gräßlicheren Ruhestörungen hören.
(739) Du sollst mit einem guten Beispiele vorangehen!!! — Bei einem am vergangenen Sonnabend stattgehabten Leichenbegängnisse, wobei der Seelsorger, Hr. Pfarrer K....... r, die Leichenrede gehalten hat, begab sich dieser heilig sein sollende Mann*), trotz deS schönen Wetters und der tret' jenen Chaussee, von letzterer ab und wandelte, begleitet von einem behüteten Opfermanne, auf dem Sommerwege dem neuen Friedhöfe zu, während die Leichengäste in der üblichen feierlichen Ordnung zur letzten Ehre des Verlebten folgten. Wenn aber dem heilig sein sollenden Manne, dem Seelsorger, auch die Leichengäste auf dem vom Ersteren erwählten Wege gefolgt wären, wäre das wohl anständig gewesen, oder ist woh^l daö Benehmen deö Herrn Seelsorgers anständig zu nennen • Mehrere Leichengäste.
♦) Der Schein trügt — — !
Jakob.
Für die hessischen Flüchtlinge in der Schweiz ist einge- gangen:
Uebertrag . .391 1*
Nachträglich aus der Gesellschaft „Melpomene“ von H—t _ durch I......... r — Von Th ..........— ö „ L. G. mit dem Motto: „Wenn auch wenig, doch besser als heulen, . , helfen können und gar nichts thun." . •
D ie Expedition der „Ho rni sse"- _
Hassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne'schen Buchdruckerei.