Einzelbild herunterladen
 

wird sich zeigen, ob er die Rolle des Brutuâ, oder des Ne- signirten gespielt hat.

Der Arbeiter wird seiner Zeit den 22. September feiern.

Folgendes war das Cirkular des Parmanenzcomitë's der Berg- repräsentanten an die Demokraten:

„Brüder und Freunde! Vor 57 Jahren, am 22. Septem­ber, proklamieren unsere ruhmreichen Väter die Republik. Kein Jahrestag leuchtet Heller in der Geschichte. Die Ereignisse, welche die Demokratie in Italien, Deutschland und Ungarn Nie­derdrücken, bekümmern unser Herz, ohne unsern Muth und un­sere Hoffnungen zu schwächen. Die allgemeine Republik wird triumphirend aus so viel Unglück hervorgehn, wenn Frankreich durch seine ruhige und würdige Haltung die Fahne der Völ­kerfreiheit hält, welche die Vorsehung seinen Händen anvertraut hat. Schwere Pflichten find uns auferlegt. Im Angesicht der Konstitution, welche das Versammlungsrecht proklamirt, ist eâ setzt ein Verbrechen, sich zn versammeln, ist es ein Vergehen gegen die Republik, sich zu einem Mahl niederzusetzen, um die Republik zu feiern. Das ist die Lage, in die man unS versetzt hat. Nachdem wir protestirt gegen Gesetze, welche die unveräußerlichen Menschenrechte antasten, sollen wir ihnen trotzen, oder, indem wir sie annehmen, hinter den 22. Febr. znrückgehen? Nein! die Liebe zur Republik, die Brüderlichkeit der Völker, der Haß der Tyrannen, sind mit unvergänglichen Zügen in unsere Herzen geschrieben. Die französische Demokratie hat keiner neuen Beweise ihrer Ergebenheit nöthig. Das Elend des Volkes ist fortdauernd furchtbar. Unsere Feinde schreiben eö hauptsächlich den republikanischen Demonstrationen zu. Die ge­setzmäßigste, friedlichste Volksmanifestation wäre ein neuer Vor­wand, die Republikaner anzuklagen und die Regierung von ih­rer Unfähigkeit zu absolvi'ren Die Kammer wird ihre Arbeiten wieder beginnen, warten wir ab, welche Mittel die Majorität während ihrer Muße gefunden haben mag, den Credit wieder herzustcllcn, den Abgrund deS Deficits zu schließen, die Noth auf­zuheben und die Fahne der Republik in den Augen der Völker zu erheben. Wir sind überzeugt, daß die Majorität inmitten der Un­möglichkeiten, die ihrer Politik anhaften, nichts für die Revo­lution, nichts für die Republik vermag. Sorgen wir daher, daß sie es nicht unserer Ungeduld und Unruhe zur Last legen kann, wenn ihre finanziellen und sozialen Erneuerungspläne fehlschlagen. Ohne Entschuldigung und Beschönigung muß die Unfähigkeit der Macht in aller Nacktheit sich zeigen. Der Na- tionalgerichtöhof muß frei von allen, selbst frivolen und lügen­haften Besorgnissen sein, die man durch eine patriotisch-demo- kratische Versammlung hervorzurufen sich bemühen würde. Unsere Freunde, die Angeklagten des imaginäran Complotts vom 13. Juni, werden die verletzte Constitution mit um so größerer Autorität vertheidigen. Halten wir uns also zurück; lassen wir unsern Gegnern das ganze Gewicht einer sie erdrückenden Lage, auf daß Frankreich noch einmal zwischen ihnen und uns urtheilen könne. Seien wir ruhig und ernst, wie es einens freien Volke geziemt, bas zu dulden und zu warten weiß. Feiern wir im Schooß der Familie, am häuslichen Heerd das Fest dieses ruhm­reichen JahreStagS, und obgleich nicht zu einem brüderlichen Mahl vereint, rufen wir Alle an einem Tage, in einer Stunde, mit einem Herzen: Es lebe die Republik! — Im Na­men des Berges die Permanenzkommission: Arnaud, Brune, Com- bier, Duputz, Ennery, Gilland, Gindricz, Joigneaur, Lafon, Mathieu, Savoye, Schölchcr."

Der Zustand Frankreichs ist unhaltbar. Der Glauben an eine neue Umwälzung hat sich aller Gemüther, aller Schichten deö Volkes bemächtigt. Wie nach einem erblosen Gute greifen vier Parteien nach dem unglücklichen, zerrissenen, von fürstli­chen Schurken durchwühlten Volke. Das Volk ist wieder nur Sache, mit seiner Stimme, seinem Herzen, seinem Rechte und Ehrgefühl wird abermals nur ein schaamloseö, niederträchtiges

Spiel gespielt; sie werden nur gebraucht, um sie dann in die Acht zu erklären, das Volk wird als gute Beute, als ein guter Fraß für die Geier betrachtet, es ist wieder Knecht, Schlach- opfer, Hund, es wird ihm doppelt geschmeichelt, um es drei-- fach zu verrathen; das arme, unglückliche Volk ist wieder wie eine Buhldirne den Lüsten und Fußtritten der Herren preiß­gegeben.

Ueber die Stellung der vier Parteien und somit über die nächste Zukunft Frankreichs sprechen wir in einem besondern Artikel.

Rom. Was wird der Papst, was wird der große Na­poleon thun? Es sind immer dieselben Fragen, die schon seit Wochen durch die Zeitungen laufen und die am Ende keiner Antwort bedürfen. WaS geht den Papst der Neffe seines OnkelS an, warum sollte der Papst verpflichtet sein, den ge­spornten Pfauhahn aus seiner Verlegenheit zu ziehen? Der kleine Jockey möchte umS Leben gern, daß Seine Heiligkeit ein paar Scheinkonzessionen machte, von Mitternacht bis zum Frühstück, wo Seine Heiligkeit doch gerade in weltlichem Schlaf liegen; der Nachfolger Petri erinnert sich aber seiner Vorgänger im Amte, der trotzigen Knechte aller Knechte, die sehr konsequent die Herren gespielt haben. Seine Heiligkeit danken für die Rolle einer napoleonischen Contenanceprise. Der große Napoleon muß sich damit begnügen, eine kleine Aufregung unter seiner Armee in Scene gesetzt, der großen Nation Hoffnung auf eine anständige Tilgung des Schandflecks <1. <1. Nom, gemacht zu haben.

Seine Heiligkeit contrerevolutionire» auö Leibeskräften. Die Jnquisitionögerichce sind im schönsten Gange. Seine Hei­ligkeit werden sich schließlich mit einem Rathe umgeben, der nach Belieben aus Pfaffen oder Laien besetzt wird, Seine Heiligkeit werden nicht gerade Alle hängen lassen, die zu Zeiten der römischen Republik gelebt haben, Sie werde» so liberal sein, wie ein russischer Feldwebel, und — — —- Louis Napoleon wird mit seinen 40,000 Mann unter Trom- melschlag re. heimziehen in das Land seines Onkels.

„Ich bin kein stolzer Reiter, „ Betrachtet mich nur genau.

„ Ich bin der arme Necke."

Und Rom? Mitten durch daS contrerevolutionäre Säbel- geklirre kommt die sonderbare Kunde, daß in Rom nur, zwei Parteien eristiren, die rothe und die nbsolutistisede Kein Wunder, kein Wunder. ES werden nicht viele Monate mehr zu vergehen brauchen, ehe daS ganze revolutionäre Eu­ropa von 1848 nur noch zwei Banner, zwei Parteien hat: Rothe Republik und rothe Monarchie! Was in der Mine zwischen beiden liegt: „die guten Minner", „die wohlge­sinnten Bürger", „der besonnene Fortschritt" wird als gut­gesinnte Dummheit, als unbesonnener Blödsinn auS dem Reiche der politischen Faktoren verschwinden. Und das ist gut.

Oberst Calandrelli, der sich unter der Masse von Ausge­wiesenen befindet, hat erklärt: „Ich bin Bürger von Rom und Soldat zugleich, und habe als solcher den Anspruch,

Rom füsilirt zu werden. Lieber im Vaterland erschoßen, a Flüchtling auf fremder Erde!" Sehr edel, sehr hochherziR aber — — — im Interesse der Revolution sehr unpraftilQ- Heut zu Tage hat man kein anderes Vaterland mehr, als welches man an den Schuhen forttragen kann. Die ro Y Reaktion hat Alles vatcrlandsloö gemacht.

Oesterreich. Wer ärgert sich über die Consequenz der Contrerevolution? Wer kann über die einzelnen Stadien selben erstaunt sein? Empört darf man nur sein über den o suitismus, die Scheinheiligkeit, die Hinterlist, mit denen letzte Ziel der Contrerevolution verheimlicht wird, mit c die brutalen Gcwaltsstrciche beschönigt werden, über die J