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Die M o r n i s s e.
„Raum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Einer freien Seele!"
W- 11S
Kassel, Donnerstag, den 27. September
1849
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Der europäische Fürsten - Kongreß.
„Wozu der Lärm?" Die konstitutionelle Partei ergeht sich wieder in feierlichen Deklamationen gegen die Möglichkeit eines europäischen Fürstenkongresses, die Dummheit wüthet einmal wieder gegen ihr eigenes Fleisch, die Gothaer Partei echaufsirt sich wieder gegen ihre Oelgötzen, sie tölpelt wieder zum Tage hinein, um nachher ein „ pater peccavi “ — Vater vergib uns! — beten zu können.
Was genirt ein europäischer Fürstenkongreß? Warum stoßen sich die gelehrten Herren an einem bloßen Worte? Was im Jahre 19, 21 rc. -c. ein Pech für die deutsche Nation war, kann jetzt ihre einzige Rettung sein! Man muß das Kind nicht mit dem Bade auSschütten.
Es ist wahr, die früheren Fürstenkongresse haben eben keine große Anerkennung gefunden, aber--tempora mutantur, die Zeiten ändern sich. Früher waren auch Kammerauflösungen, militärische Operationen gegen Volksvertreter, früher standen auch polizeiliche Maßregeln gegen Preßfreiheit, Vereins - und Versammlungsrecht, früher standen mancherlei Dinge in einem schlechten Geruch, die jetzt ganz probat sind, die man jetzt nicht entbehren kann.
Es kommt in der Welt Alles auf die Umstände und auf die Absichten an. Den Professor Jordan fünf Jahre lang wie einen Erzgauner zu behandeln, war den liberalen Landmöpsen allerdings verdrießlich. Der Prozeß gegen Waldeck und Temme, dre Prozesse gegen die Nationalversammelten in Stuttgart, ie Schindereien in Rastatt, überall, in allen deutschen Gauen, — das sind aber ganz angemessene Erscheinungen, der derma- lgen Gerechtigkeit entsprechende Vorkommnisse.
Man inuß nur Vertrauen haben, man muß nur wissen, aß alles Das zum „Besten der guten Sache " ist. Der europäische Fürstenkongreß ist nichts als eine friedliche Fortsetzung »-„,^^l"ten, von den liberalen Schurken bewunderten Intervention der Russen in Ungarn, der Franzosen in Rom, der
Preußen in Baden, der europäische Fürstenkongreß ist nur das Ende vom Anfang, der logische Nachsatz zum anerkannten Vordersatz, der gemeinschaftliche Trunk nach der gemeinschaftlichen Arbeit.
Die liberalen Möpse haben ja erklärt, daß ihr 48er Attentat eine Schwindelei, ihre Frankfurter Versuche staatsmännischer Blödsinn, ihre Volksbeglückungsmanier purer Unsinn gewesen, — — sie haben ja erpreß die deutsche Angelegenheit in die früheren Hände zurückgegeben; Schaam und Neue auf dem Gesicht haben sie das gestohlene Gut den einsichtsvolleren Fürsten wieder zu Füßen gelegt. Im Grunde genommen haben die liberalen Möpse eigentlich gar nichts mehr mitzusprechen; der banquerotte Verstand hat bekanntlich keine politischen Rechte. Aber zum Mindesten müssen die Herrschaften konsequent bleiben.
Die liberalen Landsknechte, müssen, wie gesagt, Vertrauen haben. Wo in aller Welt sollen denn die russischen, österreichischen, englischen, römischen, französischen, chinesischen Ein- würfe gegen die Pläne der „lustigen Person" von Preußen gehört und erledigt werden, wo sollen die Kosaken und Kroaten, die Franzosen und Dänen für ihre Dienste in Sachen der Freiheit belohnt werden, wenn nicht auf einem europäischen Fürstenkongresse? Oder soll die lustige Person ein Prinzipienreiter werden, soll sie, wie das Frankfurter Parlament, wie die Gothaer Hanswürste, auf ihre Hefte pauken und den „Umständen keine Rechnung tragen", soll sie „ohne Rücksicht auf die dermalige Lage der Dinge", „ ohne umsichtige Erwägung aller Verhältnisse" den „unüberlegten Buben" spielen? Man muß nur gerecht sein. Die dermalige deutsche Freiheit ist ja nicht blos das Werk der Preußen, sondern auch der Baschkiren.
Die lustige Person hat erklärt, daß sie die deutsche Sache „bis an die Grenzen deS Möglichen" treiben werde. Sie will thun, was in ihren Kräften steht. Ein Schuft gibt mehr, als er hat
Wo soll daâ „Mögliche" anders bestimmt werden, als auf dem Fürstenkongrèffe? Möglich ist nur, was die