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Dieses Blatt wird Dienstags, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) ausgegeben. Die Expedi­tion befindet sich in der obern En- tengaffe Nr. 132. Der Abonne- menlspreiè istvierteljährl. I8Sgr.

^weiter Jahrgang.

Durch alle Postämter zu bezie­hen. Inserate aller Art werden ausgenommen u. die Spaltenzeile mit I Sgr., bei wiederholter Ein­rückung m. 8 Hlr. berechnet; diesel­ben sind in der Erpedicion abzuge­ben, woselbst Kuch abonnirt wird.

M o r n i s s e.

Vaum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Liner freien Keele!"

ML na.

Kassel, Dienstag, den 25. September

1849.

Da mit diesem Monat das Abonnement des dritten Quartals zu Ende geht, so bitten wir, die Bestellungen auf das zukünftige Quartal zeitig und zwar in den nächsten Wochen schon bei den betreffenden Postbehörden und für Kassel in der Expedition der Hornisse zu machen. Für Inserate wird den Abonnenten 25 Precent Rabatt berechnet

Neu zugehende Abonnenten erhalten das Blatt vom Tage der Bestellung an für den lau­fenden Monat September gratis»

Kassel, am 24. September.

Der Kongreß in Warschau ist beendet. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so werden nun in der Kürze die großartigen Maßregeln gegen die deutschen FreiheitSbestrebungen ins Werk gesetzt werden.

Die Zeit ist günstig. DaS vornehme Gesindel ist, wie wir immer und immer wiederholen, moralisch dergestalt ver- »ichtet, daß eine Vertheidigung seiner sogenannten Rechte ein wahres Mirakel wär'. Die liberalen Frösche haben allen Vor­rath ihrer Bravour in der Befürwortung königlicher Scharf- richterübungen, allen Vorrath ihrer Vaterlandsliebe in dem schmachvollen Verrathe Schleswig-Holsteins, in der Vernich- tung desganzen Deutschlands", im Applause deS son- derbündlerischen halben Deutschlands, sie haben allen Vor­rath ihres Ehrgefühls in der Bereitwilligkeit, fürstliche Schuh­putzer zu werden, verpufft, ihre Weisheit ist nunmehr zu Ende, sie sind geschmeidig wie Eidechsen, geduldig, wie Schooöhünd- chen, ergeben, wie Knechte nur immer sein können. In ihrer Furcht vor der rothen Republik, vor einer socialen Re­form, in ihrem sittlichen Abscheu vor Berührung mit einem Proletarier werden sie, wie gesagt, mit der Hölle einen Bund schließen, den Beelzebub als Schutzvater verehren, werden sie in der russischen Knute die erquickende Einwirkung einer rettenden That" finden.

DaS Proletariat, die Demokratie kann der fortschreitenden Contrerevolution dermalen keinen Damm entgegensetzen. Dank den Bitten und Gebeten der reichen Canaille ist das Proletariat aller Orten im Augenblick vollkommen deSorganisirt. Unter den Henkersâusteu der russische» Vasallen verbluten noch täglich die Herzen von Tausende» unserer Brüder, Tausende unserer Brüder liegen rn Ketten, Tausende unserer Brüder irren in der Fremde. Die Demokratie hat die natürliche Einwirkung ihrer Nieder­lagen noch nicht verwunden, aus dem vergossenen Blute sind >e Drachenzähne noch nicht aufgegange», die gebogenen Stämme haben sich noch nicht wieder aufgerichtet.

Eine Masse der demokratischen Führer ist hingeschlachtet, andere sind von ihren Freunden getrennt. Wenn der fürstliche Wandalismus die Positionen der Freiheit im Sturmschritte an­greift, so kann er sich alle Hoffnung auf einen schnellen Sieg machen. Wenn der fürstliche Vandalismus in großartiger Weise operirt, wenn er umfassende Pläne gegen das wachsende Proletariat ersinnt, sich weder von dem Gespenst des natio­nalen Ehrenpunktes, noch von dem Froschlärm der konstitutiv- nellen Seiltänzer beirren läßt, so ist Alles gegen Nichts zu wetten, daß er für daömal sein Ziel erreicht, daß er den Triumph hat, den Baum der glorreichen Revolution von 1848 bis auf das letzte Reis auSgeputzt zu sehen.

DaS Gelingen der Contrerevolution ist an dieselben Be­dingungen geknüpft,.wie das der Revolution. Eine halbe Con­trerevolution ist die ganze Revolution. Kaiser Nikolaus wird mehr Verstand entwickeln, als die Frankfurter Sansculotten entwickelt haben.

Die Herren der grünen Politik glauben freilich an solch eine Contrerevolution nicht. Sie steifen sich auf dieMacht der Ideen", auf die innere Wahrheit ihrer Schwindeleien, ihrer konstitutionellen Taschenspielerkünste. Die Macht der Ideen ist aber nur in so fern eine Macht, als sie ins Blut gehen. Der moralische Eindruck" ist nur in so fern ein Eindruck, als er mit der Faust verwachsen ist. Es gibt keine Wahrheit, die nicht Leib und Leben erfüllt, die keine Begeisterung weckt, die nicht Leib und Leben in den Kampf treibt und atlfzuopfern im Stande ist.

Die brutale Macht der Contrerevolution ist immer mäch­tiger als eineMacht der Ideen", welche Position nach Po­sition verloren gibt, die mit ihrerinnern Wahrheit" handeln läßt, die ihre Ideen um des Friedens willen" an den Meist­bietenden verschachert. Eine Wahrheit, die einen dreißigjäh­rigen Krieg scheut, ist keine Wahrheit, sondern eine Illusion, eine Lüge, eine Perfidie.

Kaiser Nikolaus weiß das genau. Er wird die konstitu­tionellen Freiheiten mit einem Federstrich vernichten, die ver-