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^weiter Jahrgang.
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M o r n i s s e.
„Vaum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Liner freien Keele!"
ML na.
Kassel, Dienstag, den 25. September
1849.
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Kassel, am 24. September.
Der Kongreß in Warschau ist beendet. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so werden nun in der Kürze die großartigen Maßregeln gegen die deutschen FreiheitSbestrebungen ins Werk gesetzt werden.
Die Zeit ist günstig. DaS vornehme Gesindel ist, wie wir immer und immer wiederholen, moralisch dergestalt ver- »ichtet, daß eine Vertheidigung seiner sogenannten Rechte ein wahres Mirakel wär'. Die liberalen Frösche haben allen Vorrath ihrer Bravour in der Befürwortung königlicher Scharf- richterübungen, allen Vorrath ihrer Vaterlandsliebe in dem schmachvollen Verrathe Schleswig-Holsteins, in der Vernich- tung des „ganzen Deutschlands", im Applause deS son- derbündlerischen halben Deutschlands, sie haben allen Vorrath ihres Ehrgefühls in der Bereitwilligkeit, fürstliche Schuhputzer zu werden, verpufft, ihre Weisheit ist nunmehr zu Ende, sie sind geschmeidig wie Eidechsen, geduldig, wie Schooöhünd- chen, ergeben, wie Knechte nur immer sein können. In ihrer Furcht vor der rothen Republik, vor einer socialen Reform, in ihrem sittlichen Abscheu vor Berührung mit einem Proletarier werden sie, wie gesagt, mit der Hölle einen Bund schließen, den Beelzebub als Schutzvater verehren, werden sie in der russischen Knute die erquickende Einwirkung einer „rettenden That" finden.
DaS Proletariat, die Demokratie kann der fortschreitenden Contrerevolution dermalen keinen Damm entgegensetzen. Dank den Bitten und Gebeten der reichen Canaille ist das Proletariat aller Orten im Augenblick vollkommen deSorganisirt. Unter den Henkersâusteu der russische» Vasallen verbluten noch täglich die Herzen von Tausende» unserer Brüder, Tausende unserer Brüder liegen rn Ketten, Tausende unserer Brüder irren in der Fremde. Die Demokratie hat die natürliche Einwirkung ihrer Niederlagen noch nicht verwunden, aus dem vergossenen Blute sind >e Drachenzähne noch nicht aufgegange», die gebogenen Stämme haben sich noch nicht wieder aufgerichtet.
Eine Masse der demokratischen Führer ist hingeschlachtet, andere sind von ihren Freunden getrennt. Wenn der fürstliche Wandalismus die Positionen der Freiheit im Sturmschritte angreift, so kann er sich alle Hoffnung auf einen schnellen Sieg machen. Wenn der fürstliche Vandalismus in großartiger Weise operirt, wenn er umfassende Pläne gegen das wachsende Proletariat ersinnt, sich weder von dem Gespenst des nationalen Ehrenpunktes, noch von dem Froschlärm der konstitutiv- nellen Seiltänzer beirren läßt, so ist Alles gegen Nichts zu wetten, daß er für daömal sein Ziel erreicht, daß er den Triumph hat, den Baum der glorreichen Revolution von 1848 bis auf das letzte Reis auSgeputzt zu sehen.
DaS Gelingen der Contrerevolution ist an dieselben Bedingungen geknüpft,.wie das der Revolution. Eine halbe Contrerevolution ist die ganze Revolution. Kaiser Nikolaus wird mehr Verstand entwickeln, als die Frankfurter Sansculotten entwickelt haben.
Die Herren der grünen Politik glauben freilich an solch eine Contrerevolution nicht. Sie steifen sich auf die „Macht der Ideen", auf die innere Wahrheit ihrer Schwindeleien, ihrer konstitutionellen Taschenspielerkünste. Die Macht der Ideen ist aber nur in so fern eine Macht, als sie ins Blut gehen. Der „moralische Eindruck" ist nur in so fern ein Eindruck, als er mit der Faust verwachsen ist. Es gibt keine Wahrheit, die nicht Leib und Leben erfüllt, die keine Begeisterung weckt, die nicht Leib und Leben in den Kampf treibt und atlfzuopfern im Stande ist.
Die brutale Macht der Contrerevolution ist immer mächtiger als eine „Macht der Ideen", welche Position nach Position verloren gibt, die mit ihrer „innern Wahrheit" handeln läßt, die ihre Ideen „ um des Friedens willen" an den Meistbietenden verschachert. Eine Wahrheit, die einen dreißigjährigen Krieg scheut, ist keine Wahrheit, sondern eine Illusion, eine Lüge, eine Perfidie.
Kaiser Nikolaus weiß das genau. Er wird die konstitutionellen Freiheiten mit einem Federstrich vernichten, die ver-