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der Leibeigenen durch den Adel? Ist das nicht Lüge, Betrug, eine schaamlose Lüge, ein brutaler, niederträchtiger Betrug?

Welch' gemeinsames Interesse haben hier Vertreter und Vertretene? Welch' gemeinsames Interesse hat die Armuth und der Reichthum? Wer hat sc gehört, daß man den Feind in den Schutz seines Todfeindes stellt? daß man den Haß un­ter die Gnade des Hasses, den Verrathenen unter die Obhut des Verräthers, den Betrogenen unter die deS Betrügers stellt?

Das konstitutionelle System ist die Auslieferung deS Geg­ners an feine Henker; eü ist barbarischer als die Barbarei der Wilden, das konstitutionelle System wirft den heißhun­grigen Wölfen Menschen hin, und ruft ihnen höhnisch zu: Schützt sie !

Und diese Barbarei nennen sie Freiheit, diese Barbarei ist die Gleichheit, für die sie eine Revolution gemacht, derent­wegen sie den Adel aus den Kammern gesagt, den Adel dem Volköhaß überliefert haben.

Gegen die konstitutionellen Stocksobber ist der Adel ein Senat von Halbgöttern!!!

Die Herrschaft der Bourgeoisie ist die ewige Heraufbe- schwörung der Rache; die schutzbefohlene Armuth wird sich ge­gen ihre Schutzherren empören, sie wird sich auS den Strik- ken ihrer Henker loszuwinden suchen, sie wird sich, wie die Leibeignen vom Adel, so von ihren Blutsaugern loszumachen suchen.

Die Frechheit, Schamlosigkeit, Niederträchtigkeit des kon­stitutionellen Systems ist so kolossal, daß es die Revolution unvermeidlich, zu einer Ehrensache, zur Religion» zu einer heiligen Pflicht macht.

Das allgemeine Wahlrecht wird der Mittelpunkt sein, um den sich im konstitutionellen Staate zunächst daâ Proletariat schaart, an diesem Wahlrechte wird es sich alle Schandthaten der Bourgeoisie vorrechnen; das allgemeine Wahlrecht ist der Rosenkranz, an dem die Armuth ihre Bitten zum Himmel ab­betet, an dem sie ihre Forderungen an den Reichthum ab­zählt.

Wie wir gesagt haben: Die Mitherrschaft der Bourgeoi­sie führt zur Mitherrschaft des Proletariats, nnd diese zur pro­letarischen Revolution, oder die Mitherrschaft der Bourgeoisie führt direkt zur proletarischen Revolution.

Mit der proletarischen Revolution ist die Monarchie ver­loren. Die Monarchie kann sich also nur retten, wenn sie die Mitherrschaft der Bourgeoisie vernichtet.

Die Monarchie muß alle Volksvertretung aufheben. Jede Begünstigung der Bourgeoisie ist der Tod der Tyrannen. Die Monarchie muß beweisen, daß sie das Blutsaugersystem der reichen Canaille verachtet, haßt, daß sie über diese Schurkerei empört ist, die Monarchie muß ihre Hände rein halten vom Blute der Armen, sic darf nicht speculircn mit den Thrä­nen der Noth, die Monarchen müssen aufhören, die Spitz­bübereien der Bourgeoisie mitznmacheu. Wäre Louis Philipp nicht der oberste der Gauner gewesen, er säße ver­muthlich noch auf dem Throne.

Statt daö Proletariat dem Schutze der Bourgeoisie zu empfehlen, muß die Monarchie diesen Schutz gegen die Bour­geoisie übernehmen.

Die Monarchie muß Ketten um die Hände der Bourgeoisie schlagen — und deswegen ^nuß sie absolut sein.

Die Aufhebung der Mitherrschaft der Bourgeoisie kann ohne Schaden geschehen. Seitdem das Proletariat Einsicht in die moderne Revolution gewonnen hat, seitdem cs weiß, daß es von der Bourgeoisie immer verrathen, gebraucht und verworfen wor­den ist, wird es der Vernichtung der Bourgeoisievertretung still und ruhig zusehen.

Die deutsche Bourgeoisie kennt die „Schwindelei" nicht, dre man Ambition, Ehrgefühl nennt. Sie wird Behufs einer

Opposition gegen ihre Vernichtung Geld unter das Proletariat werfen, sie wird keinen andern Nutzen davon haben, als daß sie sich doppelt ruinirt.

Der Absolutismus muß durch die Büreaukratie herrschen, Die konstitutionelle Partei gibt zu, daß nur die Besten, die Tüchtigsten zur Führung der StaatSgeschäfte genommen wer­den dürfen, — nun wohl! wem steht die Kritik, die Be­urtheilung der Tüchtigkeit zu?

Die Monarchie kann diese Beurtheilung nicht der Bourge­oisie überlassen, denn die Gemeinschaft mit der Bourgeoisie ist die Aufhebung der Monarchie. Die Bourgeoisie versteht un­ter der Tüchtigkeit der Beamten ihre Zuverlässigkeit in der Begünstigung der Gaunerei.

Die Monarchie darf die Beurtheilung nicht dem Proleta­riat überlassen, denn die Herrschaft deS Proletariats ist die Revolution auS der ersten Hand. Die Monarchie muß also ihre Beamten nach ihrem Gutdünken wählen.

Diese Beamten müssen die Kunst besitzen, dem Schach der Bourgeoisie mit der Faust deS Proletariats, und dem Schach deS Proletariats mit immer derberen Schlägen auf die Bour­geoisie zu antworten. Wie die Monarchie, müssen diese Be­amten ihre Hände vom Blute der Armen rein halten, sie müssen regieren, aber nicht siebten !

Die absolute Monarchie und die Büreaukratie in anderer Auflage, daö sind die Errungenschaften der Revolution, das ist das Glaubensbekenntniß deS preußischen Nadowitz.

Die Herstellung der absoluten Monarchie und der Büreau­kratie, oder, da die Fürsten gewöhnlich zu dumm sind, der absoluten Büreaukratie zu Gunsten des Proletariats, ist die einzige Möglichkeit, die Monarchie für den Augenblick zu retten.

Verloren ist sie auf alle Fälle. Die Mitherrschaft der Bourgeoisie ist aber eine furchtbare Beschleunigung des Unter­gangs, die absolute Büreaukratie eine Verzögerung!

Durch die Mitherrschaft der Bourgeoisie stirbt die Monar­chie elend, prunkloö, ohne Ansehen und verachtet; der Thron der Monarchie wird in der allgemeinen Erhebung als mor­sches, von den Würmern zerfressenes Gerümpel mit bei Seite geworfen.

Durch die absolute Büreaukratie stirbt die Monarchie, wie sie gelebt hat, stolz, übermüthig, im Besitze ihrer ungetheil- ten Macht.

Die absolute Monarchie wird kommen. Der Instinkt der Selbsterhaltung wird die Manarchen zu derselben treiben.

Die Demokratie wird dann eine Organisation zu treffen haben, welche sie vor dem sittenverderblichen Einflüsse dieser Schaukel- und Gaukel-Politik, der kaiserlich-römischen Politik der Volksschmeichelei, der absolutistischen Demagogie, der Fri­volität, welche sie vor der absichtlichen Demoralisa­tion Seitens ihrer Tyrannen bewahrt.

Die Blntfesie.

Man muß Romane schreiben! Die Feder deS Politikers reicht nicht mehr aus zu den haarsträubenden Scenen unserer Tage. Die Bilder der Gegenwart gehören der Phantasie un­serer Dichter.

Wir leben nicht mehr in Europa. Der Schauplatz, auf dem wir stehen, ist das Land der Kannibalen, oder ein anderes Geschlecht ist über die Länder der Kultur und Civilisation, der humanen Bildung gekommen. Wir verstehen seine Gesetz­bücher nicht, wir kennen seine Sprache nicht, aber seine Sitten sind gräßlich, schaurig, unmenschlich. f ,

Wer nicht eine Brust von Eisen, ein Herz von Stein hat, verberge seine Augen, verschließe die Ohren,