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Seite geworfen, von aller Welt ausgelacht. Seine Hellig­keit, der Papst, lassen ihm herzlich für seine gutmüthige Be­mühung danken, und bitten ihn, nun wieder nach Hause zu gehn. Seine Heiligkeit glauben nun allein fertig zu werden. Der kleine Hanswurst hoffte in Rom die Rolle des Nicolaus in Ungarn zu spielen, mit Seiner Heiligkeit im hohen Rathe zu sitzen, Bedingungen stellen zu können, General Rostolan sollte den Paskewitsch machen; — — der kleine Hanswurst und der General Rostolan werden von den Cardinälen vor die Thüre geworfen, General Rostolan macht den Cardinälen seine protectorische Aufwartung und die Cardinäle lassen ihn 2 Tage auf den Gegenbesuch warten; — — — das kann der Neffe seines Onkels nicht dulden, das ist eine Demüthi­gung, eine Blamage, daS ist eine Verhöhnung der französi­schen Waffen!

„ Französische Waffen?" „ Dreifarbige Fahne? " „Französi­sche Uniform? " Der gestiefelte Affe klopft sich auf die Brust und schreit wegen Verhöhnung dieser Bagatellen: Feuer! Als ob der elende Neffe nicht die Waffen seines Onkels, die Fah­nen seines Onkels, die Uniform seines Onkels besudelt, ent­ehrt, mit Schande und Schmach gebrandmarkt hätte? Als ob man diese Waffen, die einst in Italien bei Marengo blitzten, nicht mit Füßen treten dürfte, nachdem sie in daS Blut der Freiheit getaucht worden? Alö ob man diese Fahnen, die über den Thronen der Monarchen wehten, nicht anspeien könnte, nachdem sie der Knechtschaft vorangetragen worden? Als ob diese Uniform waS bedeutete, nachdem LouiS Napoleon die Söldlinge der europäischen Henker hineingewickelt hat? Als ob nicht daS französische Volk erst diesen Vertreter zuvor mit seinen Stockprügeln aus dem Lande jagen müßte, ehe einer seiner Vertreter über erlittene Schmach sich beklagen dürfte?

Der kleine Junge spielt „Kaiser", wie unsere Jungen „Bürgergarde" spielen. „Als unsere Armeen die Runde durch Europa machten, ließen sie als Spuren ihres Zuges überall die Zerstörung der Mißbräuche der Feudalität und die Keime der Freiheit zurück. Man soll dereinst nicht sagen, daß im Jahre 1849 eine französische Armee in einem anderen Sinne handeln und andere Resultate herbeiführen konnte!"

Von den vielen Ohrfeigen, die der kleine Napoleon be­kommen hat, saust ihm der Kopf. Wie die „große Armee", sollen die entarteten Söhne derselben überall ebenfalls „die Keime der Freiheit" zurücklassen. Der Neffe will immer nur Keime. Um den Affen vollständig zu machen, läßt er Alles beim Alten. „Mein Onkel hat Keime zurückgelassen, sein Neffe muß auch nur Keime zurücklassen." AuS diesem Grunde mußte der Neffe in Rom interveniren. Der Neffe durfte nicht dulden, daß die Keime Blüthen und Früchte trieben, bewahre! General Oudinot mußte die aufgegangene Saat wieder rasiren. Bravo! Die „ große Nation " wird diese „ ofsieiöse " Infamie wie ein Wunder anstieren.

Die „Keime der Freiheit", welche die Affenarmee in Rom zurücklassen soll, sind: „Allgemeine Amnestie, Säku­larisation der Verwaltung, Code Napoleon und liberale Negierung!" Waö will man mehr? Es keimt und sproßt an allen Enden.

„ Allgemeine Amnestie? " Seine Heiligkeit wollen einmal ebensogut hängen, köpfen, erschießen lassen, sie wollen das­selbe Plaisir haben, wie andere hohe Herren, wie der fran­zösische Vagabund selbst. Die Forderung des Affen ist brutal, schaamloö, niederträchtig. Während dieser Mensch die Pro­zesse gegen seine politischen Gefangenen mit derselben Gewandt­heit hinzieht, wie das preußische Gouvernement den Prozeß Waldeck'ö, während die französische Regierung mit Preußen, Rußland rc. hinsichtlich der politischen Flüchtlinge gemeinschaft­liche Sache macht, im Elsaß, allcrwärts seine Mouchards auf­stellt, um die Märtyrer der Freiheit an den Galgen zu lie­

fern, fordert er von den Kardinälen als Gegendienst für seine Henkerhülfe: allgemeine Amnestie! Der Ochse ist kollerig!

„Säkularisation der Verwaltung? Liberale Regierung?" Was heißt daö? Heißt das Repräsentativverfassung? Die Säkularisation der Verwaltung ohne die letztere ist ein abso­luter Blödsinn, ein elender Betrug. Und wo ist die liberale Regierung deö republikanischen Hanswurstes? Ist sein Komplot mit allen Verräthern Europas, seine Lakaicnrolle in Italien liberal? Der Ochse weiß natürlich nicht, was er brüllt.

„ Code Napoleon ? " — Der Neffe alö Onkel!

Es sind zwei Fälle denkbar. Der französische Vagabund ist über Nacht zur Ueberzeugung gekommen, daß er von den hohen Herrschaften dieses Kontinents übcr'S Ohr gehauen, und daß daö Ende vom Liede seine Verjagung ist, over sein Drohbrief hängt mit der seit der Niederlage der Ungarn und dem Wiederaufleben Oesterreichs veränderten Parteistellung der Dynasten zusammen.

Im ersteren Falle will der Neffe die Position halten, die er hat. Besser haben, als wiederbekommen. Der Ochse wird in der Angst seines Herzens liberal, liberal aus Noth. Er will sich bei den Franzosen, die er verrathen hat, wieder möglich machen, er wird Fallour entlassen und Dufaure pro- tegiren. Der Ochse riskirt einen europäischen Krieg!!!

Im andern Fall ist LouiS Napoleon bestimmt, dem aufge- lebten Oesterreich neue Verlegenheiten zu bereiten. Der Krieg, der im Osten vollendet ist, soll im Süden wieder loSbrechen. Der Ochse ist vor wie nach in den Stricken der nordischen Diplomaten. Nachdem er in der ersten Hälfte des Jahres den Interessen aller Dynasten, der europäischen Reaktion ge­dient hat, soll er in der zweiten Hälfte des JahreS der nor­dischen Diplomatie dienen. Se. Heiligkeit, der Papst, wer­den sich dann Oesterreich in die Arme werfen.

Der französische Abenteurer ist unter allen Umständen ver­loren. Unter allen Umständen verschafft ihm seine veränderte Politik nur eine Galgenfrist. Bleibt er in den Händen der europäischen Contrerevolution, so wird er früher oder spä­ter von ihnen erwürgt, wirft er sich in die Arme deS fran­zösischen Volks, so wird es ihn seiner Zeit vor den Kopf schlagen.

Die Bewegung über den donnernden Brief des Napoleo- niden ist in Frankreich und Italien allgemein.

Oesterreich und Ungarn. Der letzte Staat mittel­alterlicher Traditionen, das schönste Conglomerat zusammengc- raffter Nationen, der letzte Staat der ächt dynastischen, feu’ dalen Politik, der Politik der absoluten Berechtigung von Gottes Grasen, der Herrschaft auf Land und Leute, des Men­schenschachers, des „ blöden Uuterthanenverstandcö " , der Staat, der in jeder Reform die Revolution, in jeder Entwickelung Hochverrath, in jeder Erwachung deS MännerstolzeS Rebellion sah, der Staat deö Schurken und Tempelschänderö Metternich, der blutbefleckten Weiber, der blödsinnigen Monarchen, — meinen Oesterreich! — dieses Oesterreich ist nach der Ueber- wältigung der Lombarden, der Venctianer, der Ungarn ganz in derselben Verlegenheit, alö früher, eö steht nicht fester al vor diesen Heldenthaten, es ist ebenso rathloö, verlassen, um­hertappend , alö vorher.

Zerfetzt und zerrissen, blutend unter dem Standrechte, ver­zweifelnd über seine Finanznoth , zuckt daö Reich einer Maria Theresia, eines Joseph II., dasselbe Reich, aus dessen Regen- tenfamilie Napoleon sein dynastisches Blut holte, wie ein sterben er Greis; der alte Glanz, an den keine Hand zu rühren wag e, vor dem sich alle Herrscher der Welt beugten, ist erlösche , Oesterreich, der jahrhundertlange Träger der continenta 1 Politik, ist ein Spiclball der Politik Rußlands, der Km e Politik Preußens geworden, Oesterreich ist der Gnade sein Diener verfallen.