Dieses Blatt wird DienftagS, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) ausgegeben. Die Expedition befindet sich in der obern En- lengasse Nr. 132. Der Abonne- menrspreis ist Vierteljahr!. I8Sgr.
Zweiter Jahrgang.
Durch alle Postämter zu beziehen. Inserate aller Ärt werden ausgenommen u. die Spaltenzeile mit I Sgr., bei wiederholter Einrückung m. 8 Hlr. berechnet; dieselben sind in der Erpedilion abzugeben , woselbst auch abonnirt wird.
Die M o r n i s s e.
„Raum, Ihr Herren, dem Flügellchlag Einer freien Keele!"
K= ION. Kassel, Donnerstag, den 13. September 1840«
Da mit diesem Monat das Abonnement des dritten Quartals zu Ende geht, so bitten wir, die Bestellungen auf das zukünftige Quartal zeitig und zwar in den nächsten Wochen schon bei den betreffenden Postbchördcn und für Kassel in der Expedition der Hornisse zu machen. Für Inserate wird den Abonnenten 25 Procent Rabatt berechnet
Neu zugchende Abonnenten erhalten das Blatt vom Tage der Bestellung an für den laufenden Monat September gratis»
Demokraten , Bruder!
Ihr habt in der vorigen Nummer unseres Blattes die Abschiedsworte Goegg'S gelesen. DaS Mitglied der vormaligen badischen provisorischen Negierung mahnt unS daran, unserer Brüder in der Schweiz zu gedenken , der siebentausend Brüder, die für uns gekämpft haben, die setzt verbannt, von ihren Familien getrennt in der Schweiz umherirrcn, die von Tag zu Tage einer immer trostloseren Lage entgegensehen.
Demokraten! Unsere Brüder bitten um unsere Hülfe. Es wär eine Schmach für unsere Partei, wenn Ihr der kleinen Schweiz nicht einen Theil ihrer Last abnehmen, wenn Ihr unsere unglücklichen Freunde verlassen, lediglich fremder Gnade überantworten wolltet.
Die Demokratie hat durch ihre Theilnahmlosigkeit, durch den Mangel an Gemeinsamkeit, an lebendiger Hingabe, durch den Erbfeind unserer Freiheit, den PartikularismuS, schon genug gesündigt. Soll Euch die Schweiz zurufen: Ihr ver- rathet eure Brüder, eure Landsleute, eure Mitstreiter für die Freiheit, ihr würdet sie dem Hungertode überliefert haben, hätten nicht wir uns erbarmt!? Soll die Schweiz Euch lehren, d"aS Unglück achten, soll eine fremde Nation Euch lehren, welche Opfer Ihr der Freiheit bringen müßt?
Demokraten! Unsere Brüder in der Schweiz sind ohne Arbeit, sie können in der Schweiz nicht arbeiten. DaS Land ist zu klein, um die Konkurrenz so vieler tausend Arbeiter ertragen zu können. Daö Land ist zu arm, um auf die Dauer 70,>0 Männer ernähren zu könne». Ihr würdet die Liebe, die Brüderlichkeit der Schweizer in Bitterkeit, in Unmuth verwandeln, wenn Ihr nicht zeigt, daß Ihr Mitgefühl habt, daß es mit Eurer Theilnahme Ernst ist.
Brüder! Gebt, was in Euern Kräften steht. Jeder Pfennig ist eine Gabe für die Freiheit, ist ein Abtrag an der großen Schuld, welche wir der Brüderlichkeit schulden. Mehr als 5000 unserer Freunde liegen in Ketten, sind dem Typhus, der Verzweiflung, dem Standrechte überantwortet, — eS ist ein furchtbarer Gedanke, daß wir nichts, gar nichts für sie thun können, als den Muth, die Seelenstärke bewundern, mit der sie die Rache ihrer Würger tragen,--wollt Ihr auch nichts für die 7000 thun, welche noch frei sind, die aber gleichfalls im Elend, im Unglück leben?
Demokraten ! Wir fordern Eure Hülfe.
Den kleinen Gewerbtreibenden.
Wir haben zu den Arbeitern gesprochen, wir haben ihnen zugerufen , fest zu stehen, die Revolution nicht zu verrathen, die Einflüsterungen ihrer ewigen Feinde von sich zu weisen, wir haben sie aufgefordert, in den Tagen, die setzt kommen werden, unter dem Elend, dem schaamlosen Regiment, daS setzt hereinbricht, den Glauben an daö Evangelium nicht zu verlieren, auf daS sie geschworen haben, — — _ ich rede nun zu euch, die ihr nothwendig unserer Revolution ange- hört, zu euch, die ihr von Tage zu Tage mit Noth und Kummer euch herumwerft, die ihr am Boden der „berechtigten", „berufenen" Gesellschaft liegt, zu euch, die ihr täglich und stündlich auf „bessere Zeiten" hofft, die ihr mit dieser Hoffnung eure Weiber tröstet, eure schlaflosen Nächte überwindet, die ihr in der Hoffnung aus „ glückliche Zufälle", auf „ günstige Consuneturen" die bittere Gegenwart, die Gegenwart deö ElendS, der Sorge und Thränen vergeßt, zu euch rede ich, die ihr für eure Kinder keine Zukunft, für euer Alter keinen Trost habt, in deren Familie der Tod selbst nicht blos eine Verzweiflung der Liebe, sondern eine Verlegenheit der