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Zweiter Jahrgang.

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Raum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Tiner freien Seele!"

M- 108.

Kassel, Dienstag, den 11. September

1849.

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Die welthistorische Prügelei.

(Vergleiche den Neuhessischen Leitartikel vom 6ten d. M)

Nach der Nenhessischen Zeitung betrachtet unsere Partei die Weltgeschichte alö eine fortlaufende Prügelei. Da uns dieser vermeintliche Vorwurf amüsirt, so wollen wir ihm zwei beson­dere Artikel widmen.

Erster Artikel.

Prügel gibt's bekanntlich, so lange die Welt steht. Man kann sie eintheilen in politische und unpolitische, und die erste­ren wieder in nationale, religiöse und in höhere Polizeiprügel mit Gegenprügeln.

Was die nationalen Prügel anlangt, so sind sie theils zur Erhaltung, theils zur Ausbreitung einer Nation benutzt worden. Die größten Prügler sind Alexander, Cäsar und Napoleon; daS größte Prügelvolk waren die Römer. Sie hatten ihrer Zeit das ganze Gebiet des mittelländischen Meeres unter ihre Botmäßigkeit geprügelt. Der patriotischste Prügel­schwindel war der deutsche im Jahre 1813.

Die religiösen Prügel hat zunächst Moses in die Mode gebracht. Christus hat dieselben nicht gerade von der Hand gewiesen, im Gegentheil! aber doch nicht selbst angewandt. Ltatt dessen hat sic der Prophet Mohammed erpreß verordnet. Unter seinen Auspizien ist nicht allein Afrika, sondern auch ein guter Theil von Europa religiös geprügelt worden. Die größte re- l!giöse Rammelei aber ist der dreißigjährige Krieg.

-Die höheren Polizeiprügel sind jedcrmänniglich bekannt. <rie werden im Interesse derRuhe und Ordnung" applizirt. ^ur Execution werden besondere Beamte «»gestellt und auf hundert Mann zwei bis drei Unterthanen in die Reihen der Soldaten eingestellt. Die Polizeiprügelei wird gewöhnlich epi- emlsch, wenigstens für Europa. Sobald irgend eine höhere xolizer das Rammeln anfängt, rammelt gewöhnlich die ganze europäische Polizei drauf loö. So eine allgemeine Holze­

rei ist im Jahre 1817 re. , 1832 rc. rc. vorgekommen und ist dermalen wieder im Ganze.

Die höheren Polizeiprügel kann man auch die inneren, oder die politischen Haus prügel nennen. Es sind diejenigen, mit denen wir uns hier beschäftigen, und an deren Statt die Neu­hessische ihreMacht und Gewalt der Ideen", ihrenmora­lischen Eindruck" zu setzen gedenkt.

Da es gerade unserer Partei um Abschaffung der Prügel zu thun ist, so müssen wir die Geschichte der Polizei­prügel etwas näher studiren. Bis jetzt ist sie in allen Staaten so ziemlich dieselbe.

Gewöhnlich beginnt die Prügelei in der Art, daß eine An­zahl bevorzugter Fäuste, deren Herren sich später Aristokraten, Fürsten oder dergleichen nennen, auf dem Rücken verschiedener Nebenmenschen sich amüsiren. Man nennt dasBefestigung der Stände",Organisation der Gesellschaft". Die Untergeprü­gelten bekommen regelmäßig einen Namen, der sie an die An­sprüche der Bevorzugten " auf daS Fell der Canaille erinnert, z. B. den NamenLeibeigene".

Da die Fäuste und somit die Berechtigung zum Prügeln verschieden sind, so bilden sich unter den Bevorzugten selbst wieder Abtheilungen, waS manweitere Ausbildung der Ge­sellschaft",organischere Abstufung " nennt. Das ganze Holz- system hat man bei unS Feudalsystem genannt. Nach diesem System prügelt der Größere immer auf den Kleineren. kommt auch vor, daß mehrere Kleinere auf einen Großen loshaucn und zu diesem Behufe einewiges Bündniß" schließen.

Hiebe thun bekanntlich weh. Leu.e, die sich aber einmal anS Prügeln gewöhnt haben, und sich für Beibehaltung der organischen Gesellschaft" interessiren, gehen nicht gern davon ab. Nach dem Zeugniß der Geschichte aller Völker und Zeiten haben sich die politischen Knittel " niemals vor der Macht der sittlichen Jcee" gebeugt. Derphysilche Eindruck" hat immer die Oberhand behauptet über den moralischen Ein­druck ".