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Aber durch daS Gedränge deS Volks fuhren sie die Mutter des Landes hastig und eilig, damit kein herzzerreißender Schrei der Noth ihr geheiligtes Ohr verletze, und doch drängte sich ein Greis an ihren Kutschenschlag, mit dem SchmerzenSruf: Gnade, mächtige Monarchin, für O'Brien! Da peitschten die Satelliten auf die königlichen Rosse und Viktoria flog in die Gesellschaft der irischen Krämer, die sie und ihre Familie mit stürmischem Rufe empfing, denn sie trugen irische Stoffe. Irland ist gerettet.

Die Aufregung der englischen Krämer, die Angst um Un­garn und Rußland ist im fortwährenden Steigen; die Char­tisten (die englischen Demokraten) schüren nach Kräften. Schon fürchten einzelne BourgeoiSblätter Lord Palmerston, den man setzt an die Spitze dieser Springfluth gestellt, die plötz­lich in die politische Ebbe Englands hereingcbrvchen, werde vielleicht binnen Jahresfrist nicht mehr im Stande sein, die Bewegung zu beherrschen! Glück auf!

Deutschland Dergute" RcichSverwcser istwie­der auf dem Pferde!" wie er einer baierischen Deputation erklärt hat. DaS soll wohl daS Gegentheil sein von dem Ausdruck:er war auf dem Hund!" Aber wenn auch Herr Johannes von Habsburg auf dem Pferde ist, das HauS Hohenzollern ist dafür auf der Lokomotive. Seine Truppen wälzen sich nach Süden, Regimenter auf Regimenter, und wenn etwa der alte Erzherzog bald die traurige Rolle spielen muß, um preußische Hülfe gegen die Ungarn und gegen Wien anzusuchen, so wird er die Gewährung dieser Bitte theuer erkaufen müssen, und mit ihm sein Alliirter, Baiern. Die erwarteten Brocken bei der allgemeinen Theilung werden klei­ner und kleiner, je mehr in Wien die Aktien fallen; doch wird daö Alles in Liebe und Frieden eingerichtet werden, wenn sich auch die gemeinen Soldaten beider Parteien in Mainz und Frankfurt schimpfen und durchwamsen. DaS Volk ver­steht gar zu wenig Diplomatie. Jeder Tag beweist aufS Neue, daß eS ein wahres unverdientes Glück ist, daß weife Jesuiten und Staatsmänner sich sein annchmen. ES versteht weder Humor noch Spaß! WaS sollte auS dencharmanten" Vettern Liebden von Dänemark ic. werden, wenn man ihm den Zügel schießen ließ. Hätte nicht beinahe der deutsche Michel sogar den Krieg in Schleswig-Holstein für puren Ernst genommen? Wird er nicht ganz ungeberdig, als sich herauöstellt, daß die ganze Sache nur ein kleiner Scherz war, ein kleines Kriegsspiel, ummein herrliches Kriegs­herr" etwas zu beschäftigen, und den Dänen Gelegenheit zur KriegSübung zu geben?

DaS Volk darf sich nie selbst überlassen werden. Daâ be­weist der Empfang deS preußischen 15ten Regiments in Hamburg, wo das Volk so einfältig war, dieser Mannschaft den Eingang verwehren zu wollen, weil eS den dummen Ge­fühlen deS Zorns, der Ehrlichkeit u. dgl. nachgibt, waS ihm die Diplomaten doch noch gänzlich abgewöhnen werden, wenn ihnen nur gelingt, ihn über daS Jahr 1849 hinaus­zubringen.

Preußen. Die erste Kammer schreit:Hoch unser Militär!", die zweite folgt ihrem glorreichen Beispiel. Warum rufen sie nicht:Hocy der Bürgerkrieg! Hoch daâ (Standrecht! Hoch der Belagerungszustand! Hoch die Begnadigung zuPulver und Blei! Hoch daS Elend und der Jammer!"? ES wäre dasselbe, nur aufrichtiger und derber!

Was auS den preußischen Finanzen werden soll, ist uner­klärlich. Schon im vorigen Jahr mußte eine ZwangSanleihe gemacht werden, die verunglückte, und in diesem Jahr erklärt der Vetter Brandenburg:man bedürfe keiner außer­ordentlichen Finanzmaß reg eln! "

Und doch reicht eine Million monatlich hin, um

die Mehrkosten zu bestreiten für die großmüthige Standrechts- Verbreitung über ganz Deutschland, für welche Preußen keinen Heller Entschädigung nimmt. Freilich ist in Frankfurt noch kein Kreuzer EinquartirungSgeld ersetzt worden, und alle die Requisitionen in Baden (bei Rebellen heißt'S Brandschatzun­gen) noch viel weniger, aber sicher ist, daß die Million, welche der Belagerungszustand in Sachsen gekostet hat, von Preußen bezahlt wird. Seit Anfang dieses Jahres berechnet man die Mehrausgabe auf mehr als zwanzig Millionen!

Und dennoch soll zu keinen außerordentlich.'n Mitteln ge­schritten werden, obgleich schon der Voranschlag deS Budgets für 1849 zum Voraus 5 Millionen nur durch außerordentliche Hülfsmittel decken konnte.

Woher nun jene 20 Millionen? Würde diese Frage über die Geldvcrhältnisse der Demokratie gestellt, so wuroe die löbliche Partei der rothen Monarchisten schnell mit der Antwort bereit fein : von Rußland!

Wurst wider Wurst! um mit dem Kassel'schen Henkel zu reven. Zuin Theil mögen wohl in Petersburg die Quel- len für diesen Geldüberfluß zu suchen sein, zum Theil aber auch in den Opfern aus der Privatchatoulle dcâ Königs und der königlichen Prinzen. Diese Quellen aber sind nicht unerschöpflich!

Wenn man einen Begriff von dem Defizit haben will, daS dereinst soweit wird, muß man bedenken, daß daS Heer Preu­ßen im Frieden jährlich über 25 Millionen kostete ; 'dazu noch jene 20 Millionen und waâ noch dazu kommen wird, Summa: jedenfalls 50 Millionen. Die ganze Staatâeinnahme beträgt aber nicht mehr als 65 Millionen, von denen 7 Millionen jährlich allein zur Schuldentilgung verwendet werden müssen. Bleibt für Justiz, Verwaltung u. f. w. acht Millionen.

Eine schöne Zukunft! Glücklicher Zustand der gottbegnadeten Monarchie!

Im VerwaltungSrath deâ Dreikönigs- Bündnisses soll es scharf hergehen. Die Herren von Hannover und Sachsen wol- ien nicht ganz so, wie die Herren von Preußen. Wenn nur Jemand von Kurhessen hineilte, um rasch und entschlos­sen die Unterwerfung fertig zu bringen.

Preußisch - Baden. DaS Blutgericht verurtheilte nun schon den achten Mann. Preußische Soldaten, ungebildete Unter­offiziere und Gemeine müssen auf Kommando die Kämpfer der Freiheit zur Ehre GotteS und deS Säbelâ vom Leben zum Tode bringen. Und welche Männer! Der tapfere Tiedemann starb wie eS dem Helden geziemt; alle sterben den Tod der Braven. Die Infamie der Standrechtsblätter häuft Schmä­hungen selbst auf ihre einsamen, unbeweinten Gräber; unbe­weint öffentlich, im Stillen mit tausend Thränen der Verzweiflung und des Grames gefeit zu Altaren der Freiheit und der Rache. Märtyrer des Vaterlands! In unsern Herzen sollt ihr leben, biâ zum Tage, wo wir euer edles Blut sühnen , leben als ewige Mahner an unsere Schande, an euer erhabenes Beispiel! O, ihr Alle, ihr heiligen Opfer, von Dir an, Robert Blum, unsterblicher Todter, bis zu Deinem gefallenen Hanpte, hochherziger Trützschler, seid die Führer, seid die guten Geister unseres Schicksals, unserer Ermauuung; -7 Eure Schatten mögen und umschweben rastlos und ruheloâ, biS über Euern Gräbern die Sonne der Freiheit emporsteigt, un der Arm der Henker zerbrochen ist.

Halbpreußisch Kurheffen Die Konstitutionellen haben einen großen Sieg erfochten, einen ungeheuern Sieg. Aly Tage uur dauert die Ministerkrisiä. Acht Tage blos herrscht nach der Neu-preußisch-Hessischen die Anarchie, acht Tage nur keine Regierung im Lande. O, diese Konstitutionellen sind groß Seelen. Welche Mäßigung in ihrem Zorne, in ihreni Eifer- Keinen Laut deS UnmuthS, keinen einzigen Krawall. DaS neu (Beilage.)