als Lüders gegen Hermannstadt Vordringen wollte; er mußte nach Kronstadt zurück fli ehen.
Auch im Norden Siebenbürgens hat Grotenhelm der Kosacken bis an die Gränze zurückgetrieben.
Wenn die Türkei Ernst macht mit ihrer Neutralität, muß sie sämmtliche Russen entwaffnen, wenn sie in der Moldan oder in der Wallachei ihre Zuflucht suchen. — Wenn sie diesen Augenblick russischer Ohnmacht benutzt, könnte sie den Koloß vernichten.
Und über allen diesen Heldenthaten als flammende Sonne der Begeisterung, ein Held, ein Mann, der Messias und und der Prophet der Freiheit Europas: Elfen! Elsen! K o s s u t h !
Deutschland und Preußen, oder daS preußische Deutschland ist beinah' bereits dasselbe. Und dennoch will der Reichsverweser mit 10,000 Mann Oesterreichern und Baiern nach Frankfurt zurückkehren und einen neuen Reichstag berufen. Doch die kleinen Tölpel von LiliputstaatSmännern stürzen sich, rettungslos verloren, vom Brodem des blutgefüllten Abgrunds betäubt, hinab in die Tiefen des preußischen Absolutismus, in den Rachen des Untergangs.
Aber freilich, wer weiß, „was sie kochen und brauen!", diese Satelliten, diese Unterknutenmeister Rußlands. Von Warschau aus ist ihr Weg bestimmt und ohne Weigern gehn sie die vorgeschriebenen Bahnen, bis sie, ihren Staub verschlingend, daran — ersticken, oder gestärkt daö Joch der Asiaten brechen und auf eigne Faust fortwürgen, Feinde der Freiheit und Feinde unter sich selbst bis auf den Tod.
Preußens ganze Politik besteht seit Friedrich dem Großen in der Schwächung und Verdrängung Oesterreichs und der Unterwerfung der kleinen Staaten. Mit Sachsen begann der Tanz. Von dem Separatfrieden zu Basel 1795 bis herab zum Sonderfriedenöschluß mit Dänemark geht darauf eine große Kette der Intriguen und des Verraths nach Innen und Außen. Der protestantische Jesuitismus ist eine Erfindung Preußens. Nur elende Ignoranten können behaupten, daß man damit daS preußische Volk schmähe. Ke in Volksstamm Deutschlands hat Politik gemacht bis 1830, und die Preußen erst seit 1840. Der Freiheitskampf gegen Napoleon war ein Sklavendienst im Joche der Fürsten.
Die authentischen Aktenstücke des deutschen Bundes von Kombst *) geben treffliche Aufschlüsse über die alte perfide Politik des preußischen Kabinets.
Darin findet sich in der Denkschrift eines preußischen Diplomaten: Preußen müsse allmählich und unter der Hand seinen unmittelbaren Einfluß in Deutschland herstellen, begründen, erweitern.
„ Dabei aber doch Alles möglichst so vorzubcreücn, dass wenn einst eine Trennung Preußens von Oesterreich erfolgen und demzufolge eine Spaltung Deutschlands stattfinden sollte, der überwiegende Theil der Bundesstaaten sich für Ersteres erkläre.
Das scheine durch nichts mehr befördert zu werden, „ alè wenn man Oesterreich bei jenem Wirken die--- Initiative in seinem Namen und die damit verbundene formelle Geschäftsleitung (j. B. Centralgewalt) bereitwillig überließe und nur hinsichtlich der wesentlichen Punkte eine frühere geheime Einverständigung zwischen Berlin und Wien in Anspruch nehme".
Je mehr Preußen sich passiv verhalte — desto sicherer werde ihm dereinst die Mehrheit der Bundesstaaten zufallen."
Nun, beinahe ist's schon gelungen! Daß Oesterreich uicht leer ausgeht, dafür sorgt Rußland. Und nur Ungarn kann den wüthenden Naubthieren die Beute und das Leben abjagen.
Preußisch Vaden. Rastatt ist nun ebenfalls preußisch. Daß die Besatzung, diese Rebellen, keinen freien Abzug erhielten,, wie es nach einer so tapfern Vertheidigung Kriegsgebrauch
„Authentische Aktenstücke auS den Archiven deè deutschen Bundes , zur Aufklärung über die höchverrüthcrischen Umtriebe der deutschen Fürsten." Straßburg, 1833.
und Sitte ist, versteht sich von selbst. Man ergab sich aus Mangel an Lebensmitteln. Nach Ablieferung der Waffen wurden die Rebellen in die Kasematten gesperrt. Der edle Prinz von Preußen wollte „diese Leute nicht sehen!" —
Die blinden Hessen-Darmstädter haben sich einen lieblichen Streich spielen lassen. Unter Führung eines preußisch-badischen Civilkommissärö fahren sie per Dampfschiff in der Nacht rheinunter nach Büssingen, einem badischen Ort, der von drei Seiten vom Schweizerland eingeschlossen ist, dort stellen sie die niemals gestörte Ordnung wieder her durch Arrestationen und dergl. Aber die Schweizer werden die Sache gewahr, und umstellen das Oertchen, da die Hessen bei der Durchfahrt durch zwei Brücken das Schweizergebiet verletzt haben. Sie sollen die Waffen abliefern, wenn sie durch Schweizerland zurück wollen. Nun sitzen die vorwitzigen Wiederhersteller seit drei Tagen in der Mausefalle.
Die preußisch-badische Negierung hat kein Geld. Die Spießbürger sollen eine unverzinsliche Anleihe von 1 Million zusammenschießen. Recht so! Der Verräther muß büßen! — Sie müssen lernen, waS eine Restauration ist. Bassermann und Soiron sind bereit, diese Lehren zu ertheilen, doch der „energische" Absolutismus wird diese wiederheimgekehrten Schwächlinge von sich stoßen in die Vergessenheit, und daS Volk wird sie niemals hervorholen. Mathy wird schon besser zu brauchen sein.
Schleswig-Holstein will mit festem Muth sein gutes Recht und seine Ehre wahren. Die Statthalterschaft hat eine Circularnote an die deutschen Regierungen erlassen, und sie zu gleicher Ausdauer und Unterstützung ausgefordert. Aber sämmtliche Truppen ziehen ab, selbst die Baiern, deren Negierung sich gegen den Waffenstillstand erklärt hat.
ES gibt einen gewissen Grund, der unS den ganzen schmählichen Krieg mit Dänemark erklären kann, und zugleich die russischen Bemühungen. Bekanntlich ist der präsumtive Thronerbe Dänemarks der ehemalige Schwiegersohn des Czaren, dem die Schleswig - Holsteiner die Nachfolge in ihren Herzogthümern streitig machen. Der Waffenstillstand und die Friedenspräliminarien vernichten dieses Widerstreben der Herzogthümer. Derselbe präsumtive Thronfolger ist aber präsumtiver Thronfolger Kurhessens. Wie wäre es, wenn Preußen gegen Entsagung auf Kurhessen geneigt wäre, für Schleswig sicher uud für Holstein möglicherweise zu sorgen! — Natürlich, die Soldaten begreifen solche feinen Spekulationen nicht und schreien Verrath! und das dänische Heer selbst ist kein Diplomat und verdirbt seiner eigenen Dynastie die Chancen. Doch Friedrich Wilhelm ist großmüthig, selbst im Zorn unterzeichnet er. — Wie aber steht's um den Entsagungspreis, um:
Kurhessen? — ES wird sein Schicksal erfüllen! — Eine Occupation wird doch durch irgend einen Vorfall möglich werden. — Wie lange sollen die verbündeten Hannoveraner warten? — Und sollte eS selbst die Civilliste sein. —• Aber dennoch hoffen wir, daß die sanftmüthigen Kaffelaner auch ruhig sein werden, wenn der Kurfürst nicht auf die Vermin" derung der Hofdotation eingcht. Auch steht zu hoffen, daß die Ständekammer nicht darauf besteht. Wir geben ihr EinS zu bedenken. Preußen ist ebenfalls im Stande, die Hälfte, das Hauövermögen, und noch mehr anzubieten und doch noch einen wesentlichen Vortheil zu machen — und alles Das au» hohen politischen Zwecken, aus Vaterlandsliebe!
Und darum so schnell ins preußische Heerlager? — Soll daS die Rettung werden? — Ohnmächtige! ES geht dennoch Alles feinen festbesiimmten Gang, ob Ihr Euch mit Schmach belastet, oder nicht. Erhaltet Eure Hände rein, Männer vom alten Kattenstamm! — Heute, am 28. Juli, wird sich ^r alte Ruhm oder die neue Schande der kurhessische« Stände- kammer erfüllen.