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beiden Hessen, Nassau rc. die Rolle des LeonidaS übernehmen würden, als ob nicht der PartikulariSmus, die Sorge für den eigenen Haushalt, jede gemeinschaftliche Operation, jede Aufopferung unmöglich machten, als ob Nassau Lust trüge, sich hinschlachten zu lassen, um Baden Luft zu machen, alS ob die deutsche Brüderlichkeit weiter ging, als bis zu gemeinschaftlichen Thränen, Seufzern und Gebeten.
Aber wenn auch — gesetzt auch, die Bewegung hätte trotz diesen Gegengründen sich verallgemeinern können, — die Verallgemeinerung war aus anderen Gründen unmöglich. In Baden existirt kein Proletariat. In Baden war daS Spießbürgerthum allenfalls zu bewegen, selbst auf die Gefahr der Republik hin , einmal eine Zeit lang für die Reichsverfassung zu pointiren. Bei der Verallgemeinerung der Erhebung wären aber die Gegenden hcrciugcrissen, in denen gerade der Absolutismus gesiegt halte, weil sein Gegensatz dem Proletarier zu gute kommt. Wenn sich auch der Badener Spießbürger dupiren ließ, der preußische hätte der Revolution, dem Kampf mit aller Macht sich entgcgcngcstcmmt. Der Kampf für die Reichs- verfassung konnte kein allgemeiner werden, er mußte also verloren gehen. H. Heise.
Die preußische Kamarilla.
Hinter dem trockenen, nüchternen Absolutisten Manteuffel in Berlin steht bereits der fanatische Haufen der christlich-germanischen Mystiker und GolteSgnadenschwärmer. Als Mitglieder dieser protestantisch-jesuitischen Partei, die jeden Augenblick das Heft des preußischen StaateS und damit Deutschlands in Händen haben können, und die schon jetzt hinter den Koulissen treiben und drängen, werden in der Neuen Deutschen Zeitung folgende angegeben:
Gerlach, General, Radowitz, General, v. Canitz, drei Brüder Seicht von Pilsach, Voß, Konsistorialpräs., Gerlach, Oberkonsistorialrath, L c o, Professor, Stoll- berg, Graf, Gerla ch, ObergcrichtSpräsideut, Bismark- Schönhausen, Professor Stahl, Graf Arnim, Kleist von Reetzow, Eichhorn, Thiele, Bodelschwingh.
Diese Partei hat keinen andern Plan, als daß alle Freiheiten, die seit dem Sturze Napoleons in Deutschland allmählich errungen wurden, vernichtet werden müssen. Ihr Hauptregierungssatz ist: „über ein Volk zu herrschen, das sich für berechtigt hält, Forderungen stellen zu können, ist rein unmöglich!" Dieser Glauben muß dem Volk mit Stumpf und Stiel ausgerissen werden. Den Pöbel lasse man laufen, man reiße ihm nur die Hauptwühler und Zeitungsschmierer aus der Mitte. Dann müssen die Schulen von Neuem in die Hände der Pietisten, und das kirchliche Leben des Mystizismus oder BlindglaubenS muß wieder angefacht werden. Die Religion muß von der Politik abziehen; der Himmel und die Hoffnung von dem Verlangen, auf Erden glücklich zu werden. — Vor allen Dingen muß Babylon-Paris und Frankreich gründlich — beruhigt werden! —
Solchen Menschen und solchen Plänen treiben unS die s. g. Nationalen oder Reichstölpel mit dem Fanatismus der Knechtseligkeit Waffen- und wehrlos in die eisernen Arme.
Einheit! Einheit! — Und wenn'S noch zehnmal schlimmer würde ! Ein großes, allgemeines deutsches Zuchthaus hat sür diese Bedienten und winseluden Lakaien etwas so hinreißend Jmponirendes, daß sie auâ ihren kleinen, ziemlich reinlichen ZwangSställen mit beiden Füßen in das große unsaubre Bedlam hineinspringen. Gott sei Dank! An belohnenden Hie- ben wird's ihnen nicht fehlen! —
Der Adreß- Entwurf der Oetker, Henkel und Konsorten.
(Ständesitzung vom 20. Iul i.)
Ueber die bei dem Verlesen des Adreß - Entwurfs vorgekommene Debatte noch einige Bemerkungen. Bayrhoffer hauptsächlich machte dem AdreßauSschuß den Vorwurf, daß er seine Funktionen überschritten, mit ihm Hildebrand und Theobald. Hr. Wolf bestritt nicht die Kompetenz, aber die Gründlichkeit seiner Arbeit.
Nach unserer Ansicht sind dem Ausschuß beide Vorwürfe zugleich zu machen. Hr. Oetker glaubte zwar, daß man in konstitutionellen Staaten die wichtigsten Gegenstände in den Adressen abmache. Nichtig! Allein solche Sachen müssen auf das Genaueste geprüft, müssen bereits zum Glaubenssatz der Kammern und des Volkes geworden sein. Dinge aber, die noch nicht einmal einer Debatte unterworfen waren, die eben auâ dem Boden allgemeiner politischer Verwirrung als böse Geister der Vernichtung emporgeschossen, deren Bedeutung, deren Endziel selbst dem klarsten Blick deö größten Staatsmannes in zweifelhaftes, dräuendes Wettergewölk gehüllt sind, — sulche nicht einmal von den Adreßfabrikanten selbst begriffene Gegenstände können nicht in einer Adresse ihre Erledigung finden. — Eine solche Praxis kennt weder der konstitutionelle Gebrauch in England noch in Deutschland.
Die Eröffnungsrede (fälschlich Thronrede) des Ministers hielt sich in allgemeinen Ausdrücken, obgleich eine Neigung nach Berlin vorleuchtete. In den geheimen Konferenzen mit den Ministern dagegen ergab sich schon die Ansicht von der Nothwendigkeit des Anschlusses an Preußen. Wer aber kannte die Gründe, wer hatte das Für und Wider genau erwogen? Weder die bangen Minister, noch der juri^ stische und unstaatsmännische AdreßauSschuß. Es fehlten ihnen geradezu die Mittel zur Prüfung. Da war es also daâ Einfachste, die Adresse nach Gewohnheit mit allgemeinen Worten zu beantworten, der Regierung die genaue Untersuchung der Sachlage anzuempfehlen, und sich selbst die Entscheidung vor- zubehalten, nicht in einer Adresse, sondern in weislicher, gründlicher Berathung.
Nach den tölpischen Verzweiflungssprüngen des AdreßauS- schusses sollte man meinen, Kurhessen werde geviertheilt, wenn es nicht morgen als Sklave vor Preußens Fußtritten winsele und anbete. Kurhessen wird aus ganz andern Gründen geviertheilt werden.
Alle jene elenden Winkelzüge der Adreßfabrikanten, wie z. B., man erwarte, daß Preußen eS ehrlich meinen werde, man behalte sich die ReichSverfassung vor, sind reine Phrasen — wenn man mit Schuh' und Strümpfen in den verschlingenden Abgrund hineinspringen will. — Sie sind aber kein: Phrasen, wenn man in diesem Abgrund einen Platz finden kann, auf den man ohne Kontusionen, ohne Schädelzerschmettern hinabstürzen kann. — Solche Stellen «her kann weder ein Henkel, noch ein Oetker ausfindig machen, Männer, die bereits so großartige Proben ihres politisch-diplomatischen Ungeschicks gegeben haben, daß man meint, sie müßten sich selbst vor ihrer eigenen Tölpelei entsetzen. — Solche rettende Stellen lassen sich nicht erspähen aus den vier Wänden des Konferenzzimmers im Ständesaal, nicht vom Ministersessel in der König sstraße.
Der Herr Eberhard hat die Verpflichtung, nach Berlin zu reisen, oder den Herrn BZip- Permann hinzuschicken. Ein Pfeiffer wird Nichts bezwecken. Wir sind jetzt auf dem Boden der Diplomatie angekommen, und alle Geschwätze von Ehrlichkeit sind:
unehrliche Lügen.
Entweder Preußen in's Gesicht geschlazen, — und dazu