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ftnf durch welches Roms Jesuiten ihre wiedererrungene Herr» schaft über Deutschland triumphirend zur Schau trugen, Euern tiefen religiösen Sinn verletzten und Eure Bildung und Wis­senschaft verhöhnten.

Jetzt nun trete ich abermals in einer entscheidenden und in einer noch gefahrvolleren Stunde als damals vor Euch, deutsche Männer , und fordere Euch abermals auf zu einer großen, welt­geschichtlichen That, fordere Euch auf zur Rettung Eurer reli­giösen wie politischen Freiheit, zur Rettung Eurer Ehre, Eu­res Vaterle-udes, Eurer Familie, Eures Lebens. Denn Alles dieses ist in Gefahr, in Gefahr, durch einen Verrath, so schwarz, daß die Sonne erbleichen würde davor, wenn eS möglich wäre, einen Verrath, für den die Sprachen noch kei­nen Namen gefunden haben.

Eure Bildung, Eure Wissenschaft und Kunst, sie sollen der Brutalität russischer Horden weichen, Euer Vaterland soll zer­treten, Eure Städte sollen geplündert, Eure Söhne gemordet, Eure Töchter und Frauen entehrt (wie in Wien) und der Name des deutschen Volkes soll von der Erde vertilgt werden! Und nicht mehr geheim wird dieser Verrath getrieben, nein, frech am hellen Tage! Oder habt Ihr die Worte des russischen Despoten nicht yerstauden, und wähnt Ihr Euch immer noch sicher? Er nannte die Völker, welche die Tyrannei ihrer Für­sten gebrochen haben, ernannte Euch Banditen, die er züch­tigen wolle durch seine Soldaten! Ist daS etwa undeutlich? Selbst unsere religiöse Freiheit wagt der Despot zu bedrohen und zu schmähen. „Man hat, sagt er, einen neuen kathol. Glauben erfunden. Diese Neuerer sind die größten Aufwie­geler. Der Glaube ist in Westen völlig geschwunden, nur in Rußland herrscht der wahre Glaube." (Hört es, Katholi­ken und Protestanten Deutschlands!) „Alle diese Unruhen kom­men daher, daß der Glaube fehlt. Meine ganze Macht will ich anwendeu, um diese Fluth des Unglaubens und Aufruhrs aufzuhalten."

Wahrlich, deutsche Männer, Ihr habt keine Wahl alâ die Waffen, denn überall wird Euch daS Basonet auf die Brust ge­setzt und durch die raffinirteste Bosheit daS innerste Leben deS Volkes und das heiligste Wesen des Menschen vergiftet. Ihr müßt Euch erheben, und erheben durch alle Gauen deS Va­terlandes, und Ihr dürft keine Stunde versäumen, denn jede versäumte Stunde bringt das Leben und die Sittlichkeit von Tausenden in Gefahr und ist Verbrechen.

Und auf ein Ziel besonders habt Ihr jetzt Euren Blick zu richten, und die Pläne eines Despoten zu vernichten. Ihr kennt dieses Ziel, Ihr kennt den Hohenzoller Friedrich Wil­helm, z. Z. König von Preußen. Er vor Allen ist der Feind des Vaterlandes, er vor Allen hat unter der Maske der Re» ligiosität den schwarzen Verrath gegen unsere Freiheit ange­zettelt, er besonders hat Lüge auf Lüge, Treubruch auf'Treu­bruch, Mord auf Mord gehäuft. Von dem tückischen und fei­gen Hinschlachten der Polen im April 1848 bis zu den Blut­gerichten in Sachsen im Mai 1849, geht ein großer Blut­strom durch seine Negierung. Er war auch der Erste, der frevelnd das neue Gesetz der Geschichte (das Gesetz GotteS), das im vorigen März unter Donner und Blitz geoffenbart wurde, gegen die Volkssouveränetät erhoben hat, gegen jenes Gesetz der Geschichte, durch welches der Fluch der Knechtschaft endlich von uns genommen und durch welches Alle gleichberechtigte Brüder werden sollen.

Anfangs spann er den Verrath geheim; in den letzten Ta­gen ist er scyamloS und frech genug, um die Vertreter der gesammten Nation als Rebellen und somit die ganze Nation als rebellische Sklavenschaar zu erklären, und er wagte es, uns eine vom Jesuiten Radowitz vergiftete Neichsverfassung aufzuzwingen und selbst nach der Centralgewalt zu greifen. An d,e Stelle des heiligen Gesetzes der Geschichte will er, der blutbefleckte Tyrann, seine despotischen Gelüste setzen. —

Ja, hören Sie es, Friedrich Hohenzollern: Ich wiederhole eS Ihnen: Sie werden von der hochmüthigen Höhe Ihrer Macht herabgeschleudert werden und ein fürchterlich Gericht wird über Sie ergehen, so gewiß Sie gefrevelt an der Mensch­heit und gegen die Gesetze der Geschichte, und weil Sie ge­frevelt ! DaS Maaß Ihrer Schuld ist bald voll und auf der letzten Stufe Ihres Geschicks sind Sie angekommen. Blicken Sie zurück auf Ihre Thaten und Ihre Geschicke und Sie wer­den finden, daß daS Gericht der Geschichte Ihnen streng auf der Ferse folgte. Sie hatten bei ihrem Regierungsantritt 1840 eine Gelegenheit, wie kein anderer Mensch, daS deutsche Volk frei uud groß zu machen, und selbst eine Größe zu er­reichen, wie kaum ein Mensch vor Ihnen. Man hat Ihnen dies gesagt und Deutschlard hoffte auf Sie mit heißer Sehn­sucht und Sie erkannten eS wohl zum Theil, aber Sie brach­ten es nur zu der Phrase: „Zwischen mir und meinem Volke soll kein Blatt Papier sein." Sie wandten indeß den Blick rückwärts statt vorwärts in der Zeit, die Phrase schlug um, und statt, daß Sie sich zu der Höhe eines Präsidenten von Deutschland empor geschwungen hätten, wurden Sie ein klein­licher, wankelmüthiger Despot, der mit freisinnigen Reden flunkerte, während er die Freiheit als ein Verbrechen ver­folgte. So ist zwar zwischen Ihnen und Ihrem Volke kein Blatt Papier, wohl aber Kartätschen und Ströme Bluts. Sie konnten fünf Jahre später, als die religiöse Reform be­gann, Deutschland aus den Krallen römischer Jesuiten befreien und die geistige und sittliche Wiedergeburt deS deutschen Volks befördern helfen; man hat Ihnen dies sattsam kund gethan, und Sie haben es wohl auch gefühlt, aber Sie brachten es nur bis zu der Phrase: „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen." Die Phrase schlug abermals um, weil Sie rückwärts statt vorwärts blickten. Anstatt Antheil zu nehmen an der erlösenden That der Reformation des Jahrhunderts, förderten und beschützten Sie Lüge, Heuchelei, Sittenlosigkeit, förderten den Jesuitismus. Urtheilen Sie selbst, was muß und wird die Geschichte thun? Sie wird und muß Sie verdammen! Im Jahr 1849 traten die Vertreter der gesammten deutschen Na­tion zn Ihnen, um Sie an die Spitze Deutschlands zu rufen. Nochmals also und zum dritten Mal legte die Geschichte eine große Mission in Ihre Hand. Sie konnten ein schwer be­drohtes und schwer bedrängtes Volk in seinem Ringen nach Freiheit und Selbstständigkeit unterstützen, und daS Leben von Hunderttausenden retten, doch sie brachten es auch zum dritten Male nur zu einer Phrase, und sagten: „Deutschland kann auf mich rechnen; wenn eS meiner bedarf, werde ich zu seiner Hülfe bereit sein."

(Schluß folgt.)

D i e Schätzer.

Und wieder sind sie zusammen gekommen

Und haben, was immer zu nehmen, genommen, Abgaben und Lasten zwar höher gemacht, Doch sich auch um Ehr' und Achtung gebracht.

Die Schätzer haben's Verborg'ne erschaut, Geschnüffelt, wo Einer 'nen Gäns'stall gebaut, Der Kaufleut' Waaren taxirt und gemessen, Und erforscht, so Einer Braten gegessen.

Was sind doch die Juden für redliche Leute!

Sie folgen den hohen Tyrannen mit Freude; Wenn diese auch über den Beutel verfügen, Bezahlen gehorsam sie doch mit Vergnügen.

Dafür erfceu'n sie auch herrliche Ehren, Sie drauchen's Gemeindebudget nicht zu hören, Zwei Lustra schon sind es: kein Pred'ger erbau't Die Gemein', von der Kanzel ertönet kein Laut.

Von den Märzerrungenschaften sehr wenig: Herr Pinhas noch immer Minister und König, Das Schätzen — o Zeiten, o Sitten! — noch Mode, Kurz Alles nach alter, bezopfter Methode |