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Gewühl des Tages, frei vom Kampf und von dem Haß ge­meiner Leidenschaften die edle Leidenschaft der Wahrheit und der edle Haß gegen die Lüge und Heuchelei ungestört gepre- digt wird.

Hier ist die Pflanzstätte der freien Entwickelung der Mensch­heit. Die Volksschule namentlich muß noch unendlich viel leisten, wenn sie dieser ihrer geheiligten Aufgabe gewachsen sein will; der Staat hat noch unendliche Mittel herzugeben, ehe nur an einen glücklichen Beginn der Lösung dieser Ver­pflichtung zu denken ist.

Hierbei ist vor allen Dingen die Bildung und Besserstellung der Volksschullehrer selbst ins Auge zu fassen, und die Einrich­tung und der Umfang des Unterrichts in den Volksschulen.

Ohne ächte Bildung keine wahre Freiheit!

Zur Wochenschau.

Paris. Die Nachrichten von den Erfolgen OudinotS vor Rom widersprechen sich geradezu. Die telegraphischen Depe­schen besagen, daß die Römer kapituliren wollten, während die Journale berichten, Oudinot sei aus Rom geworfen, und bei dieser Affaire seien zwei Regimenter gänzlich aufgerieben. Die Entrüstung über das Bombardement von Rom steigt von Tag zu Tag, vergebens leugnet eS der Gesandschaftösekretär, der sich bei Oudinot vor Rom befindet; sämmtliche fremde Konsuln in Rom haben einen Protest eingeschickt gegen diesen Barbarismusder gebildetsten Nation der Erde". Lassen wir die Herzen gähren. Die Erplofion wird folgen.

Hannover. Vier und vierzig Professoren von Göttingen haben bewiesen, daß sie noch immer Nichts mehr und Nichts weniger sind, als elende hannöversche Hofräthe ; sie haben den Gothaern gerathen, zu Kreuz zu kriechen, wozu ihr Beirath ganz unnöthig war. Diese deutschen Gelehrten sind förmlich versessen auf Blamage.

Schleswig-Holstein. Krieg gegen die Dänen s. Baden. Energie gegen Feinde s. Baden. Prinz von Preußen s. Baden. Schlachten und glorreiche Siege s. Baden. Verrath s. Badens.

Der Verein für Volksrechte hat die Gelnhäuser aufgefordert, an die Stelle des die Wahl ablehnenden Prof. Winkelblech den Lehrer Janson von Kassel zu wählen. Es ist auf keinen Fall politisch taktvoll, sich in Wahlagita­tionen hineinzustürzen, ohne im Geringsten vom Terrain, daS man bearbeiten will, sich in Kenntniß zu setzen. Auf solche Weise wird es mit der berühmten praktischen Wirksamkeit die­ses Vereins keinen großen Fortgang haben, und cS wird nur höchstens das den Feinden aller Demokratie so erwünschte Re­sultat dabei herauskommen, daß die oppositionellen Kräfte durch das Sonderbemühen und die planlose Allgeschäftigkeit eines poli­tischen NeulingvereinS zersplittert werden, wenn auch der Umstand, daß der Verein noch wenig bekannt und einflußreich ist, die Gefahr vermindert. Wenn der Verein für Volksrechtc prak­tisch wirken wollte für Gelnhausen, so hätte er sich mit den Hanauer Demokraten verständigen sollen, die, wie er wohl wissen konnte, das dortige Terrain besser kennen und bebauen, wie er; auch der demokratische Vorort in Kassel hätte ihm mit einigen Ausschlüssen dienen können. Wenn man zu keiner Partei gehören will, oder mit schwachen Kräften eine eigene zu begründen sucht, so muß man etwas klüger zu Werke gehen.

Ein noch viel größerer Mißgriff ist von einzelnen Mitglie­dern des Vereins für Volks, echte durch die Empfehlung deS Advokaten Alsberg für den Landwahlbezirk Kassel gemacht worden. Sollte der Verein selbst davon nichts wissen, dann

*) Nach Privatbriefen sollen die Dänen eine Schlacht gewonnen, viele Gefangene (namentlich kurh. Artillerie) gemacht, und dies. g" Reichs- truppen darauf gegen die müßig zuschauenden Preußen mit gefälltem Ba- lonel emgegangen sein.

beweist das nur den lockern, prinziplosen Zusammenhang seiner Mitglieder.

Die Namen von zwei oder drei Mitgliedern deö Vereins für Volksrechte paradiren zugleich mit den Namen anerkannter Reaktionäre, wie Bernhardi und Philippi, und mit Mitglie­dern des Bürgervereins zusammen unter dem Plakate, das einen ganz unentschiedenen, energielosen, saft- und kraftlosen Advo­katen anpreist, weil er etwas Gesetze kennt und ein treuer Anwalt ist; warum vergessen sie anzuführen, daß er ebenfalls ein guter Gatte und Familienvater ist? würde am Ende bessern Effekt gemacht haben bei den Bauern, als die treue Anwaltschaft des besagtenwürdigen und erfolg­reichen" Kandidaten.

Eine solche Handlungsweise von einzelnen Mitgliedern eines Vereins, der ein demokratischer sein will, ist doch min­destens politische Pfuscherei, wenn nicht Schlimmeres. Warum sind die betreffenden Herren nicht im Bürgerverein geblieben, dann hätte man keine Ansprüche auf politische Entschiedenheit an sie gemacht.

Hurrah! Gutta! Percha! Sybel ist durchgefallen! Lederer befindet sich unwohl!

Marburg. KnieS, Untersybilant.

Mitbürger! les't, o leset!

Leset die Unterschriften unter einem Plakat an die Landbe­wohner deS Landwahlbezirks Kassel. In welchem Herenge­bräue die zusammengerührt sind, ist völlig unbegreiflich. Neben den Fabrikanten Bauermeister, Beck und Hartwig, den Kaufleuten Credë, Möller und Müller, die allenfalls dem Landvolk bekannt sein mögen, der gänzlich unbekannte Hof- Goldarbeiter Proll, der niemals dagewesene Secretar Koch und Landgerichtöpraktikant Hirsch, sowie mehrere politisch todte Landgerichtsassessoren v. Gudensberg und Keysser, daneben ein Oberbaurath Fick, nach dem weder ein Huhn noch ein Hahn kräht, außerdem Dr. PinhaS, Pfarrer Mayen- feld, vr. Philippi, Schmiedemeister Korngiebel, Gast­halter Klein, Landgerichtsaktnr Häuser und Bibliothekar Bernhardi, sämmtlich politische Nullen. Endlich der Henkel von Gotha mit den Siebenmeilen-Wasserstiefeln und der Pfarrer SaIlman n, die einzigen Namen von Bedeutung.

All' diese persönlichen Ingredienzien, wohl zusammengerührt im Zauberkessel der politischen Indifferenz

Und abgekühlt mit PavianSblut,

Wovon der Zauber stark und gut, das soll der Deputirte Alsberg geben! O sancta simplicitas!

Geister blaß und grau, Geister grün und blau, Rührt, rührt, rührt, Rührt auS aller Kraft!

Ein indiscreter Konstitutioneller.

Heinrich Hönig von Fulda, der bekannte Umerreichskanonier der vo­rigen Ständeversammlung , der ästhetische Pöbclfcesscr und görhianische Für- stenfreund, schimpft in einem Aufsatz im Unterhaltungsblatt der Neuhessi- schen auf die Demokraten, die nicht die Freiheit regeln, sondern sich in ihr r e t e l n (in Wortwitzen besteht nämlich sein Witzi, weil sie nicht mit der feinen deklamatorischen Fischnatur des Hrn. König begabt sind. In demselben Artikel aber begeht der liberale Konstitutionelle die unverschämtesten Indis­kretionen über eine Frau, eine Prinzessin von Hessen, von der er des Weiten und Breiten klatscht, daß es möglich gewesen, daß es scheine, daß sie selbst merken lassen, daß es anzunehmen und zu errathen wie besagte Prinzessin dem König Jerome, oder der König derselbigen nicht ganz gleichgültig gewesen. Der Artikel beißt:die Hieronymitin ", und birgt unter bekannter geleckter König'scher Form die größte Plumpheit, die man einer Dame gegenüber begehen kann. Wollte Hr. König beweisen, daß die Demokraten sich rekeln, daß es aber ein Konstitutioneller noch besser versteht? Das letztere ist ihm gelungen.

Bon dem leitenden Ausschuß der Bürgermeister des Kreises Kassel, worunter Knobel selbst, ist der Bürgermeister Loth von Rothcndittmold