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N^- Großer Ausverkauf

einer

bedeutenden Partie Manufaktur«Waaren, während folgender Lage: Montag, den 2. Dienstag, den 3., Mittwoch, den 4., Donnerstag, den 5., und Freitag, den 6. Juni, bei J. Schönfeld s Witwe, untere Schloßstraße (Graben) Nr. 770.

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HÄ Ausverkaufs-Artikel : Barrège, das Kleid L 1| Thlr.; Halbscidenzcuch, die Elle a 3 Sgr.; W HU 4 breites schwarzes Seiden zeuch, die Elle a 25 bis 28 Sgr.; Nankin, das Stück von 11 Ellen a 15 Sgr.; ächter Seidensammet, die Elle a 19 Sgr.; Teil du nord, das Kleid 2 Thlr.; deègl. in Baumwolle 1 Thlr.; d Orleans aller Art, das Kleid 2] Thlr.; Schweizer-Kattune, a 2| bis 3 Sor.; gewürkte Tücher, d â das Stück a 4 Thlr.; | breite schwere Hemdenleinen, 73 Ellen für 8 Thlr.; Handtücher-Lci- W nen, 3G Ellen für 4 Thlr.; CassinetS zu Sommcrröcken, die Elle a 9 Sgr.; Sommerhosenzeuche, das W Beinkleid 15 bis 20 Sgr., u. s. w. u. s. w.

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(450) Man hat sich vielfach über die Grobheit preußischer Postbedienten beklagt. Daß auch die Friedrich-Wilhelms-Nord- bahn Leute dieses Charakters unter ihren Beamten zählt, habe ich früher nicht gewußt, zu meinem Erstaunen und Bedauern aber am vergangenen Sonntage, den 24. b. MtS., erfahren müssen.

Ich hatte mit dem Bahnzuge von Haueda auS meine Kin­der, die in Hofgeismar zur Schule gehen, besucht, mit ihnen die Badeanstalt besichtigt, und wollte über den Bahnhof durch die dortigen Gebäude in die Stadt zurückkehren. Kommt da irgend ein Mensch, ohne Abzeichen, aber beschmutzt von Kopf bis zu Füßen, auf unö hcrangcstolpert, glotzt und fährt uns mit- barschen Mienen und Worten an und verlangt die Vorzeigung der Fahrkarten. Ich kam, nachdem ich bedeutet worden, daß unter der unscheinbaren Hülle sich die edle Per­son eines Portiers und GewichtaufsetzerS verberge, seiner For­derung nach. Mir ward der Durchgang darauf gestattet, meine Kinder aber sollten Zurückbleiben. Ich wußte von der Be­stimmung nichts, daß, wer keine Karte besitzt, einen Silber­groschen entrichten muß, zahlte, da ich'S erfuhr, auch daS, und, weil mir'6 dem Manne doch nur um die Groschen zu thun schien, nicht bloS für meine, sondern für mehrere herum- stehende Kinder; worauf ich, für die ungezogene Art seines Auftretens dem verblüfften Portier einen Verweis ertheilend, mich entfernen wollte, alö demselben in der Gestalt eines beu­telmützegeschmückten, anständiger zwar gekleideten, aber eben so wenig uniformirten, dagegen offenbar schwer angetrunkenen Unbekannten SuccurS erschien. „WaS wollen Sie?" fuhr dieser mich an. — „ Raisonniren Sie nicht! Ich werfe Sie hinaus! ich lasse Sie arretiren!" — DaS war zu viel, selbst für ein unterthänigeS deutsches Herz, besonders, da die Dro­hung durch keinen bunten Rock unterstützt war! Ich werde wild, ich frage ihn, wer ihm daS Recht gibt, mich polizeilich maßregeln zu wollen; ich höre, daß er der Bahnhofs-Inspektor Ernst ist, bekannt schon durch sein ungebührliches Benehmen gegen Reisende, und verlange von ihm, bevor ich seine Be­fehle respektiren könne, Uniform anzulegen, was er dann end­lich , wohl gezwungen durch die mißbilligenden Aeußerungen der zahlreich Umherstehenden, auch thut.

Natürlich ist sofort eine Erklärung über diesen Vorfall, von mir und meinen Begleitern, achtbaren Männern, unter­zeichnet, in's Beschwerdebuch eingetragen; ich kann aber nicht

umhin, ihn auch der Oeffentlichkeit mit dem Wunsche zu über­geben , daß für die Zukunft Herr Ernst sammt seinen Unter­gebenen sich eines minder brutalen Benehmens gegen Fremde befleißigen möge.

Bahnhof Warburg, 27. Juni 1849.

Fr. Müller, Bauunternehmer.

Fortschritt der öffentlichen Rechtspflege!

ES ist eines Jeden Pflicht, seinen Nebenmenschen in Ge­fahren beizustehen, besonders aber eine Frauensperson gegen thätliche Angriffe eines Dritten zu schützen.

Der F......ch kommt mit der Frau L,....r in einen Wortwechsel, so daß Ersterer eine sehr drohende Stellung zur Ausführung einer thätlichen Mißhandlung gegen die Frau 8.... .r einnimmt. Vahl, dieses wahrnehmend, wehrt mit kräftigem Arm den Andringenden zurück, wodurch derselbe aus­gleitend sich am Kopf beschädigt. Lahl wird als Auskunfts­person vernommen, und später für den erwiesenen Schutz zum Angeklagten gestempelt, ihm ohne weiteres eine Mißhandlung gegen F......ch zur Last gelegt, und er von der untern öffent­lichen Behörde in 1^ Thlr. Strafe genommen.

Dieß ist der Lohn für christlichen Beistand.

(400) Vahl.

(400) Frage. Ist denn nun wohl daS Personal der Hofdo­mänen- Kammer alle untergestopft, damit daS liebe Wipper­männchen endlich seinen großen Staatszweck erreicht hat?

Antwort. Nein, es ist noch ein Pedell unterzustopfen.

Nun, alsdann wird ja wohl die arme Seele Ruhe haben.

Marburg. k

(450) Der Licentiat der Theologie, Hassenkam p, sucht eine außerordentliche Professur. Er fordert daher die civili- sirten Bewohner der beiden Halbkugeln auf, einmüthig gegeu die Berufung eines gewissen Zeller nach Marburg zu stimmen.

(400) Die Mitglieder der Sektion „Franklin" werden auf Mittwoch, den 4. Juli, Abends um 7^ Uhr, zu einer Generalversammlung eingeladen. Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand.

Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise «. Dr. Kellner. — Druck der E stienne'schen Buchdrucker«.