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Dies ist die nackte Wahrheit. An meiner mir noch theu­ren Braut hat der Versucher dies Meisteistück ausgeübt, darum kann ich nicht umhin, eS der Oeffentlichkeit zu übergeben, um meinem gepreßten Herzen einigermaßen Luft zu machen.

Die Teufel haben den Triumph davon, die Herzen der Menschen die Schmerzen. C.

Die Wahlen der Stadt Kassel-

DaS Resultat dieser Wahlen ist durchaus nicht überraschend und bei diesem antidemokratischen Wahlgesetz ganz natürlich. — Die Zahl der Stimmberechtigten betrug im Ganzen ohn- gefähr 4500; diese Stimmenden repräsentiren eine Seelenzahl von 22,500, also von | der Stadt Kassel. Kassel hat nach der Zählung von 1843 32,516 Einwohner ohne das Militär, es sind also 10,000 Seelen ohne alle und jede Vertretung bei den Wahlen durch ihre Familienhäupter rc. geblieben; diese Seelenzahl würde noch circa 2000 Wähler gestellt haben, wenn kein Census stattfände. Man rechnet allein an 600 Fabrikarbeiter rc., welche durch den Erlaß der Steuern des vorigen Jahres, durch eine frühere Wohlthat, nun ihres Wahl­rechts verlustig sind. — Daß diese nicht zur Wahl gekomme­nen Klassen durchaus demokratisch sind, ist bekannt.

Es kommt dazu, daß unter den 4500 Stimmberechtigten allein über 300 Hofdiener und mindestens 700 stimmberechtigte StaatSdiener sind, die Staatspensionäre und die in Hofbezie­hungen Stehenden gar nicht gerechnet.

Diese 1000 Stimmen gehören also von vornherein der konservativen Partei, oder gehen wenigstens der demokratischen verloren, da gewöhnlich diejenigen Wenigen, welche in diesen Klassen demokratisch gesonnen sind, sich der Abstimmung auS Angst und Hasenherzigkeit enthalten, oder sogar gegen ihre Ueberzeugung stimmen.

Es haben nun bei der Wahl des ersten Deputirten wirk­lich gewählt nur 3300 Wähler, also 12(iO Stimmberechtigte von ihrem Rechte keinen Gebrauch gemacht. Von diesen Wäh­lern erhielt der konservative Kandidat Schwarzenberg 1860 Stimmen, der demokratische Janson 1300. Von diesen 1300 Stimmen gehören nur äußerst wenig zu jener oben angeführten 1000- Stimmen - Partei der Staatsdiener und Hofleute; sie finden sich natürlich unter den 1860 Stimmen. Was folgt daraus? — daß nur durch die Hof- und die Staatsdiener der Auöschlag gegen die Demokraten in Kassel gegeben werden kann, und daß, wenn jene 2000 proletarische Stimmen wahlfähig würden, die Majorität auf Seiten des demokratischen Volkes wäre. Darum, ihr Höchstbesteuerten und kleindeutschen Staatsmänner, gebt ja kein demokratisches Wahl­gesetz!

Wenn nun gar die Bürger unter dem 30sten Jahr zuge­lassen würden, die Jünger der Freiheit vom 22sten Jahr an, was sollte aus der alten Herrschaft der Büreaukratie und der Livree werden?

Noch auffallender ist dieser Zahlennachweis bei der Wahl des zweiten Deputirten, Hahndorf. — Bei dieser Wahl wählten nur 2801 Wahlberechtigte, 1700 übten ihr Recht nicht aus. Von ihnen wählten 1369 Stimmen den konserva­tiven Kandidaten Hahndorf, 1100 den demokratischen Muhm. Das ganze ausgeschlossene Drittel der Bevölkerung würde ebenfalls nur diesen demokratischen Kandidaten gewählt haben, und 3000 Stimmen hätten die Waagschale des Literaten Hahn- dorf hoch in die Luft geschnellt, selbst wenn man die Wahl- fähigkeit vom 30sten Jahre an beließ, und nur den Census und die durch Verheirathung allein gegebene Wahlqualifikation strich.

Wir werden später die Mehrzahl der Stimmen, welche die Deputirten erhalten, zusammenstellen. Es wird sich auSweisen,

daß alle Wahlen Minoritätswahlen sind, selbst im Verhält­niß der Summe der Stimmberechtigten, daß sie aber vom Standpunkt der Demokratie aus gänzlich zu verwerfen sind. Es wird sich zeigen, daß mindestens die HälftedeS Volkes nicht wahlberechtigt ist. —

Die Versammlung in Gotha.

Merkwürdiges Verhängniß! Alle Parteien der alten Na­tionalversammlung weichen von Frankfurt. Die Partei der Freiheit nach Süden in die Nähe der Erhebung und deS Freiheitskampfes, in die Nähe der republikanischen Staaten Europas, die reaktionäre nach Norden, in die Nähe deck oktroyierenden Throns im Norden. Die Versammlung in Stuttgart wurde zu Schanden, weil sie nicht revolutionär genug war, die Versammlung in Gotha wird es werden, weil sie nicht reaktionär genug ist. Volk von Deutschland, Deine Revolution soll noch kommen; sie wird kommen, wenn Deine Männer Männer werden des Sieges oder des muthigen Todes. Nicht früher! So lange trag Deine Ketten! — Deine Professoren, Deine Dahlmänner und Deine Gagern, diese „adeligen und hohen Gestalten" mit den hohlen Knochen und mit den dicken Köpfen, diese Gespenster, diese Heuler auS „der alten, der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit", müssen zuerst im Grabe liegen.

Jetzt spuken sie wieder in Gotha. Volk rüste Dich auf neue unsinnige Verwirrung.

Soldaten-Abenteuer.

Xuf dem Marsche der Soldaten von Kassel nach Marburg schlug ein Offizier seine Klinge auf dem Rucken eines Soldaten entzwei, der etwaâ zurückgeblieben war, um seinen Durst zu stillen. Bor dem Abmarsche stieß ein Offizier mehrere Civilisten, die einem Freund Lebewohl sagen wollten, aus der Kaserne.

Bei der Garde erhielten die Leute wegen Ausbleibens über Nacht acht Tage Mittelarrest, während bei der Artillerie rc. dieses gräßliche Verbrechen nur mit 24 Stunden Stubenarrest rc. bestraft wird. Sind das die ge­priesenen Vorzüge der kurfürstlichen Leibgarde? —

Ein Gardist, der nicht laut Hierrr ruft, wird vom Feldwebel mit den Worten begrüßt: Ich will euch die Zähne schon aufbrechen, ihr Schweinehunde, und um das zu Stande zu bringen, muß der Gardist des Nachmittags einen gepackten Tornister tragen. — Sind die Zähne nun aufgebrochen?

Borken. — Der Bürgermeister Homburg, der alle Demokraten für schlimmer als Vagabunden und Diebe erklärt, hatte den bekannten Manteufelschen Erlaß des SpionirkUnstlerè Kremer aus Homberg neben ein Plakat des hiesigen Volkèvereinè angeheftet, als eifriger Diener und Unterspion des „ohnmächtigen" Oberstuhlrichters zu Homberg.

jEin Lappländer zu Vernawahlshausen.

Ziert es wohl einen Geistlichen, wenn er in seinem politischen Fana­tismus so weit geht, den Namen eines geachteten Mannes darum zu ver­unstalten, weiter nicht seinen kranken Ideen huldigt? Nachdem der Pfarrer Lappe zu Vernawahlshausen lange Zeit „Herr von Knobel" zu sagen beliebt hat, spricht er jetzt „Knoblauch". Herrn Knobel wird dies wenig oder gar nicht alteriren, wir aber erlauben uns die Frage: wie würde es dem Herrn Lappe gefallen, wenn irgend Jemand seinen werthen Namen mit einem beliebigen Vehikulum, — etwa: länder — beehrte, so daß das Ganze Lappländer hieß?

Als der Czar vom Senat das Gutachten über den beabsichtl'gtcn Krieg forderte, erklärte sich dieser dagegen. Und als der Despot darauf erklärte, er werde auch gegen die Ansicht deö Senats den Krieg beginnen, erhob sich der greise Präsident desselben und sprach: Karl XII. von Schweden und Napoleon haben gegen den Willen ihrer Räthe Krieg geführt, und sind unter­gegangen. Auch der Czar von Rußland wird daS Vaterland in Gefahr stürzen.