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Soll man sich mehr über die tiefe Gemeinheit wundern, oder über die tölpelhafte Plumpheit, die diesem Benehmen zu Grund liegt?
Objektiv betrachtet, ist dieses Verfahren so kindisch, daß nur unreife politi che Charaktere darauf kommen können. — Straßenstreiche der Jugend müssen den Grund abgeben, dem Lehrerstand das Recht der Mitwirkung im StaatSleben abzusprechen. Die politischen Kampfe und Angriffe minderten die Achtung vor dem Lehrer bei Kindern und Eltern, ist der sublime Grundgedanke der Verleumdungen.
Gemeine Angriffe können niemals die Achtung vor Ehrenmännern vermindern, die Verachtung trifft den Verleumder; sie mögen eö sich zuschreiben, wenn das fressende Gift des Partei Hasses schon den Gemüthern der Jugend eingeflößt wird. DaS Erhabene deS Parteihasses soll ihnen selbst von Lehrern eingeprägt werden. Haß oder Liebe soll ihnen gelehrt werden. Liebe zur lautern Wahrheit, Haß, tödtlichen Haß gegen die Lüge, gegen die Gemeinheit verdorbener Sklavenherzen und feiler, egoistischer Heuchelseelen.
Diese großen Zeitungsschreiber und Politiker wollen sogar 5 Minister noch unter 48 Ständemitglieder bringen, damit nebst den Angestellten von vornherein gleich eine Regierungs- Majorität vorhanden ist, weil es so Mode in England ist; — konstitutionelle Kaut abakpraris! — Und ein ganzer Stand soll von der Repräsentation des Volkes ausgeschlossen sein? Ist daS etwa auch Mode in England?
Und blos, weil zwei oder drei Buben auf der Gasse geschrien haben oder gesungen? — Nein, weil die beiden Männer, auf die eS eigentlich gemünzt ist, — nicht beim Bürger- verei« sind — sondern mit den Rothen liebäugeln, waS noch zu beweisen.
Wozu sind die Worte da? — „Um die Gedanken zu verbergen!" konnte Talleyrand sagen, und er war sich der Feinheit und Gewandheit bewußt, um diesen Satz der Lüge mei- sterhaft durchzuführen. Aber eine Neuhessische sollte doch fühlen, daß sie plumpe Bauernschuhe trägt und keine Tanzschuhe. ES klappert.
Die Nationalversammlung in Stuttgart.
Was wir vorauügesehn, ist erfüllt. Mit den Waffen hat das Ministerium Römer die Versammlung angegriffen, und das würtembergische Volk, die Schwaben, sind ruhig. Und wenn sie unruhig werden sollten, — waS übrigens nicht so nahe bevorsteht — so wird der Hohenasperg der letzte Sitz des „Rumpfparlaments" sein. Und waS sang Schiller:
Doch ihr da draußen in der Welt,
Die Nasen angespannt!
Gar manchen Mann, gar manchen Held Gebar daö Schwabenland.
Lyrische Uebertreibung. Den Dichtern muß man viel zu gut halten. —
Der edelste Geist Würtembergs, der greise Uhl an d selbst, ist von seinen Schwaben beinah' gemordet. Der berühmte Dichter möge der Verse gedenken, mit denen er den alten Geist der fürstlichen Despotie aus seinem Grabe heraufbeschworen:
Brich denn aus deinem Sarge, steig aus dem düstern Chor Mit deinem Heldensohne, du Rauschebart, hervor!
Du schlugst dich unverwüstlich noch greise Jahr' entlang, Brich auch durch unsre Zeiten mit hellem Schwerterklang!
In der Person seines Urenkels Wilhelm, des General Miller und der betreffenden Mannschaft ist er so eben mit hellem Schwerterklang endlich hereingebrochen. Sängeröworte sind Prvphetenworte!
Kassel, am 24 Juni. — Heute Morgen zog eine mo- bile Kolonne inS Land; ein Bataillon vom ersten Regiment, eine Compagnie Jäger, eine Schwadron Husaren und zwei Geschütze; circa 1500 Mann. Auf dem Friedrichsplatze inspi- zirte Se. königl. Hoheit nach Dero allergnädigster altherkömmlicher Gewohnheit Dero Truppen, fanden den Parademarsch gelungen und also die Mannschaft kriegsfähig, und entließen dieselben unter einem schwachen Hurrah, d. h. von Seiten der Truppen. — Die Mobile zieht zuerst nach Marburg, und er- wartet dorten weitere Marschordre; — wahrscheinlich richtet diese sich danach, wo die nächste Volksversammlung gehalten werden soll; jedenfalls geht's auf Umwegen gegen Baden.
Gegeu Baden! DaS Ministerium Eberhardt hoch!
Gegen Baden kämpft bereits daS Hanauer Regiment! —
V erspr ochene, treu gehaltene Durchführung der Rei chSv erfassung. Hoch! abermals Hoch!
Einer, der nicht mit jedem Schwächling steht und fällt
Die zwei Millionen Wippermännerchen sind bereits vergriffen. In der Staatskasse ist weder Baar noch Papier. Einfache Auszahlungen von etlichen hundert Thalern werden von Tag zu Tag verschoben. BanquierS reisen in der Welt umher nach baarem Gelde und Vorschüssen! Hilf! Wippermann! hilf!
Regierungsvorlage an die neue Ständekammer: 10 Millionen Papierthaler!! !! Sofort!!!!
Beschluß der Kammer: Da!!!! .
Dekan ntmachungen.
(355) C5~ An der Fuldabrücke Nr. 430, 2 Treppen hoch, Stube und Kabinet für eine oder zwei Personen, mit oder ohne Möbeln, auf Johannis.
(400) Die in der Hornisse vom 9. d M. enthaltene Annonce, betreffend die Aufforderung zur Zahlung eines Restbetrags für eine in 1847 erkaufte Uhr, bat ihre Veranlassung in einer erbärmlichen Rachelust eines in Marburg stationirt gewesenen, jetzt zu Ziegenhain sich befindenden Menschen, wegen ihm, wegen eines Schuldbetrags, nicht verabfolgter Sachen. Demselben wird dies auch von keinem Derjenigen, welche Gelegenheit batten, ihn näher kennen zu lernen, übel genommen, da einem jeden der Letzteren der schmutzige Charakter gedachten Subjekts hinlänglich bekannt ist. X.
\iR* jH-âMM i^ Ai*.*^ ^*<*=1** i*j^<* *s^.i^iif.
(400) Nächsten Montag, Dienstag und Mitt- è E woch werden bei mir verkauft: 10 Stück Tuche, in § 5 russich - grün , braun und schwarz. â Elle ]i Thir. § 2 (für vorzügliche Qualität wird garantirt); Sommer- C D und Winter -Buckskings, a Elle 15 Sgr.; halbseidene £ A Taschentücher, a Stück 15 Sgr.; einige Hundert sei- T 2 dene Schürzen, a 25 Sgr.; seidene Damen- und $ Herren-Tücher; gelbe Nanquin, â Stück von 11 $ 5 Ellen 174 Sgr. C $ Isidor Katz, §
obere Johannisstraße (Marktgasse) Nr. 777.
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(400) Ein auswärtiger junger Mensch von guten Eltern, 14 bis 15 Jahre alt, findet in Kassel bei einem Gastwirthe sogleich Beschäftigung. Wo? sagt I. Brückmann, Marti- straße (oberste Gasse) Nr. 70.
(400) Zum Au - und Verkauf vnn Staatspapieren und Anleihe - Loosen aller Art empfiehlt fich
H. M. D e l l c v i e,
Hedwigstraße Nr. 995, der Realschule gegenüber.
(Beilage.)