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mitzutheilen, würde Leim Auskommen derselben mich in Fesseln bringen, und zwar meine gerechte, von allen Ehrlichen gut geheißene Meinung, nie gegen die Reichöverfassung zu kämpfen, der Worte eingedenk, daß ich auS dem Volke entsprossen, und auch dahin zurückkehre. Doch was hilft mir mein Gefühl, denn kühlen und denken soll nach der Aeußerung eines Buntspechts kein Soldat, er hat nur den Befehlen seiner Vorgesetzten zu folgen, ob die Befehle gut oder nachtheilig auSfallen, soll keinen Soldat kümmern. Lieber bunter Vogel, und wenn du noch bunter wärest, so kannst du mich wohl kommandiren, aber zwingen, nicht zu denken, kannst du mich niemals. — Mir wurde ein Schoppen Bier re. Wenn einer aus dem Volk durch Traktament eines Schoppens Bier mir seine politische Meinung aufzwingen wollte, Len würde ich mit Verachtung ansehen; denn habe ich armes, geplag­tes Thier keine 8 Heller, so unterlasse ich es, Bier zu trin- ken. Mich kränkte die Bevorzugung unseres Bataillons gegen­über den anderen Kriegskameraden, die dieselben Ansprüche auf gleichen Rang haben sollten, denn uns ziert eine Schleife mehr, und glücklich dachte unS der Herr durch Bier gemacht zu haben. Lieber Herr, alle diese Bevorzugungen in dei­nen Augen, durch Traktament von Bier, durch Schleifen und dergl., durch die Sucht des Nachahmens des Berliner Garde- Traktaments und eines ähnlichen in Stuttgart entstanden, bringen dich nie zum rechtlichen Sieg; nur der Geist deâ Militärs kann es fein, der zum Sieg oder Tod führt, ohne diese« heißt es, deine Garde ergibt sich, aber stirbt nicht. Blicke hin nach Ungarn, schlage die Blätter der Geschichte nach, sie wird dich ernst mahnen, gerecht zu sein, wenn der Sieg dein sein soll.

Kassel, im Juni 1849. Ein kurhessischer Soldat.

Kleine Garnisons-Geschichten.

Herr Feldwebel M......e von der Lei garde! — Glauben Sie denn, der Belagerungszustand wäre schon da, daß Sie so ganz ungenirl einem Soldaten Ohrfeigen appliziren, wie Sie am 14. d. M., Morgens, auf dem Kasernenplatze gethan , wenn derselbe das Pistonleder nicht gleich zur rechten Zeit auf hat, und daß Sie dem Manne mit weiteren Ohrfeigen drohen, wenn er im ersten Schmerze unwillkürlich nach dem Gesichte greift. Sind das etwa Fortsetzungen gewisser Kadegeichichren, welche gerüchts­weise Uber Sie umlaufen? Stehen Sie Rede, sind diese letzteren Gerüchte wahr? Wir wollen sie vorläufig noch nicht detailliren, aber rechtfertigen Sie sich! — Sie steinen überhaupt schon längere Zeit gute Anlage zu einem Wrangel en miniature gehabt zu haben, da Sie schon vor einem Jahre honette Gardisten „dümmer haben machen wollen, wie den dümmsten Kauernjungen!" um mit Ihren eigenen Worten zu reden. — Hoffentlich werden Sie doch in Folge solcher Verdienste um „König und Vaterland " nächstens Second-Lieutenant, nicht wahr? —

Ilnterihänigstc Anfrage an den großen Herrn Lieutenant K. von der Vnrdc.

In welchem Strafkodex ist denn das ungeheure Berbrechen: „zwei Häkchen am Kragen auf dec Wache offen gehabt zu haben", mit der Strafe bedrodt, wochenlang mit dem Tornister bepackt ererziren zu müssen? — Ein gewisser Gardist leidet diese Strafe bis dato!

Dito Anfrage an Herrn Hauptmann von K......h von der Garde.

In welchem Strafkodex ist denn das noch fürchterlichere Verbrechen : „das einen Korporal, der mit dem Ererziren nichts zu thun hat und während desselben sich auf dem Ketle ruht", mit drei Tagen Aufent­halt im Kühlen bedroht? — Ein gewisser Korporal hat wirklich deshalb 3 Tage „gebrummt" !

Mehrere Soldaten.

Am Sonntag, den 10, d. M., wurde ein Jäger mit Arrest und einer mit Strafordonnanzdienst vom Hauptmann G. bestraf!, und zwar deshalb, weil Beide Tags zuvor bei der Volksversammlung zugegen gewesen waren.

Der Bürgermeister E. zu Gottsbüren heult

(NB. E. heißt Euler.)

Es ist noch gar nicht lange her, als der Bürgermeister E. sich von freien Stücken also vernehmen ließ: „Ich muß gestehen, daß ich mich in den Demokraten sehr geirrt habe; ich habe immer geglaubt, bie gingen zu weit; ich sehe aoer jetzt ein, daß d ie Leute ganz recht haben; denn — — s^ kann es nicht länger gehn!" Es war aber um dicselbige Zeit, daß die Liaatsregiecung mit einem neuen Jagdgesetz:Entwurf ein großes Umschießen veranlaßte. Darob entsagte sich der Bürgermeister E. und er : rettete sichtbarlich. —

Ueber ein Kleines aber geschah es, daß die gehoffte Landstandschaft de è Bürgermeisters E. zum Teufel ging. Dazumal hatten die Demokraten aus gar faulern Brieflein ersehen, daß sich der Bürgermeister E. durch seinen Bicebürgermeister Schmitt und den Gemeinderath Asshauer zu Gotts­büren „mit zu - Stimmung des Herrn Knopel" zum Akgeo.dnetcn Vor­schlägen ließ; die Bürgermeister zu Gieselwerder, Adelsheim ec. wurden er­sucht , „dieses ordnungsmäßig zu besorgen". Diese Bürgermeister aber hatten dazu keine Zeit, — d'rum hab.m's die Demokraten „ordnungs­mäßig besorgt"; — 's hat auch geholfen Und nun — wischt sich der Bürgermeister Heuler seinen beredten Mund an die Reuhessische und klagt über die maßlosen Bestrebungen einer ff ff ff Pwtei, vor welcher er selbst seinen Freund Knobel warnen mochte. Run seht mit einmal den Mann an, Leute! — er will nie, nie, nie wieder roth werden! —

Ernennungen.

Die Genehmigung zur Verleihung der erledigten Stelle des stritten Dompräbentanten zu Fulda an den bisherigen Stadlkaplan Carl Kalb ist ertheilt.

Der Amtswundarzt Heinrich Tünnermann zu Rosenthal ist an die erledigte Amtswundarztstelle für das Amt Reukilchen versetzt.

Der Gymnasiallehrer Df. Friedrich Wünscher zu Hanau ist zum Di­rektor des Gymnasiums daselbst ernannt, und

der Gymnasiallehrer Dr. August Soldan zu £anau an das Gy nma- sium zu Warburg, sowie

der Gymnasiallehrer Dr. Heinrich Wilhelm Georg Alexander Friedlich Hasselbach zu Warburg an das Gymnasium in Hau au versitzt.

Bekanntmachungen.

Turndrell, reines Leinen, die Elle a 3| und 4 Sgr.;

4 br. Leinen, vorzüglich gut, 72 Ellen für 8 Thlr.;

Toll du Nord, in glatt und karrirt, das Kleid von 18 Ellen für 2 Thlr.;

gebleichte Nessel, 16 Ellen für 1 Thlr.;

Wollenmufselin, gewürkte Tücher, Lrlenns

u. s. w., bei

(352) I. Sch ö nfel-'o Wittwe.

(353) Meine Wohnung ist jetzt am Marstaller Platz Nr. 3 41, in welcher ich mit meinem optischen Geschäfte den Verkauf aller mechanischen und physikalischen Instrumente ver­einige.

Kassel, 5. Juni 1849.

G Rupprecht, Optikus.

(366) Vorzüglichen Kräuter- Essig, daS Maas 5 Sgr. sowie andere Sorten guten Essiiq zu den billigsten Preisen empfiehlt Friedr. Bechtel,

Carlshaferstraße Nr. 711.

(376) Eine Sommerstube, mit oder ohne Möbeln, auf Ver­langen Tisch und Eingang in den Garten, ist zu vermicthen Weserthor Nr. 12, dem „bunten Bock" gegenüber.

(378) Indem der unterzeichnete General-Agent für Kurheffen „zur Beförderung von Auswanderern nach Amerika" folgendes Schreiben zur öffentlichen Kenntniß zu bringen sich erlaubt, bemerkt derselbe gleichzeitig, daß er ebenfalls zur Aufnahme von Passagieren nach Eulifvrnien mit dem vortrefflichen Schiff „Joseph Haydn", 311 Last groß, ermächtigt wor­den ist. Die Abfahrt dieses Schiffes Anfangs Juli be­stimmt, ist jedoch vom Aufhören der Blokade abhängig.