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vollkommene politische Freiheit begründen, namentlich unser Land vor der preußischen Oktroyirung und unser Mini­sterium vor dem Untergang retten.

Dazu gehören tapfere, entschiedene Männer von demokratischer Gesinnung. Die erste Frage also muß jetzt sein, wie ist unser Kandidat politisch gesonnen, nicht, was treibt er, ist er Handwerker, oder ist er Studirter. Unter den Staatsbeamten wird man freilich nur wenige finden, welche offene und ehrliche Demokraten sind.

Dann müssen auch unsere Kandidaten schon deswegen freie, selbständige, muthige Männer sein, weil eS das nächste Mal einen harten Strauß setzen wird mit dem Herrn Kurfürsten; Seine kön. Hoheit werden nicht sehr bereitwillig sein, von der Million jährlicher Einkünfte die Hälfte herzugeben, damit daS Land nicht allzuschnell bankerott werde.

Die Hälfte aber müssen wir haben, und wenn wir sie bekommen sollen, so wählt tapfere und entschiedene Männer und keine abhängige furchtsame Hasen, die im Augenblicke der Gefahr sich aus dem Staube machen, wenn sie auch noch so große Worte vorher gesprochen haben.

Wähler in Stadt und Land, wählt Demokraten!

Wähler in Kassel, wählt die Bürger Janson und Mu hm, glaubt keinen schmutzigen Verleumdungen, welche ihre Feinde ersonnen oder ersinnen mögen.

Wähler im Landwahlbezirk Kassel, wählt den tapfern Knobel, damit dieser Mann auf alle Fälle auch in der zu­künftigen Ständekammer für die gerechte Sache des Volkes kämpfen kann. Im Landwahlbezirk Hofgeismar ist seine Wahl noch zweifelhaft. Knobel ist eben so „reines Gold" wie Beinhauer, den euch der löbliche Bürgerverein vorschlägt, nur ist Knobel ein längst ausgeprägtes Stück Gold, Herr Beinhauer wartet noch auf den Prägstock. DaS bedenkt!

/ Berichte aus d er Pfalz.

XIV.

Kaiserslautern, 12. Juni 1849.

Vorgestern wurden auf dem Donuersberg, in Land­stuhl und in Steinwenden große Volksversammlungen abgehalten, um das Volk über die Maßregeln der provisori­schen Regierung aufzuklären. Sämmtliche Versammlungen hat­ten den besten Erfolg. — Nr. 11 des Amtblatts enthält daS neue Kriegsgesetz. Dasselbe beruht zwar auf demokratischen Grundsätzen, entbehrt aber der solchen Gesetzen nothwendigen Strenge durchaus nicht. — In Nr. 12 des AmtblatteS wird ein Dekret, die Aushebung deS Lo tt o spielS betreffend, veröffentlicht. — Willich, der mit seiner Schaar vor Lan­dau steht, hat die Queich (ein großer Bach, der die Festung durchfließt) gedämmt, und auf diese Weise eine wahre Ueber- schwemmuug in letzterer hervor gebracht. Der aus seinem Bette ge­tretene Bach ist biS in das Innere der Häuser gedrungen, hat alles Trinkwasser verdorben, und hat Krankheiten mancher Art erzeugt. ES ist daher nicht zu zweifeln, daß die Festung bald kapituliren muß. — Auf die Nachricht, daß ein preußi­sches Regiment in daS Hessen-Homburgische Städtchen Mei­senheim, dicht an der pfälzischen Grenze, eingerückt sei, er­tönten am 11. Morgens 6 Uhr auf Anordnung der provisori­schen Regierung in allen Gemeinden der Pfalz die Sturm­glocken, um den Landsturm aufzubieten, dessen Organisation lebhaft betrieben wird. Eben eingetroffenen Nachrichten zu­folge, haben die Preußen Meisenhem bereits wieder verlas­sen. — Der zum Oberbefehlshaber der badischen und pfälzi- schen Truppen bereits früher ernannte General Mieroö- lawöki ist in Karlsruhe angekommen.

Wahlen zum nächsten Landtag.

In Hünfeld, Schlüchtern, Salmünster, Soden und Steinau der Advokat Peters zu Wächtersbach.

In der Grafschaft Schaumburg: für den 1sten Landwahl­bezirk: Westphal, Oekonom, für den 2ten: Wiegand, Pfarrer.— Von den Höchstbesteuerten daselbst: Hartmann, Oekonom.

In Schmalkalden: Wolf und Reinicke.

Der Advokat Fabritius hat in Fritzlar von 180 Wäh­lern 120 Stimmen erhalten, der Staatsanwalt Pfeiffer nur 60. In Gudensberg ist Fabritius mit großer Majo­rität gewählt, in Homberg dagegen hat Pfeiffer die Majorität.

Aus Schleswig-Holstein. — Eine Schwadron kur­hessischer Husaren unter dem bekannten Rittmeister Grau ist gefangen worden und später von baierischen CheveaurlegerS, Jägern und Artillerie wieder befreit.

AuS einem Briefe eines kurhessischen Solda­daten dorther: „Wir müssen täglich exerziren und haben wöchent­lich zweimal Inspektion, sogar über das Futter in den Hosen. Unsere An­reden und Titulaturen dabei sind dieselben geblieben , wie in Kassel: Was macht er da? — Er Himmelhund! — Ich will ihm Appell in die Knochen bringen! — Ihm soll das Himmeldonnerwetter in den Magen fahren! — Wenn ich ihn anseh', soll er wie eleklrisirt dastehn! — Feld­webel! der Kerl thut eine Strafwache, u. dergl.

Zwei Leute hatten sich wörtlich gegen einen Lieutenant vergangen und erhielten dafür Jeder drei Jahre Strasklasse; der Eine hat sich erschossen, der Andere hat vor Gram die Auszehrung."

Intelligenz eines Höchstbefteuerten.

„Do hon se mich in der Hornisse en Solo (n) genennt, un ich kenne noch nit emol 'ne Kaarte, 's ess nu emol en Lijcnblat un bliebest au." Lin Bierbrauer.

Der Minister Eberhardt.

Man verwechsele doch nicht fortwährend den Minister Eber­hardt mit dem Ministerium. Im Ministerium sind noch an­dere Leute. Wenn der Minister Eberhardt diesen gegen­über etwas durchsetzen will, muß er energische Schritte thu», muß er sich auf's Volk stützen. Die Philister aber mögen be­denken , daß sie dem Minister Eberhardt keinen Dienst leisten, sondern seinen Feinden im Ministerium, wenn sie sich gegen entschiedene Maaßregeln stemmen.

Sobald das Volk sich entschieden zeigt, ist der Minister Eberhardt unabsetzbar, — so bald das Volk sich feig zeigt, wird er morgen gestürzt, weil man seine Anhänger für un­schädlich hält.

Werdet ihr daâ begreifen können? W.

Herr Wippermann hat sich mehrere Jahrgänge der Berg-, Hütten- und Salzwerks-Rechnungen inâ Ministerium bringen lassen, um dieselben selbst zu revidiren. Wem fällt hierbei nicht das „aber jetzt fange ich ihn gewiß" der pfiffigen Gerichtsperson in der Oper „Don Juan" ein?

Die Schmutzbewerferei bei Gelegenheit der Landtags- Wahlen ist im lieblichsten Schwünge. Der Kater hat Blut ge­sehn — man weiß, daß er dann entschieden fortkratzt. Die Annäherung der Kosaken und der Knute macht diese Menschen­kinder förmlich lustig; sie fühlen sich in ihrem Element, sie wälzen sich im Dreck und schlickern ihn jubelnd um sich; die goldne Ader sticht sie, gleich werden sie einen Witz machen.

, O Freunde, spart daS Lachen, Sie wollen einen machen!

(Beilage.)