Einzelbild herunterladen
 

Dieses Blatt wird DiensttagS, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) auSgegeben. Die Expedi­tion befindet sich in der obern En­tengasse Nr. 132. Der Abonne- menlSpreiè ist vier teljährl. I8Sgr.

Zweiter Jahrgang.

Durch alle Postämter zu bezie­hen. Inserate aller Art werden ausgenommen u. die Spaltenzeile mit 1 Sgr., bei wiederholter Ein­rückung m. 8 Hlr. berechnet; diesel­ben sind in der Erpedition abzu ge ben, woselbst auch abonnirt wird.

Die

M o r n i s s e.

Kaum, Ihr Herren, dem Flügelschlag Einer freien Keele!"

Kassel, Sonnabend, den 16. Juni.

1849.

CS Da mit diesem Monat das Abonnement des zweiten Quartals zu Ende geht, so bitten wir, die Be­stellungen auf das zukünftige Quartal zeitig und zwar in den nächsten Wochen schon bei den betreffenden Postbehörden und für Kassel in der Expedition der Hornisse zu machen.

Neu zugehende Abonnenten erhalten das Blatt vom Tage der Bestellung an für den laufenden Monat Juni gratis.

Forderungen an das Gefamint- Staats -Ministerium.

Sofortige Beeidigung der Truppen und der Beamten auf die Reichsverfassung.

Absetzung des Geheimen Legationsraths Sylvester Jordan von seinem Gesandtschaftsposten in Frankfurt, nachdem derselbe feig aus der Nationalversammlung ausgetreten ist.

Anerkennung der provisorischen deutschen Regierung in Stuttgart, durch Absendung eines Regierungsbevoll­mächtigten dorthin.

Anerkennung der Nationalversammlung zu Stuttgart durch Aufforderung an die in die Heimath entwichenen Deputaten, sich sofort nach Stuttgart zu verfügen, und Anordnung von Neuwahlen in den Wahlbezirken, deren Deputirte sich weigern, ihre Pflicht zu erfüllen.

Die Nationalversammlung in Stuttgart . und die süddeutsche Bewegung.

i.

Die Nationalversammmlung heißt bei der Gegenpartei der Freiheit dasRumpfparlament", ebenso wie die Debrec­ziner Nationalversammlung der Ungarn. Diese Partei spottet ihrer selbst und weiß nicht wie!"

Ein Rumpfparlament heißt nicht anderes als ein revolu- tionäres, ein gereinigtes Parlament. AlS Olivier Cromwell im Jahr 1648 die Anhänger deS Königthums aus dem eng­lischen Parlament stieß, bahnte er der englischen Republik den Weg an.

, AIS das deutsche Parlament sich auS sich selbst, durch AuS- tritt der Fürstendiencr und seiner feigen Bestandtheile gereinigt, war der republikanischen Einheit Deutschlands eine neue Chance gegeben, eine um so größere, da der ReinigungSprozeß nicht durch äußern Terrorismus vollzogen wurde, sondern aus in­nerer Nothwendigkeit.

Die ReichSverfafsullg, die Souveränetät des Volkes war

das Losungswort des demokratischen Restes, der von Frank­furt nach Stuttgart auSwanderte. Aber es verstand sich von selbst, daß die erbmonarchische Spitze dieser Reichsverfassung durch den Hochverrath Preußens als zerbrochen gelten mußte, und daß an dessen Statt ein republikanisches Oberhaupt zu setzen sei, mochte man nun den Namen Reichsstatthalter oder Präsident dafür wählen, oder einen beliebigen andern.

Die Konsequenz des Parteistandpunkts, die Entwickelung der Dinge selbst drängte zu dieser Ansicht und zu den bekann­ten Schritten ihrer Ausführung.

Der Nest der Versammlung mußte Frankfurt verlassen, jenes Frankfurt, wo ein renitenter Reichsverweser im Inter­esse Oesterreichs nicht von seiner Würde lassen wollte, ohne die Macht und den Willen zu haben, den preußischen Ueber- griffen gegen die Nationalversammlung in den Weg zu treten; wo unter der Säbelherrschaft Preußens und Oesterreichs weder die Freiheit der Berathungen, noch die Sicherheit der Parla­mentsmitglieder mehr Geltung fand, wo bereits die Feinde der Volkshoheit und der ächten Reichsverfassung die Massen und die Einzelnen terrvrisirten.

Die Nationalversammlung verlegte sich «ach Stuttgart.