Einzelbild herunterladen
 

383

Beilage zu Nummer 70 derHornisse"

Adressen von Wetter.

Hohe deutsche Nationalversammlung!

Die Spreu ist vom Waizen gesondert.

Ihr seid die Männer Deutschlands.

Ehrfurchtsvoll beugen wir uns im Namen Deutschlands vor den Be­schlüssen, die Ihr in Stuttgart, jum Beweise, daß Ihr Männer seid, zum Beweise, daß Ihr die deutsche Polksehre nicht länger mitbarba- rischen Füßen treten lassen wollt, theils einstimmig, theils fast einstim­mig gefaßt habt.

Indem wir uns so beugen, fordern und verlangen wir auf's Ent­schiedenste, daß Ihr kräftig auf der betretenen Bahn Euch erhaltet. Gott gebe seinen Segen.

Es lebe die deutsche Nationalversammlung in Stuttgart,! Es lebe die deutsche Regentschaft: Raveaux, Vogt, Simou, Schüler, Becher U!

Wetter, am 10. Juni 1849.

Der demokratische Verein, und zwar:

die Vorsteher: die Schriftführer:

G. Butterweck. Chr. Möhl. A. Kompc, tv. Kompe.

Wir erklären hiermit die Herren Buss, Wuttke und Consorten, wir erklären namentlich alle diejenigen Kurhessen, welche als Abgeordnete zur deutschen Nationalversammlung gewählt worden sind, aber weder in Stuttgart kintreten, noch ihr Mandat mederlegen, mit ihrem Kopfe verantwortlich für jeden durch sie entstehenden Zwiespalt. Ihr Herren Bernhardi, Henkel, Jacobi, Lnyrim die Folgen eines Doppelparta- mentâ, oder Auflösung der in Stuttgart rechtmäßig bestehenden deutschen Nationalversammlung wären gränzenlos, unberechenbar, unheilvoll!

Wetter, am 10. Juni 1849.

Der demokratische Verein.

Kurfürstliches Gesammt-Kiaats-Ministerium!

Wir bitten um ungesäumte Vornahme der zur deutschen Nationalver­sammlung in Stuttgart erforderlichen Wahlen, sobald die Herren Bern­hardi, Henkel, Jacobi, Lnyrim, Wippermann binnen der von der deutschen Nationalversammlung gestellten Frist in Stuttgart nicht eintreten.

Ehrerbietigst:

Wetter. Der demokratische Verein.

Anf der Volksversammlung zu Hofgeismar.

Es wird mir schlecht von alle dem Geschwätze; ich habe schon einen Schnaps getrunken, aber es ist mir doch noch übel." K.

Will der Herr Förster K. in S........g etwa noch einen Schnaps ? Wir empfehlen ihm zu dem Ende die Wirthschaft des Herrn Sohl am Friedrichsplatz. Es kehren dort viele Polizeidiener 2C. ein, in deren Gesell­schaft sich Herr K. jedenfalls sehr wohl befinden wird.

Wahlen zum Landtag.

Oetker, Obergerichts-Anwalt zu Kassel, von den Städten in Schaumburg.

N e b e l t h a u, Obergerichts-Anwalt, u. P fe i f f e r v. Erm- schwerdt, von den Höchstbesteuerten des Bezirks Eschwege.

Winkelblech, Professor zu Kassel, in Bockenheim re.

Rühl, Oberbürgermeister zu Hanau, und Pfarrer Theo, bald, in Hanau.

Brenner, Mühlenbesitzer und Müller, Bürgermeister in Berkersheim, von den Höchstbesteuerten deö Bezirks Hanau.

Brede meier hat Aussichten in den Landwahlbezirken der Grafschaft Schaumburg.

Fabritius, Advokat, in den Städten Fritzlar, Gudens­berg, Homberg, Borken u. f. w.

Von wegen der Landtags-Wahl.

Obgleich Herr Knobel viel gelitten, Durch Jagdgesetz und Jesuiten, « t siâ) doch durch Nichts beirren Und half uns so aus großen Wirren.

Aus unsecm Stand hervorgegangen, Kennt er des Landmanns heiß' Verlangen; Er trachtet nicht nach Ehrenstellen, Wie manche Landstandâ - Jung - Gesellen.

Als Deputirter ist er Meister, Und fegte weg manch' alten Kleister,

Auch manchen Bock und altes Thier Jm Rheinhardèwalder Jagdrevier.

Uns kann nicht ein Professor rathen, So wenig wie Aristokraten, Und wer Herrn Knobel länger kennt, Der sagt: er bleibt sich konsequent.

Der Feind, der will den alten Zopf;

Doch hat Herr Knobel Herz und Kopf, Läßt sich nicht durch Geschwätze fangen, Wenn's heißt: das wollen wir erlangen!

Manch' Köder ward ihm bingeschmiffen, Doch hat er niemals angebissen, Wie Viele nach der alten Weise; Mit Speck fängt man nur junge Mäuse.

Laßt Euch durch keinen Grünrock rathen , Die riechen gern den Wildpretsbraten, Doch der Geruch ist nun vertrieben, D'rum laßt uns unsern Knobel lieben.

Laßt uns darum den Knobel wählen, Mit Lehrjungengeschmeiß uns nicht mehr quälen, Auch wählt mir keinen Herrn Baron, Geschweige ein Kamäleon.

Iohan» Friedrich Schröder, Ackermann zu Adelsheim.

Ernennungen.

Der Revierförster Degenhard zu Langenhain ist auf das Forstrevier Großkrotzenburg, Forst-Inspektion Hanau, und der Revierförster Soldan zu Großkrotzenburg auf das Forstrevier Laugenhain , Forst-Inspektion Allen­dorf , in gleicher Eigenschaft versetzt.

Der Leibjäger Eduard Jungermann ist zum Gehülfen des Revierförsters Pfaff zu Großenritte und der einstweilige Administrator des Forstreviers Mittelsinn, Bernhard Ratsch, zum Gehülfen des Revierförsters Giesler zu Frankenhain,

der Rentmeister Stephan in Zierenberg zum Sekretär, der Repositar Krauß und der Probater Winhold zu Buchhaltern, sowie der Archivar Wiegand bei der Ober-Finanzkammer zum Rcpositar bei der Direktion der Haupt-Staatskasse,

der Filial-Staatèkassirer Steinbrecher zu Fulda zum Rentmeister in Herrenbreitungen und der Rentmeisteir Hartdegen zu Treis a. d. L. zum Kassirer der Filial-Staatskasse in Fulda, auch

dec Hauptzollamts-Praktikant, HUlfsrevisor Ernst Hirschfeld zu Kassel, zum Assistenten bei dem Haupr-Zollamte zu Rinteln ernannt.

Dem vom Erblandpostmeister, Fürsten von Thurn und Taxis, zum Post-Expeditor in Windecken vorgeschlagenen Amtsschreiber Carl Schäfer ist die landesherrliche Bestätigung ertheilt.

Der Oberstlieutenant v. Ochs von der Armee ist zum Generalstab« versetzt;

der Major Görck im zweiten Husaren-Regiment ist zum Oberst­lieutenant,

der Major Riesch im dritten Infanterie-Regiment zum Bataillons- Kommandeur,

der Hauptmann Ritter im zweiten Infanterie-Regiment zum Major ernannt.

Dem Hauptmann von Haynau in der Artillerie-Brigade ist der Cha­rakter als Major ertheilt.

Der Rittmeister v. Borck vom ersten (Leib-) Husaren-Regiment ist zum Major in demselben, und

der Hauptmann Wegner vom ersten Infanterie-Regiment ( Kurfürst) zum Major im dritten Infanterie-Regiment ernannt.

Dem Ministerial-Kanzlisten Conrad Friedrich Appell ist das Prädikat Registrator" verliehen.

Der Hülfsbaukassirer Ritter zu Fulda ist zum Rentmeister in Naumburg,

der Kanzlist Hoffmann bei der Direktion der Haupt-Staatskasse zum Probater bei dieser Behörde,

der Forstaufseher Reinhardt zu Trusen zum Revierförster des Forstre­viers Wiera zu Wasenberg, und

der Forstaufseher Bechtold zu Niederkalbach zum Revierförster drè Forstreviers Kommerz zu Neuhof ernannt.

Der Revierförster Simmer zu Wasenberg ist auf das Forstrevier Görz­hain nach Immichenhain,

der Rentmeister Wagner zn Nentershausen jur Renterei Rodenburg, und der Rentmeister Schmidt zu Eschwege zur Renterei Wetter in gleicher Eigenschaft versetzt. .

Der Gerichtsdiener und Gefangenwärter Wilhelm Fischbach m Roten­burg ist zum Pedellen beim Obergerichte daselbst provisorisch ernannt.