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Iweiter Jahrgang.
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Hornisse.
„Naum, Ihr Herren, dem Flügellchlag Einer freien Seele!"
M- 66.
Kassel, Dienstag, den 5. Juni.
1849.
Forderungen an das Gesammt - Staats - Ministerinn».
Sofortige Beeidigung der Truppen und der Beamten auf die Reichsverfassung.
Absetzung des Geheimen Legationsraths Sylvester Jordan von seinem Gesandtschaftsposten in Frankfurt, nachdem derselbe feig aus der Nationalversammlung ausgetreten ist.
Der norddeutsche Sonderbund Preußens, Sachsens und Hannovers.
Die alten Deutschen waren Richt schmeidig mit der Aal,
• Doch Löwen in Gefahren
Und Lämmer (?!) beim Pokal!
Langbein.
1.
DaS blutige Banner des Belagerungszustandes .und des Standrechts für Deutschland ist entfaltet.
Es heißt: „Entwurf der von der preußischen, sächsischen u. Hannoverschen Negierung projek- tirten Verfassung des deutschen Reiches."
Der Rebellenbund gegen die Hoheit der Nation und gegen die Nationalversammlung ist geschlossen von den Fürsten dreier deutschen Staaten, von drei Hochverräthern an der Freiheit, Macht und Größe deö Vaterlands.
« Die Feigheit, der Wahnsinn der Professoren, der Fürsten- tnechte in Frankfurt hat dem Oberhaupte deS Rebellenbundes ras -schwort in die Hand gegeben, daS er nun gegen feine eignen Freunde zückt.
Die kniend dargebotene Kaiserkrone, die der blödsinnige Gagern ihm im Namen der Nation zu Füßen legen mußte, weil es die Diplomaten also beschlossen — diese Krone konnte er lachend zurückweisen; eine Krone, und wär eS auch nur die eines Königs, genügt vollkommen zu den gottbegna- e en Schandthaten. Er konnte Krone und Scepter zurück- weisen, »hm blieb daS Schwert, ihm blieb die Anwartschaft aus ganz Deutschland, ihm war das Recht zugesprochen, der
Erste zu sein, das Recht, seine Stimme in die Wagschale des Schicksals zu werfen, das über Deutschland zu Gericht sitzt.
Das Recht behielt er sichzurück, als er den Flitter verschmähte, den sie darum gehangen.
Er warf sein Schwert unter dem Donner seiner Feuerschlünde in die Wagschale des Unheils und die Schale des Heils schnellte leicht empor, so leicht, daß der Tyrann selbst darob erstaunte, daß er und seine blutigen Trabanten verachtungsvoll den Muth, die Kraft, die Freiheitâliebe einer ganzen Nation, ihres ewigen Feindes, schmähten und verhöhnten.
So häuft daS Verhängniß doppelte Schmach auf unser Haupt.
Welche lange Reihe der Täuschungen, welche Kette des Unglücks von jenem Tage des königlichen Mißverständnisses zu Berlin bis auf die Bluttaufe Dresdens, von jenem Tage des königlichen UmrittS und der Erklärung, an die Spitze Deutschlands treten zu wollen, bis zu der auf Bajonetten getragenen oktroyirten Reichâverfassung !
Welche Kette von Demüthigungen, welche Schule des Unglücks für eine ganze Nation!
Wie oft hat die demokratische Partei die Trommel gerührt, und den Sturm verkündet — da glühte kein Funken in der Brust der herzlosen Philister, da war kein Nerv in der knöchernen Faust dieser Spießbürger. ES wird Alles gut werden! Nur immer langsam voran! Nicht zu hitzig! Wir können zufrieden sein! — Nun machen sie die Faust in der Tasche, nun schneiden sie im Verborgenen grimmige Gesichter, diese Löwen beim Pokal und Lämmer in Gefahren, — und sitzen noch träger, wie bisher, in ihren vier Wänden, noch feiger wie sonst. Denn schon triefen die Waffen der Freiheits-