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Iw eiter Jahrgang.

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Die Wirrnisse.

Raum, Ihr ßcrren, dem /lügclsdjlag Einer freien Seele!"

Mr- 65

Kassel, Sonnabend, den 2. Juni.

1849

Forderungen an s Gefainmt - Staats - Ministerium.

Sofortige Beeidigung der Truppen und der Beamten auf die Reichsverfassung.

Absetzung des Geheimen Legationsraths Sylvester Jor­dan von seinem Gesandtschaftsposten in Frankfurt, nachdem derselbe feig aus der Nationalversammlung ausgetreten ist.

Sofortige Neuwahl zur Nationalversammlung im vierten kurheff. Wahlbezirk.

Die Fürsten-Komödie.

Noth bricht Eisen."

Am 1. Oktober 1789 trat Ludwig XVI von Frankreich uebst seiner Gemahlin und dem Dauphin in den Saal des Schauspielhauses, um dem Gelage seiner Leibgarden beizuwoh. neu. Es war das Zeichen, daß seine Krone wankte, es war das erste Vorspiel seines Unterganges.

Die Herablassung der Könige und Fürsten bedeutet Angst und Verzweiflung; sie ist die Verkünderin ihrer Ver­nichtung.

Als der unglückliche Fürst jenes Gastmahl verließ, wo der Zubel getreuer Söldlinge für einen Augenblick seine bitteren "lt übertäubt hatte, spielte die Musik: mein König, d ie ganze Welt ver­laßt dich! u

Wnb die ganze Welt verließ ihn nach dieser volksfeindlichen Komödie. Er wurde darauf zu ganz anderen Komödien genö­thigt, biS die Guillotine daraus ein Trauerspiel machte.

Es ist bekannt. Die Fürsten spielen ihr ganzes Leben Kvmodie; die konstitutionellen nur ein Puppenspiel. Ihr Auf­

treten, ihr ganzes Benehmen ist künstlich berechnet, ist Schein und Lüge; ihre Umarmungen, ihre Freundschaftbezeugungen, ihre Paraden, ihre große Tafeln, es ist Alles, Alles ein hohles Schauspiel, ein Theaterstück bei festlich glänzender Be­leuchtung , mit brillanten Dokorationen im reichsten Schauspieler­kostüme.

Das unmündige Volk hatte lange genug diesen mit Blut zusammengeleimten Prunk, die Spiele der Despotie mit stum­mer, dummer Bewunderung angestiert. Diese Pracht, dieser feenhafte Zauber schienen ihm vom Himmel selbst herabgestiegen zu sein.

Und die Personen, die den Mittelpunkt dieses Reichthums, dieser Herrlichkeit bildeten, vor denen sich Alles neigte und beugte ihre Fürsten, ihre Väter, waren sie nicht die Götter des Olymps, die sich aus ihm herabgelaffen, um unter den armen, zerlumpten, verhungernden Völkern ihr festliches, rei­ches Leben hinzubringen und mit den Resten ihrer Verschwen­dung Hungrige zu speisen und die Blößen der Nackten zu be­decken?

Gräßliches, elendes Schauspiel! Betrogene Menge! Plötzlich wird er offenbar, der Betrug, der jammervolle Irrthum. Aus den Kronen dringen Tropfen Blutes, Thränen auS den schillernden Diamanten; Fluch und Seufzer,