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Kurfürstliches Ministerium des Innern !

Die unterzeichneten Bewohner von Westuffeln bitten gehorsamst um schleu­nige Veranlassung der Wahl eines Ab­geordneten zur deutschen Nationalver­sammlung.

Nachdem unser Abgeordnete, Herr Geheime Legationsrath Jordan, aus der Nationalversammlung in Frankfurt ausgetreten ist, so bitten wir gehorsamst:

Kurfiirstl. Ministerium des Innern wolle schleunigst eine Neuwahl für den ausgeschiedenen Herrn Jordan veranlassen.

Mit Ehrerbietung verharren

Kurfürstlichen Ministeriums

gehorsame

Westuffeln, 28. Mai 1849. (folgen die Unterschriften.)

Redensarten vom Rasen.

1. Rauher Krieger lass' mich wandeln Auf dem Teppich der Natur.

2. Kein Teppich sein, mein Rasen sein! Leute vom Rasen treiben! Wozu Sabel haben?

3. Wozu Leute Steuern geben? Zum Rasenmachen! zum Säbel­kaufen, zum Todtmachen! — Gute Logik sein!

Manifest der gemäßigten Republikaner in Paris.

Der demokratische Verein der Verfassungsfreunde, oder die Partei des National, ist in den Wahlen unterlegen; sie gibt sich aber zufrieden und hat sich der siegreichen Ultra - Demokratie genähert, wo nicht bereits ange­schlossen , indem sie sich vorbehält, nächstens die Richtung zu bezeichnen, in weicher sie zum socialen Fortschritt, welchen die Verfassung ver­spricht , mitwirken will. „ Die Lage Frankreichs gegenüber Europa und der Welt", sagt sie in ihrer öffentlichen Erklärung, „erlaubt keinen Tag län­ger zu warten, um den Lärmschrei, den Nothruf unserer Väter erschallen zu lassen: Bürger, das Vaterland ist in Gefahr! Der bewaffnete Kampf, der von dem sterbenden Napoleon prophezeite Kampf in Europa be­ginnt. Es gibt heute nur zwei Parteien, die Partei der Revolution und die Partei der Gegenrevolution; nur zwei Principien: das demokratische und das despotische Princip. Die Zeit der Mittelwege und der Zögerungen ist vorüber. Die heilige Allianz rakhschlagt nicht mehr, sie handelt. Die

Unabhängigkeit der Nationalitäten wird mit Füßen getreten. Die verbun­denen Könige stehen einander überall bei gegen die Völker, die einzeln käm­pfen und unterliegen. Die russischen Heere, die große Reserve des Despo­tismus, überschwemmen Mittel- Europa. Sie stehen jetzt an der Danau, sie werden morgen — so hoffen sie wenigstens — am Rhein und an den Alpen sein. Und inzwischen bleiben die Heere des republikanischen Frank­reichs unbeweglich, oder, wenn sie auf einem Punkt Italiens erscheinen, so ist es um — die Schamröthe im Gesicht und die Trauer im Herzen — eine Schwesterrepublik anzugreifen, in dem Augenblick, wo diese Republik von den Henkern der Lombardei überzogen wird. Es ist Zeit, dieser ungeheuer­lichen Lage ein Ziel zu setzen. Frankreich ist nicht gemeint, auf dem Wege der Unehre zum Untergang seiner Nationalität, dem höchsten Ziel der hei­ligen Allianz, zu wandeln." — Es werden nun diejenigen Momente der auswärtigen Politik angegeben, auf welche die französische Demokratie hin­zuwirken habe: die unverzügliche Einstellung des brudcrmörderischsn Kriegs gegen Rom, die Beschützung Venedigs, die Räumung Mittelitaliens von Seiten der Oesterreicher, und im Fall Rußland sich weigern sollte, in seine Grenzen zurückzukehren, die unmittelbare Intervention Frankreichs gegen­über der russischen Intervention. Zugleich wird ein großer Versöhnungsakt empfohlen — die allgemeine Amnestie, die Oeffnung aller politischen Ge­fängnisse, damit eö in Frankreich selbst keine Sieger noch Besiegte mehr gebe. Das Manifest schließt mit dem Ruf: „ Es lebe die Republik! Es lebe die europäische Revolution!" (A. A. Z.)

Arrestationen in Hannover.

In Hannover ist der Redakteur der Norddeutschen Zei­tung verhaftet, weil er in einem Artikel zur Bildung eines LaudeSausschuffeS gerathen, aber ganz in gesetzlich - ruhiger Weise.

In Göttin gen ist der Redakteur der „Volkswarte", Fiedler, verhaftet, weil er aus der Hornisse den Aufsatz in Nr. 51 „die Spitzbubenpolitik" abgedruckt hat, der mit den Worten beginnt:

„ So lange noch ein einziger Fürst auf dem Throne sitzt, ist jeder Fortschritt eine Lüge, jede Freiheit ein Betrug!"

Bürger! Das Land „Zinnover" macht sich!

Kekanntmach ungen.

(315) Den 1. Juni a. c. findet die Verloosung der Kurhessi­schen 40 Thaler - Loose Statt; hierzu vermiethet die Original- Prämissenscheine für 2 Thlr. das Stück (womit 36,000, 8000, 4000, 2000, 150(1, 1000 Thlr. re. erlangt werden können)

H. M. Dellevie,

Hedwigstraße Nr. 995, der Realschule gegenüber.

(232) ES ist Jemand gewillet, gründlichen und billigen Un­terricht im Weißnähen zu ertheilen, wobei auswärtige Frauen­zimmer Kost und Wohnung erhalten können, und werden die­jenigen Eltern, welche ihre Töchter dieser Weißnähschnle anvertrauen wollen, ersucht, nähere Auskunft bei der Erpedi- tion der Hornisse einzuziehen.

(234) Ein junger Mensch, welcher daS Blechschmiedegeschäft zu erlernen wünscht, findet einen Lehrmeister. ' Wo? sagt die Expedition d. Bl.

(339) Eine gestickte Porte-Monnaie mit Geld ist gefunden worden; der Eigenthümer kann eS gegen die JnsertionSgebüh- ren bei mir abholen lassen.

Barriere Wilhelmsdamm bei Kirchbauna.

Griesel.

(340) Der Schwarzrock und fein Vetter.

Der Meirop R. zu Sp. hat zwar einen kleinen Körper und einen kleinen Geist, ist aber voller Intriguen und benutzt jetzt fleißig seinen merk­würdig langen, gerade bis zu seinem im Justizministerium sitzenden Herrn Vetter reichenden Arm, was er in seiner plumpen Manier auch gar kein Hehl hat. Ein freundschaftlicher Druck dieser Hände, — und der Amtmann Kl. war versetzt, was dessen Feinde mit der größtmöglichsten Anstrengung nicht bewirken, Stadt und Land nicht verhindern konnten. Noch ein solcher Händedruck — und der Schwager aus Schlüchtern wird Amtmann in Sp. Natürlicherweise nichts erwünschter! Dann dürfen es doch die Lumpen von ehrlichen Krämern und ehrlichen Handwerkern noch weit weniger als jetzt wagen, den Herrn Oberschwarzrock, Schwager des Herrn Amtmanns, siebenmal in der Woche um Zahlung ihres sauern Verdienstes anzugehen, v. s. w. u. s. w. Glückliche Stadt du, wenn erst dieses Brüderpaar dich unter seine Fittiche nehmen wird!!! Fortsetzung nächstens. G. W.

(341) Den 28. d. M. ist auf Wilhelmshöhe eine goldne Vor­stecknadel verloren worden. Der ehrliche Finder wird gebeten, sie in der Expedition d. Bl. abzugeben.

(342) Ein wohlerzogener junger Mensch, welcher das Kupfer­schmiedgeschäft zu erlernen wünscht, findet einen Lehrmeister. Wo? sagt die Expedition d. Bl.

(343) Eine Cigarrentasche ist in Nr. 13 der Barrackenstraße gefunden worden. Der Eigenthümer kann fie daselbst gegen Er­stattung der EinrückungSgebühr in Empfang nehmen.

Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne'scheu Buchdruckern.