Die Thatlosigkeit des Ministeriums führt das Ministerium und unS selbst zum Untergang. Die Offiziere der Bürgergarde können sich nur oerbereiten, sehr bald mit ihm zu fallen, denn zum Stehenbleiben macht weder daS Ministerium noch sonst wer die gehörigen Zubereitungen.
Warum auch? Daö einfache Fallen ist ja so bequem!
So fallt denn! Die Geschichte wird über Eure Leiber hinwegschreiten. @- Kellner.
General Bem.
Wie steht der Thron von Habsburg blutgeröthet Vom Heil'gen Blut der freisten deutschen Herzen, Vom Henkerschwert das schönste Land verödet; Und ringS ein leises Stöhnen nur der Schmerzen, Der bleichen Geister, die auS blutiger Lache Ausschweben fort und fort zu ewiger Rache.
Wie sie empor aus ihren Gräbern steigen, Greis, Jüngling, Weib und Mann und Säuglingsleiche, Wie sie umschlingen im Gespensterreigen DeS Kaiserknaben Haupt, das schreckensbleiche, Wie sie um seiner Hofburg Zinnen schwanken, Beginnt sein Leichenthron im Grund zu wanken.
Der Rache Saat ist ehern aufgeschossen, Der Gott der Strafe selbst giebt ihr Gedeihen. Sie ist mit deutschen Strömen Blutâ begossen. Jetzt Tod um Tod! — Verrath heißt hier Verzeihen!
O Polenheld, o Bem, Du hast gerichtet! In Strömen Blutâ sei Haböburgs Stamm vernichtet!
Halt' der Vergeltung blitzend Schwert geschwungen, Der Freiheit Banner trag' vom Ungarnlande, Mit Deinem Ruhm, der alle Welt durchdrungen, Zugleich mit Oestreichs blutiger Fürstenschande, Die Oriflamme trag' hinaus, zu retten Dein Vaterland, die Welt von Sklavenketten.
Europas Zukunft ruht in Deinen Händen, ES ist ein Kampf der Gottheit mit dem Schlechten. O, dieser heilige Krieg muß glorreich enden! Bezahlte Knechte sind'â, die mit Euch sechten. Die Tyrannei muß blutig unterliegen, DaS Volk, das Recht, die Freiheit werden siegen!
E. W.
Die Bravour der deutschen Professoren und Spießbürger.
Di- Reichöverfassung âb-r M<«! Gul unt »tat für Jta R<ich-»nf-ffu»g! So h-M- "«M« °"'9“ Deutschland vom Professorengeschre, und vom endlo en Feder gekratze. Man mußte schon damals über diese zum Ekel ab gedroschenen Phrasen dieser tapferen Rüter, über 'hre Helden- mäßigen Gesten, über die bravourverzerrten Mrenen d^er schweinSbelederteu deutschen Don Ouixote herzlich man könnte jetzt in ein unauslöschliches Gelächter auübrechen, wenn nicht der Grimm über alle diese Erbärmlichkeit den mor erstickte. — Hui! wie sie davon rennen, nachdem der Tag deö Worthaltens gekommen ist, zitternd, zähneklappern , die dürren Antibassermannschen Gestalten, die Gerippe er deutschen Thatkraft, der kaiserlichen Professoren Dahlmann, Beseler, Waitz, Raumer n. dgl. — mit welchen furchtbaren Sätzen sie sich auS dem Staube machen, diese Maulhelden und Ritter der leeren Geschwätze; der olympische rur- biSköpfige Edelbube von Gagern mit dem Jupltcronro (Haarwulst über der Stirn), Bassermann, der Berliner
Gestaltenseher, Mathy, der Reichsbüttel, und wie sie Alle heißen, die Retter deS Vaterlandes, die kühnen Greifer, die Duodezpolitiker Kleindeutschlands.
Sie sind verschwunden. Ihnen ist wohl und unS ist wohler.
Schleudern wir ihnen den ganzen Plunder von eingeochster Trivialität nach, den sie uns aufgezwängt und in den Archiven der Paulskirche aufgehäuft haben. Wersen wir alle schweinsledernen Bände, alle dürre Staatsweisheit diesen fliehenden Professoren um die Hasenbeine, und jagen wir die altersschwache Mittelmäßigkeit, daS goldbelohnte Vertrauen, die matte Mäßigung und die herzlose Besonnenheit, und wie sie ihre trivialen Götzen alle benamseten, hinter ihnen drein in die Rumpelkammern der antiken Hochverrätherei und kleindeutschen Lakaienjämmerlichkeit.
Gott, dieser große Gagern, dieser gerechte Richter, dieser zweite Salomon, dieser Taufpathe aller Minister und Hofräthe , wohin ist der matte Schein seines Sternes entschwunden? Mit seinem glänzenden Silbergeschirr nach Brüssel!
Und dieser arme Reichsverweser, diese gutmüthige fürstliche Einfalt, dieser Spielball der Leidenschaften, wie glücklich wird er sich fühlen bei der unschuldigen Gemsjägerei, beim Sammeln hirnstärkender Kräuter. Der Geist, „der Bergesalte", möge ihm niemals erscheinen.
ES ist wahr, der Grimm über alle deutschen Schufte und Memmen, über all' diese kopflosen Tröpfe und seelenlosen, herzverknöcherten Gestalten kann einem einfachen, schlichten Verstand hart zusetzen, und die Zeit ist nicht zum Lachen, aber dennoch komisch ist daS Ende dieses altburschenschaftlichen studentischen KaiserspukS.
Wahrlich, erhaben zu sehen ist der Helden erstaunliche Fußkraft.
Also rannte Achilleus nicht, der schnellste der Krieger vor Troja,
Ajax nicht, deS Telamos Sohn, nicht der leichte PatrokloS,
Also flog Atalante nicht hin durch die Fluren in Hellas! —
Flieht! flieht! Eilet hinweg vor der Wucht der sausenden Lanzen,
Die auS dem Lager des Volkes mit Hohngelächter euch folgen!
Wahrlich, die schnellsten Hasen laufen nicht schneller vor dem Hunde, wie diese Koryphäen Deutschlands vor eiper „ psälzisch - badisch - würtember gisch - fränkisch - hessischen rothen Republik". — Ski! Ski! Ski! Ski!
DaS Vorspiel ist vorüber.
Aufruf des badifche« Landesausfchuffes an das deutsche Volk.
Die Tyrannen Deutschlands haben die Maâke abgeworfen. Der König von Preußen hat nicht blos den Freiheitsbewegungen Deutschlands überhaupt, sondern namentlich auch der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt offen de» Krieg erklärt. Am Sitze der Centralgewalt hat ein Ministerium die Zügel der Regierung in die Hände genommen, dessen Ernennung die Nationalversammlung selbst für einen Hohn gegen daS deutsche Volk erklärt hat. ES unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die Nationalversammlung mit Waffengewalt gesprengt werden soll. Bei dieser drangvollen Lage deS deutschen Vaterlandes fanden sich heute die drei Abgeordneten der Nationalversammlung: Rave aur auS Preußen, Trützschler auS Sachsen, Erbe auS Altenburg, in unserer Mitte ein und verlangten den Schutz deS badischen Volkes gegen die zum Umstürze der Reichsverfassung verbündeten Mächte. Deutsche Brüder! Der