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Dieser Blatt wird DiensttagS, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) ausgegeben. Die Expedi­tion befindet sich in der obern En­tengasse Nr. 132. Der Abonne- mentspreiè ist Vierteljahr!. i 8 Sgr.

«Zweiter Jahrgang.

Durch alle Postämter zu bezie­hen. Inserate aller Art werden ausgenommen u. die Spaltenzeilr mit I Sgr., bei wiederholter Ein­rückung m. 8 Hlr berechnet; diesel­ben sind in der Expedition abzuge­ben , woselbst auch abonnirt wird.

M o r n t j j e.

Nau«, Ahr Herre«, dem Flügelfchlag Liner freien Keele!"

61* Kassel, Donnerstag, den 24. Mai. 1849«

Fragen an das Ministerium.

Wo bleibt die bereits vor beinahe zwei Wochen verheißene Beeidigung des Heeres und der Beamten auf die Reichsverfassung?

Bon welchem Datum ist die Bestimmung der Centralgewalt, nach welcher der Einmarsch kurhessischer Truppen nach Waldeck stattgefunden hat? Bezieht sich eine solche Bestimmung auch auf Truppen, die nicht auf die Reichs­verfassung beeidigt sind, die also der Reichsgewalr gegenüber als unzuverlässige gelten müssen? Wer trägt die Kosten dieser Expedition?

Welche Schritte sind geschehn gegen den angesagten Einmarsch von 4000 Mann preußischer Truppen nach Hanau? Wollte nicht die kurhess. Staatsregierung laut Erlaß vom 12. Mai dahin wirken:

daß bei einem Angriff auf die Verfassung die zu ihrem Schutz verbundenen Staaten zur Abwehr und zum gegenseitigen Beistand gerüstet sind?

Wie ist der Einmarsch der kurhess. Soldaten in Waldeck und der angekündigte der Preußen mit jenem Erlaß zu vereinbaren?

Sind die Preußen plötzlich für die Verfassung, oder die Kurhessen dagegen, oder herrscht bereits eine allgemeine Begriffsverwirrung in Hinsicht beider Reichsverfassungen, der alten gesetzmäßigen und der neuen oktroyirt- werdensollenden.

Die Stellung Kurheffens zwischen Nord- und Süddeutschland.

Halb zog sie ihn, halb sank er hin

, Und ward nicht mehr gesehen!

. jeher hat sich der Gegensatz zwischen Nord - und Süd- eut>chland in Sprache, Religion und Politik geltend gemacht. Er q mehr wie einmal in blutigen Kämpfen, in verheerenden !um Ausbruch gekommen, von denen ganze Ge- sch ech er hlnweggerafft wurden; man denke an den Streit der Kaijermacht der Hohenstaufen mit der stolzen nord- deutsch-, d« Welfe, bfe 'â' stampfe £ d» N-f°m-<w, b.« $lbe dreißig, âh-sg-n Kriez«, d-»I° -» dl° K--ftliui,nng der -â»isch-n S,°ß,»-chl gegenüber dem alten Kalserhause

Unsere Naii-u-lf-mdeiumphire, »er diese »ist°-isch- 7" " »« S---- Zufeied-cheit. Rz '"^'t Deutschlands sei eine Chimäre, sei einS der vielen fefsor?""'^ unpraktischen deutschen Philosophen und Pro-

Sie würden Recht haben, wenn das Bündniß der deutschen Fürstendynastien, wenn die bunten Lappen der rein zufällig zusammengestoppelten Königreiche, Kurfürstenthümer, Herzog- thümer u. s. w. mit dem großen Vaterlande einer großen Nation Ein und Dasselbe wären, sie würden Recht behalten, wenn baß deutsche Volk nothwendig aus Reuß-Greiz- Schleiz-Lobensteinern, aus Mecklenburg -Strelitzern, Preußen, Vaduzern, Koburgern, Sigmaringern, Hessen-Homburgern u. dergl. zufälligen besonderen Staatsgesellschaften bestehen müßte; wenn eS in den Sternen als Fatum geschrieben ftänd', daß die Nation der 40 Millionen niemals in furchtbarem Sturm die Schranken zerbrechen würde, wodurch einige alte räuberische Adelsfamilien, verschworen im festen Familien-Bunde, eine edle und berühmte Nation, ein großes gesegnetes Land zerstückelt, geschwächt und geschändet haben.

Aber wenn ielbst der Bestand von ganz Preußen für die Existenz der Nation und des Vaterlandes rein zufällig und unwesentlich ist, um wie vielmehr muß baß dann von einem Herzogthum Sachsen-Meiningen-Eisenach, oder einem Für­stenthum Kuhschnappelrode oder Scheerau gelten.

Wir haben im Gegentheil auS der Machtvollkommenheit der Nation mit gewaltiger Hand nachzuholen, was Franke