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Beilage zu Nummer 59 der „Hornisse"

sammlung in jetziger Zeit an die Spitze gestellt, um Deutsch­land zu zeigen, waS man von der Nationalversammlung er­warten darf. Reh will Vermittelung zwischen Reaktion und Anarchie, Biedermann erklärte sich gestern ebenfalls für eine Justemilieupolitik. Der Kandidat der Linken war Löwe, ein kräftiger, aber sehr besonnener Mann, einer der tüchtigsten und moderatesten Männer der Linken. Man zog Schwächlinge ihm vor, obwohl er auf der rechten Seite unter den Mit­gliedern der Linken am beliebtesten ist und sehr geachtet wird. Bei dieser Gesinnung der Versammlung darf man sich nicht wundern, daß dieselbe den Antrag, auâ Frankfurt die Truppen derjenigen Regierungen, welche die Verfassung noch nicht an­erkannt haben, zu entfernen, mit großer Majorität verworfen, ohngeachtet die Frankfurter konstituirende Versammlung diese Entfernung zum Schutze der Frankfurter Bürger beantragt hatte, indem mehrere ganz schuldlose Frankfurter durch böhmische Soldaten, welche nicht einmal Deutsch verstehen, ermordet und schwer verwundet sind. Weder diese Exzesse noch die all­gemeine Lage des Vaterlandes erwirkten einen energischen, sachgemäßen Beschluß. Sonderbar! Die Versammlung erklärt Preußen den Krieg, und schützt sich durch preußische Truppen. Oesterreich negirt daS Dasein der Versammlung, welche gleich­wohl eine österreichische Leibwache behält. Manfürchtet of­fenbar auch einen Konflikt mit dem Erzherzog Johann, der unverhüllt der Deputation seine absolutistischen Gedanken offenbart hat, der, ein alter Soldat, für Ruhe und Ordnung nach seinen Prinzipien sorgen, ein Ministerium nach seinem Sinne bilden, gegen deu Willen der Majorität auf Bajonette gestützt, regieren will. Er hat noch immer kein Ministerium nach seinem Sinne gefunden, er wartet noch auf Depeschen von Berlin! Dies ließ er der Versammlung gestern durch Reh sagen, der die Würde der Vertretung der deutschen Na­tion so wenig wahrte, daß Johann, welcher neulich die De­putation unhöflich verabschiedete, ihn alö Boten gebrauchen konnte. Die Entfernung dieses österreichischen Prinzen, der die Pläne der österreichischen und preußischen Regierung för­dert, auS seinem Amte, die Entfernung der österreichischen und preußischen Truppen ist dringend nothwendig. Die Versamm­lung muß die Exekution in die Hand nehmen, einen Ausschuß zu solchen Zwecken erwählen.

Dieâ aber will Gagern nicht, davon fürchtet er Anarchie, dies wollen Gag ern'S Trabanten, Reh und Biedermann nebst Genossen nicht, welche die Majorität bilden. Des­wegen helfe das deutsche Volk sich selber, es hoffe nichts von der Majorität der Versamm­lung, welche noch immer von dem alten ver­derblichen Geiste beseelt ist *).

') Die Linke wird vernünftig! Gott sei Dank!

Anm. der Red.

Seine Majestät, der Standrechtskönig von Preußen, ge= Segen die ,, Buben" in Elberfeld vorläufig eine t eine Armee von circa 16,000 Mann zu dirigiren. DaS „stegrnche Dresdener Heer" wird noch Verstärkung schicken. ^Lenn nicht die umliegenden Gegenden, wenn nicht das ganze d e u j ch e Deutschland den Rheinprovinzen zu Hülfe zieht, werden die deutichen „Buben" daS gewöhnliche Ende neh­men. Die Begeisterung wird standrechtlich behandelt werden.

Die Kosakenkönige von Preußen, Baiern, Sachsen und Hannover haben sich nunmehr über die deutsche Verfassung geeinigt. Sie wird nächstens „endgültig festgestellt" im Ver­lage der Wrangel'schen Säbeldisciplin erscheinen. Der deutsche

Philister wird begreifen, daß er zu einer „ endgültigen Fest­stellung" irgend einer Sache zu dumm und zu feige ist.

In der Ansprache des Preußenkönigs an „Mein Volk" heißt eS unter Anderm:

„In der Nationalversammlung herrscht jetzt eine Partei, die „ im Bunde steht mit den Menschen des Schreckens, welche „die Einheit Deutschlands zum Vorwande nehmen, in Wahr- „heit aber den Kampf der Gottlosigkeit, des EidbrucheS und „der Raubsucht gegen die Throne entzünden, um mit ihnen „den Schutz des Rechtes, der Freiheit und des Eigenthums „umzustürzen*). Die Gräuel, welche in Dresden, Breâlau und „ Elberfeld unter dem erheuchelten Rufe nach Deutschlands Ein- „heit begangen worden, liefern die traurigen Beweise. Neue „ Gräuel sind geschehen und werden noch vorbereitet. Während „ durch solchen Frevel die Hoffnung zerstört ward, durch die „ Franksurter Versammlung die Einheit Deutschlands erreicht „zu sehen, habe Ich in königlicher Treue und Beharrlichkeit „ daran nicht verzweifelt. Meine Regierung hat mit den Be- „ vollmächtigten der größeren deutschen Staaten, welche sich „Mir angeschlossen, das in Frankfurt begonnene Werk der „ deutschen Verfassung wieder aufgenommen."

•) Nach dem ReichSbürgerkriegègesetze 2 Jahre Scheller'sche Anstalt.

Gesetzt, die kleinen deutschen Regierungen wollten ihre Truppen aus dem dänischen Blut­egelkriege abberufen, und zwar für den Kampf gegen die Feinde der deutschen Sache, gegen die königlichen Hochverrätber,---wir fragen, welches Schicksal würde dieser Truppen Seitens der preußischen Croaten warten? Elen­der Verrath!

Alle Standrechtsblätter ergötzen ihre Leser mit genauen Schilderungen über die Uniform, die Schmalztöpfe ic. der durch Schlesien dirigirten barbarischen Horden. Man glaubt in den Zeiten des Mittelalters zu leben oder in noch früheren Zeiten, wo ein gewisser Xenophon Geschichte schrieb. Der deutsche Spießbürger vergißt in seinem himmlischen Erstaunen, daß die Horden Russen, Kosaken sind, Kosaken! — Hört ihr?

WaS wir vorausgesagt und gegen alle Verhöhnung behaup­tet haben: Rom macht den Tagen seines Romulus Ehre. Die Franzosen sowohl als die Neapolitaner sind zunächst geschlagen. Rom wehrt sich gegen Frankreich, Neapel, Oesterreich und Spanien. Wird die Ehre Frankreichs, die gewöhnliche ritter­liche Ehre nicht fordern, Odilon-Barrot sammt seinem dyna­stischen Bastard zum Teufel zu jagen?

Revolutionärer Börsenbericht.

Die französische Revolution ist so gut alS ge­sichert. ___________

Die Ungarn haben erklärt, daß eâ ihnen auf ein paar Russen mehr oder weniger auch nicht ankommen solle, Dem- binâky werde sie schon zu „behandeln" wissen.

In verschiedenen Provinzen Deutschlands gilt'S jetzt alS Ehrensache, wenigstens einmal im Jahre unter den Segnungen