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Zweiter Jahrgang.
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Die Mornisse.
„Naum, Ihr Herren, dem /lügelschla- Liner freien Keele!"
Kassel, Sonnabend, den 12. Mai.
1849.
Deutsches Volk!
Zu den Waffen deutsche Männer in allen Gauen des Vaterlandes!
Die Verbindung der Fürsten, welche Hochverrath an dem Volke und dem Vaterlande begehen wollen, liegt klar zu Tage. Verbindet auch Ihr Euch und erhebt Euch, um daS Vaterland zu retten.
Schon kämpfen Eure Brüder in Sachsen und der Pfalz für Euch; laßt sie nicht untergehen. Nachbarstämme der Sachsen und der Pfälzer, an Euch ist es zunächst, — zieht hin zu Euer» Brüdern, zieht hin und helft — helft ihnen und es wird auch Euch geholfen sein. Ihr könnt nicht zaudern, dürft nicht zaudern, Ihr dürft sie nicht allein stehen lassen, die auf- gestavden sind, das Recht in der einen Hand und in der andern das Schwert. Das Schwert für Euer Recht!
Helft mit den Waffen, und wenn Ihr die nicht habt, helft sonst, helft wie Ihr könnt — nur helft!
Ihr andern Stämme auch erhebt Euch, waffnet Euch und zeigt dem Despotismus und der Barbarei, die Euch entge- genstehen, die fcstgeschaarte Macht des Volkes, das sein Recht verlangt.
Gerechter« Kampf hat eü nie gegeben. Zu den Waffen, Männer, zu den Waffen!
Frankfurt a. M., den 8. Mai 1849.
Die äußerste Linke der deutschen Nationalversammlung.
(Klubb DonnerSberg.)
Brentano. Culmann. Damm. Dietsch. Erbe. Hönniger. Hoffbauer. Junghans. Martiny. Mohr. Peter. Reichardt. Reinhardt. Richter. Rühl. Schlöffel. Schlutter. Schmidt. Schmitt. Schütz. LituS.
Trützschler. Werner. Wiesner. Würth.
K a sse l, am 10. Mai.
Volks- oder Fürstenherrschaft.
„Das Volk steht auf, der Sturm bricht los, „Wer legt noch die Hände feig in den Schooè? „Pfui über die Buben!"
Der Bund ist zerrissen, der falsche Bund zwischen den ewig feindlichen Mächten! DaS Schwert, die Gewalt ist die Losung!
Partei! Partei! Jeder Neutrale ist ein Verräther. DaS Volk darf seiner nicht schonen, ebenso wie die Fürsten- parter rhn von sich stößt.
Verräther an der Volkshoheit der deutschen Nation , Ver- räther am heiligen großen Vaterland ist jede Regierung, zeder Minister, jeder Beamter, der sich weigert, mit starkem Muth, mit der ganzen Macht seiner Stellung auf die Seite deS Volkes zu treten!
• DaS Volk wird über sie Gericht halte«!
DreüdenS rauchende Flammentrümmer, daS Heilige Blut der Gemordeten schreit zum Himmel um Rache! Leichen auf Leichen häufen unsere Henker; der finstere Dämon der Ver
nichtung hat von Wien seine düster lohende Fackel in daS Herz Deutschlands getragen. — Der Barbarismus des Ostens ist auf Geheiß deS obersten Menschenwürgers aus den wüsten Steppen der Barbarei über die gesegneten Gefilde unseres Vaterlandes hereingebrochen.
Als Würgengel hat er gesendet die „glorreiche" Dynastie der Hohenzollern, diese Dynastie, die da steht im schnöden Solde des asiatischen Mammons seit Gedenken, die sich längst in schnöder Knechtschaft vor dem Fußtritt deS blutigen Gebieters in Petersburg gebeugt hat, und die sich in schnödem, brutalem Fürstendünkel Deutschland und seinem Volke mit „Meinem herrlichen Kriegsherr" gegenüberstellt, — ein elender Sklave, verdungen als Sklavenzüchter, als oberster Henker im Dienste des asiatischen Despotismus, und oberster Führer aller kleinen gekrönten Raubmörder Deutschlands.
Deutschland! heilige« Vaterland! und du, o Volk der Jahrtausende! In dein Herz, dein blutendes Dulderherz stößt er das Henkerschwert, dein edles Haupt krönt er von Neuem mit der Krone des MartyrerthumS. Auf! Auf! Rette dein Leben!
Rette deinen eben erwachten Freiheitsfrühling. Auf den Bergen häufet die Feuerstöße, Flammen lasset lodern in alle