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Beilage zu Nummer 53 der „Hornisse"
Männer und, was noch mehr ist, er ist ein „wahrer" Demokrat (!). Sein Hauptverdienst besteht jedoch in der muthi- gen Verfolgung der Hornisse und in der klassischen Aeußerung: „daö Schlechteste ist es nicht, woran Wespen, Bremsen, Hornissen und wie das Ungeziefer alle heißen mag, nagen, sondern — — —". Sein Charakter ist eben so gediegen, als seine politische Bildung.
4) Die Höchstbestenerten machen wir aufmerksam auf den bekannten Hof- und Legationsrath, den aus unserer Mitte hervorgegangenen berühmten Dichter und Schriftsteller F. Dingelstedt. Seine politische Richtung ist hinlänglich bezeichnet durch seinen „ c oö m o p o l i t i sche n Nachtwächter" und sein Charakter hat sich durch seine ganze neuere Geschichte, zumal aber durch seine „ Verhofrätherei" genugsam bewährt.
Wer bessere Namen weiß, der schlage sie vor.
— Der Neichâvcrwcser hat einen kleinen Conflikt mit seinem Ministerium gehabt. Natürlich ist alles wieder in Ordnung. Indessen aber werden wir in der Kürze wieder von einem kleinen Conflikt hören, bis endlich der große Conflikt angeht. Der erlauchte Mann belieben zur Abwechselung ein paar konstitutionelle Reichösprünge zu machen. Vorzüge des konstitutionellen Staatsrechts.
— Seine Majestät, der deutsche Kaiser in parültWs gcruhen, etliche Truppen in der Nähe Frankfurts zusammenzuziehen. Natürlich zum Schutz der Nationalversammlung (conf Stand- rechtsgesetz des hohen Parlaments). Gleichwohl fühlen die löblichen Volksvertreter einen Anfall von Pulver- und Blei- Belustigungen, was man so Kanonensieber nennt. Sie erlassen daher Proklamationen Behufs Sicherstellung ihrer Personen. Leider hat das deutsche Volk keine Waffen.
— Gan; Deutschland wird auf einmal links. Die löblichen Spießbürgerblätter schimpfen auf die Fürsten wie Rohrspatzen. Gewisse Herren, z. B. ein Würtemberger, werden als'wahre Kannibalen geschildert. Nichts desto weniger blühen unter dem fürstlichen Belagerungszustände Handel und Gewerbe aufs Beste.
_ Die große deutsche Revolution zur Aufrechthaltung der deutschen Verfassung ist bereits im Gange. Die Nationalversammlung muß allermindestens 1000 Ballen Adressen haben. Vermuthlich soll sie dieselben zu Barrikaden verwenden. Die ganze nationale Partei sitzt und schreibt. Deutsche Revolution!
— Dänemark ist einmal wieder nicht abgeneigt, mit Hülfe des herrlichen zukünftigen deutschen Kaisers einen angemessenen Frieden zu schließen. Natürlich! Sobald die Deutschen in Avantage sind, machen die Herrschaften Frieden. Sobald die Deutschen ihre Positionen verlassen haben, wird der Frieden wieder gebrochen. Eine schamlosere Menschenschlächterei zur Ehre der Gesalbten, ein niederträchtigeres Lpiel mit der Begeisterung des deutschen Volkes ist vielleicht noch nicht getrieben worden. Natürlich ist die konstitutionelle Monarchie die einzig haltbare Staatsverfassung.
2." aller Kürze steht "bekanntlich den Deutschen ein kolossaler fürstlicher Schurkenstreich bevor, von Seiten des zukünftigen deutschen Kaiserthums nämlich. Warum selbiger Schurkenstreich so lange auf sich warten läßt, hat einfach darin seinen Grund, daß Seine Majestät einiges romantisches Gemüth haben. Der Prinz von Preußen, über dessen deutsche Gesinnung die Kaiserdeputation in voller Ertase war, soll mehr Courage besitzen.
— Baiern, welches die Politik Preußens ebenso richtig beurtheilt, als die Familie Habsburg, hat erklärt, mit dieser Familie zu stehen und zu fallen. Baiern kann nicht anders. So lange noch ein einziger deutscher Fürst existirt re. rc.
— Die Reichsminister haben dem berüchtigten Dreißiger- Ausschuß erklärt, daß sie „in Vertheidigung der Verfassung kaum auf den passiven Widerstand gerüstet seien und auch nicht weiter gehen wollten". Unter solchen Umständen versteht sich der Ausgang der großen deutschen Revolution von selbst.
— Die Correspondenz der Linken in Frankfurt schreibt: Die Nationalversammlung ist in einer schwierigen Lage. — Anfang der großen deutschen Revolution!
— Dieselbe Correspondenz theilt unS mit, daß man sich in Frankfurt mit Wetten beschäftige, wieviel Procent der jetzigen Deputirten in der Kürze noch anwesend fein würden. Eine recht unterhaltende Arbeit!
— Schließlich schließt diese Correspondenz mit folgendem erbaulichem Anfänge der großen deutschen Revolution:
„In der Sitzung des Dreißiger-Ausschusses soll es wieder „zu ziemlich heftigen Debatten gekommen sein. — Die Linke „ verlangte Einladung der Minister, um über die Vertheidi- „ gungSanstalten der Versammlung, über die Truppenconcen- „ trirung bei Kreuznach und in Schlesien, über die Stellung „dcS Generals Prittwitz, sowie ferner über die Vorgänge in „Berlin, Hannover, München, über die Politik des Ministe- „riumö nach Außen (insbesondere gegen die Ungarn) unter- „ richtet zu werden; sie verlangte ferner Abänderung der Ge- „schäftöordnung, um gegen den Tod an Auszehrung durch „Abberufung geschützt zu sein; sie verlangte Erneuerung der „positiven Vorschläge auf Vereidigung und Wahlen.— Einige „der Professoren meinten auf's Neue, man dürfe gar nichts „thun, man müsse nur ja ruhig sein; mit den Ministern könne „man ja privatim reden; eine Aushungerung der Nationalver- „ sammlung sei zu fürchten, allein auch dagegen dürfe man „nichts thun, denn die Geschäftsordnung, welche zweihundert „Anwesende als Bedingung der Beschlußfähigkeit setze, dürfe „ja nicht geändert werden in kritischen Zeiten, und was ber» „ gleichen Redensarten mehr waren. Einer der Herren meinte „sogar, die Sache der Nationalversammlung stände besser als „je, und am besten würde es sein, gar keine Sitzung zu „halten, um nicht durch unzeitige Anträge die Entwickelung „zu stören. — Indessen trennten sich doch mehrere Mitglieder „der Rechten von diesen heillosen Ansichten entschieden ab, „und die Minister wurden vor den Ausschuß geladen."
„Die ungarischen Nachrichten, denen man bisher zujubelte, „machen jetzt die Doktrinärs stutzig. — Die Magyaren gehen „über das ihnen zugedachte Maaß der Siege hinaus — sie „werden nach Bassermann und Mathy „unmäßig" — und „ schon sprechen die Führer der Doctrinärs davon, daß sehr „wohl der Fall eintreten könne, wo man mit deutschen Buu- „deâtruppen Oesterreich gegen die Ungarn zu Hülfe eilen „ möge. Sie werden nur glücklicher Weise mit der Ausführung „dieser politischen Maaßregel, wie gewöhnlich, zu spät kom- „men, denn Görgey, Bem, Dembinsky sind ganz unmäßig „ im Siegen, und Kossuth ebenfalls völlig unmäßig in politi- „ scheu Dingen.
Die Neuhessische ist nunmehr vom hohen Ministerium den Behörden zu Annoncen empfohlen worden. Wollte nicht hohes Ministenum auch auf die „ Hornisse " refleklirm? Die ist auch ein ganz hübsches Blatt.