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nicht nur Knecht der Bourgeoisklaffe, des BourgeoiSstaateS, sie sind täglich und stündlich geknechtet von der Maschine, von dem Aufseher, und vor Allen von dem einzelnen fabricirenden Bourgeois selbst. Diese Despotie ist um so kleinlicher, gehäs­siger, erbitternder, je offener sie den Erwerb alâ ihren letzten Zweck proklamirt.

Je weniger die Handarbeit Geschicklichkeit und Kraftäuße­rung erheischt, d. h. je mehr die moderne Industrie sich entwickelt, desto mehr wird die Arbeit der Männer durch die der Weiber und Kinder verdrängt. Geschlechts- und Alters­unterschiede haben keine gesellschaftliche Geltung mehr für die Arbeiterklasse. ES giebt nur noch Arbeitsinstrumente, die je nach Alter und Geschlecht verschiedene Kosten machen. Ist die Ausbeutung des Arbeiters durch den Fabrikanten soweit be­endigt, daß er seinen Arbeitslohn baar ausgezahlt erhält, so fallen die andern Theile der Bourgeoisie über ihn her, der Hausbesitzer, der Krämer, der Psandverleiher u. s. w.

(Schluß folgt.)

Fuldaer Märzveilchen.

Motto:Intelligenz hin, Jnrelligenz her; wenn wir nur die Gro­schen haben." Oßwald. (Schluß.)

Nur Einer steht überm unser Konrad: das zweite meiner Veil­chen die ehrwürdige Ruine K., genannt Scheidungen. Herr K. (wer kennt ihn nicht von Marburg her?) ist eraminirter Kan­didat der Staatswissenschaften, der unentbehrlichste Bittschriften­fabrikant und ein wahrer Apollo, wenn eS gilt, einem supplik­bedürftigen Bauern die Haut über den Kopf zu ziehen. Dabei ist Hr. K. der Herrgott aller Spießbürger denn er geht viel in die Kirche und aller derer, die dümmer sind, als er selber. Zu seinem Troste gestehen wir, daß eS der Letz­teren eine zahllose Menge zu Fulda giebt, sintemalen er in gewisser Hinsicht sehr, sehr schlau ist, nota bene, wenn eS seinen eignen Vortheil gilt. Wie lieb uns daâ Leben ist, wir würden uns dennoch geradezu köpfen lassen, wenn Herr K. jemals von einem vakanten Aemtchen gehört und sich nicht darum beworben hat. Und weil nun der Mann bereits stark zu Jahren gekommen ist, dadurch ist der Vorrath seiner Sup­pliken gar groß geworden, und wird für alle Welt auSreichen ewiglich. War unser erstes Veilchen ein Held auf der Tri­büne, so war K. der Held deö stillen, unsichtbaren Wirkens. Möge er noch lange schaffen, dieser Hort der Bedrängten!

Und jetzt komme ich an Euch, Ihr schwarzen, herzlosen Raben, Ihr Prokuratoren der ewigen Dummheit und der ewi­gen Seligkeit. Ihr schamlosen Prediger des Von-Gotteö- Gnadenthums, der Demuth, der Niederträchtigkeit und der Sklaverei! Wer die zahllosen Schleichwege dieser Pfaffen kennt, wer die List und den Trug dieser geheiligten Nacht­eulen durchschaut hat, der wird gewissermaßen wieder versöhnt mit dem JndifferentiSmus, mit der Schlaffheit unseres Bürger­thums , um seinen Fluch zu schleudern auf das Komplott jener sogenannten Priester, die schon in das Herz des Kindes den Saamen der Niederträchtigkeit legen, damit derselbe desto sicherer das Herz des Mannes überwuchern möge. Wer redlich mit dem Volke meint, wer den Menschen zum wahren Menschen, wer ihn zum Herrn seiner selbst, wer ihn frei machen will der ist ihnen ein Gottloser, ein Ruchloser, ein Antichrist. An den Kaffeetischen der Betschwestern, in den Beichtstühlen und auf den Kanzeln schütten sie jetztim Namen Gotteö" vor Allem über ihn ihren Geifer. Denn sie wollen die Dummheit deS Volkes, um eS sicher bethören zu können; sie wollen die Niederträchtigkeit des Volkes, um desto leichter zu beherrschen und zu knechten. In starrer Gläu­bigkeit horcht das Volk jedem Worte, jedem Winke dieser

Pseudopropheten, unfähig sich ihrer zu entledigen, weil es in ihren Händen bereits entwürdigt ist.

Einmal wird auch diese Macht gebrochen werden; aber der Kampf mit ihr wird ein schwerer sein.

Wahlagitation in Rinteln.

(Korrespondenz.)

DaS Volk steht aus, der Sturm bricht loS!" In der seligen Grafschaft Schaumburg, dem nunmehrigen Bezirke Rin­teln, sieht es auS wie in einer Pfütze, in die man einen Stein geworfen hat.

Es blüht an allen Enden, O Wahlgesetz, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang, Es muß sich Alles, Alles wenden!

Es bilden sich große Wahlkomitès, der hiesige Spießbür­gerverein und der item hiesige Ritterverein, die Resource, treten zusammen. Dieses Comite setzt sich mit unsern Schwe­ster st âdten" auf demLande" in Correspondenz, um mög­lichste Stimmeneinhelligkeit fürwürdige und ausgezeichnete Deputirte" (vergl. weiter unten) zu erzielen. DaS ist aber noch nicht Alles, noch lange nicht! Der Spießbürgerverein versammelte sich extraordinär, die Parteien stellen ihre besten Redner in'S Feuer, Cicero-Mäurer und Demosthenes-Storck treten mit hinreißenden Reden (der Referent selbst ist von einer solchen Rede zu einem gesunden Schläfchen hingerissen worden) auf, die Allgemeine Schaumburger Klatschrose fällt vor lauter Heulen aus einer Ohnmacht in die andere, kriegt Nervenzucken, Schwindel und sonstige Anfälle, und ist bereit

Zu sterben mit dem Donnerruf:

Wählt den Oetker!

Kandidaten und Volksredner schießen aus der Erde wie Pilze, trotz Feder und Akte, trotz Pinsel und Palette, trotz Schulbank und Katheder. Es wird eine Fabrik zur Verarbei­tung aristokratischer Lumpe, wollte sagen Lumpen, gebauet, die die Klatschbase während der Wahlagitation mit Papier versorgt, da sie Jedem,der einen erprobten Namen vorzu­schlagen weiß, gern ihre Spalten öffnet".Einstweilen ma­chen wir aufmerksam auf folgende Männer:"

1) Storck, Zeichnenlehrer zu Rinteln. Er hat Herz und Kopf auf der rechten Stelle, kennt die Bedürfnisse der Graf­schaft rc. und ist über unsere Empfehlung erhaben. Gewiß wird das Landgericht Rinteln und Amt Oldendorf als erster amtlicher Wahlbezirk sich diesen Ehrenmann nicht entgehen las­sen, der ohne Zweifel schon früher hier gewählt worden wäre, wenn er den welthistorischen Ausspruch: wer sich einen Nock machen lassen will, der muß nicht zu einem Seiler gehen, sondern wo möglich zum rc. Oetker " schon früher gethan hätte.

2) Für die Aemter Rodenberg, Obernkirchen schlagen wir den Ziegelbrenner Reischauer vor, eine Hauptzierde frühe­rer, frühester und allerfrühester Ständeversammlungen; er wäre daS vorige Mal schon von den bäuerlichen Wahlmännern gewählt worden, wenn diese nicht gedacht hätten, die städti­schen sollten eS thun, und jene umgekehrt dasselbe, aus wel­chen Gründen die Wahl dann ganz unterblieb.

3) Für die Städter empfehlen wir den Pfarrer Mäurer, einen Mann, der sich besonders in der letzten Zeit um die politische Heranbildung des Schaumburgischen Volkes durch Schrift und Wort bedeutende Verdienste erworben hat. Er hat im Juli vorigen Jahres dem Fürsten Windischgrätz den Dank der Stadt Rinteln votirt. Er hat den preußischen Kaiser mit machen helfen, er hat die Oesterreicher auS der Pauls- kirche mit'nauSschmeißen " wollen. Er ist eine kräftige Stütze des Vororts der nationalen Vereine. Er ist ein Mann aller

(Beilage.)