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Die Neuhessische bringt uns folgende Erklärung:

Die Aufforderung in Nr. 169 d. Bl. an gewisse Männer, welche auf der Kandidatenliste des Vororts der demokratischen Vereine in Kurhessen stehen, soll auch mit an mich gerichtet sein. Ich finde mich deßhalb veranlaßt, zu erklären, daß ich, wie Jeder wohl Pensen sann, ohne mein Zuthun und ohne meine Einwilli- gung auf jene Liste gekommen bin, daß ich mit dem demokratisch-socialen Verein in kei- nerlei Verbindung stehe, daß ich aber auch keinen Grund finde, Verwahrung gegen einen angeblichen Mißbrauch meines Namens einzulegen. Denn Niemand hat mir ange- sonnen, meine politischen Ueberzeugungen und Ansichten zu ver- leugnen oder irgend wie abzuändern. Wer mich will, muß mich ganz so nehmen, wie ich bin. Diejenigen, welche meiner gerin- gen Person einige Theilnahme widmen, mögen sich beruhigen. Meine Gesinnung ist heute noch dieselbe, wie vorm Jahre, Eitelkeit aber wird mir wohl Niemand mit Grund vorwerfen können. Um jedoch jeden Zweifel über meine Gesinung und meine politische Stellung zu beseitigen, werde ich Veranlassung nehmen, dieselbe öffentlich genau darzulegen in der kleinen Brochüre: »über die Aufgabe der nächsten Stände- Versammlung«, welche ich in nächster Woche erscheinen lassen werde. Dr. H. Gräfe."

Zur weiteren Beruhigung ängstlicher Gemüther und deS Herrn Gräfe selbst geben wir hiermit die Versicherung, daß sich allerdings Jeder wohl denken kann, daß Hr. Gräfe nichts dazu kann, wenn sein Name auf der Kandidatenliste der De­mokraten steht. Jngleichen können wir dem Publikum nicht verhehlen, daß Hr. Dr. Gräfe mit dem demokratisch socialen Verein in keinerlei Verbindung steht, sei denn dadurch, daß er die Erstrebung des demokratischen Wahlgesetzes und die Herabsetzung der Civilliste ebensogut wie wir verlangt, waS wir Alles eines Genaueren in seiner nächstens erscheinen­den kleinen Brochüre lesen werden.

ES freut uns, daß daö Evangelium der Neuhessischen in Nr. 169 wenigstens in Hrn. Dr. Gräfe einen guten Boden gefunden hat; Hr. Dr. Gräfe hat die Neuhessische gerettet. Möge sie ihm Dank wissen.

Seit einigen Abenden haben wir abermals das Vergnügen, unserherrliches Kriegsheer" in Gassenscandälern mit der Bürgerschaft auzutreffen. Um daS freundliche Einverständniß " recht vollkommen zu beweisen, ist gestern die Bürgergarde von etlichenJüngern der KriegSehre" mit Steinen angegriffen worden. In stolzem Siegesbewußtsein haben unsere tapferen Truppen" das Schlachtfeld verlassen.

Man braucht eben nicht in den Sternen lesen zu können, um den Grund diesesherzlichen Einvernehmens" zu errathen.

Ein Konzert zum Besten der Armen! Die kehr hohe Herrschaft hat erklärt, daß sie keine Billets nehmen werde, sintemalen und alldieweilen ne durch die jämmerlichen Zeitläufte zum Privatmann herabgesunken sei, aber keine Billets zu nehmen brauchten. Verschiedene hohe Herr- von jeher Privatleute gewesen sind, haben sich diesem men- Trotze pflichtschuldigst angeschlossen. Die Rache ist schön, namenklich die an den Armen!

"^"Korrespondenz der Linken in Frankfurt wandert 5 § 'm schönsten Sonnenschein auf der Zeil und erklärt, daß aus dem »Uèsehen werde, Preußen werde seine Deputaten Srtmi? in Böhmen einrücken (hoffentlich mit den De- P ' 1 " ü Bon Würtemberg werde abdanken, der Kronprinz

Alles zurücknehmen und der Krieg mit Dänemark zu Ende sein. Schmer­ling , du wirst Minister sein!

Die Linke setzt treuherzig hinzu: Er wird wohl nicht Unrecht haben! Arme Linke! Es ist nur gut, daß ihr nach eurer Ansicht nicht so stark kompromittirt seid, wie die herrschenden Liberalen. Ihr werdet nur geohr­feigt, die andern werden gereitpeitscht. Schöner Trost!

Die Neuhessische hat einen Korrespondenten in Köln! Wer's nicht glauben will, lese besagte Zeitung, Nummer 177, Seite 801, zweite Spalte, dritter Absatz. Ein Originalartikel aus Köln! Es ist lügenhaft zu sagen. Nachdem die Neuhessische in edler Ausdauer den Demokraten Winkelblech mit der berühmten Thalergeschichte tausendmal ge­hetzt hat, läßt sie sich jetzt expreß durch einen Korrespondenten aus Köln schreiben, daß in Köln die Neue Rheinische Zeitung, das Organ der De­mokratie , erscheine, und daß diese Neue Rheinische Zeitung den Professor Winkelblech für keinen Revolutionär halte. So spricht dieses Blattvon dem Kandidaten der Revolutionäre von Haus aus" sagt der inwärtige Auswärtige aus Köln-Kassel.

Ja, es ist himmelschreiend! Warum ist auch der Professor Winkelblech kein Revolutionär? Warum nicht? Freilich, die Reuhessische hat all' ihr Lebtag immer behauptet, Herr Winkelblech sei ein Revolutionär, aber tempora mutantur. Jetzt dort sie dieNeue Rheinische Zeitung ", UM das Gegentheil zu beweisen. Sie cilirt also, daß sie, die Neuhessische nem- lich, bis dahin blödsinnig gewesen. Edle Offenherzigkeit! Möge sie dabei fett werden.

Dem Publikum diene übrigens aber- und abermals zur Nachricht, daß wir Herrn Winkelblech als Kandidaten aufgestellt haben, weil er mit dem Wahlgesetz und der Civilliste nicht zufrieden ist. Ob er Revolutionär ist, oder nicht egal! Gut ist's nur, daß die Neuhessische auf d e m Punkte der Ohnmacht angekommen ist, um unsere Kandidaten bei uns zu verdäch­tigen.Hilft's nichts, so schadet's nichts." Nät

Folgendes ist die Ertra - Beilage zum Neuen Preußischen Sonntags­blatt (Beilage zur fff Neuen Preußischen Zeitung Berlins). Nr. 20. Sonntag, den 29 April. ,, Lieben Preußischen Landsleute! Da die mei­sten Abgeordneten in der zweiten Kammer nicht gehört haben auf treue und weise Männer, wie von Kleist und von Bismark, da sie den Belagerungs­zustand in Berlin durchaus aufgehoben haben wollten, ihre Zeit, ganz wie die vorjährige schlechte Nationalversammlung, mit elendigen Schwatzereien, ungezogenem Schimpfen gegen die Minister, Interpellationen und anderm dummen Zeuge hinbrachten, und sich je länger je schlechter betrugen, so hat sich unser lieber König und Herr genöthigt gesehen, heute Freitag den 27. April, halb zwölf Uhr, die zweite Kammer aufzulösen und die Ab­geordneten nach Hause zu schicken. Es lebe der König.

Der Konntagsblatt-Schreiber."

Wir empfehlen diesen Styl der Neuhessischen.

Ist Jemand durch die Auflösung der zweiten Kammer in Berlin überrascht worden?

Der zukünftige Kaiser der Deutschen muß doch seinen Getreuen zeigen, nach welcher Methode er zu regieren gedenkt.

Das Schönste ist, daß der konstitutionelle Blödsinn gegen solche Manövers nichts einwenden kann.

Die Linke in Frankfurt beabsichtigt, vernünftig zu werden und das Parlament zu hoffentlich zu verlassen. Es ist auch hohe Zeit.

Eine Revolution dürfte mit allerhöchster Erlaubniß nicht mehr ferne sein.Es spukt mir schon durch alle Glieder."

Ernennungen re.

Der Ober - Gärtner - Gehülfe Wilhelm Eubel ist pro­visorisch zum Hof-, Treib- und Gemüse - Gärtner zu Wil­helmshöhe ernannt worden.

^ Auf mehrfache Anfragen diene zur Nachricht, daß bei den Postbehördeu nur Bestellungen für ein Vierteljahr angenommen werden. Abonnements für die Monate Mai und Juni (a 12 Sgr.) müssen daher in der Expedition d. Blattes, obere. Entengasse Nr. 132, bestellt werden.