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Programme in daS Lager der französischen Gewürzkrämer und Börsenspekulanten schleudern.

Die Nestauration deS Papstes ist unmöglich. Weder der Esel noch seine Jungen, weder Louis Napoleon noch Odilon- Barrot, weder Rothschild noch sonst ein „Haus" wird daS Haus des Kirchenstaates halten. Der Bankerot ist unver- weidlich.

Die Römer haben die Brücke hinter sich abgebrochen, sie haben die Schiffe verbrannt, welche sie anö feindliche Ufer getragen haben, die Römer wollen siegen oder untergehen! Römische Feigheit, Feigheit des römischen Gesindels!!! Wer «och ein Herz in der Brust hat, muß dieser Feigheit des rö­mischen Gesindels entgegenjauchzen, wer nur eine Spur jenes wilden, unbändigen Freiheitsdranges in sich fühlt, der alle Nerven und Sehnen in uns spannt und reizt, muß mit uns jubeln, jauchzen, muß mit uns Bravo rufen über diesen Hel­denmuth des republikanischen Gesindels, diesen von dem Bett­lerpack aufgehobenen Handschuh der Contrerevolution. Die Ungarn haben gesiegt, Rom wird ebenfalls siegen. Noch sind es dieselben Hügel, von denen herab die alten Krieger stürz- ^en, um Provinz nach Provinz niederzuwerfen, um Italien römisch, um dadurch Welttheile römisch zu machen!

Republikanisch oder neapolitanisch! Republik oder Ruß­land! Es ist überall dieselbe Losung, dasselbe Feldgeschrei.

(Frankreich) Die Republik ist konstituirt! Die nächste gesetzgebende Versammlung soll sie wieder vernichten — so hoffen die Barrots, die Napoleons , die Louis Philipps, die Thiers und GuizotS. Die gesetzgebende Versammlung soll sie nicht vernichten, nein! diese Versammlung soll ihr eine andere Farbe geben, sie soll die Schurkenstreiche oder den Blödsinn der Bourgeoisie und ihrer Troßbuben wieder gut machen, diese Versammlung soll die Bank der Nothschilde zur Nationalbank machen, der Republik ein lumpiges Beiwort verschaffen, daS lumpige Beiwort: demokratisch, oder wenn ihr so wollt: roth!

So hoffen die Demokraten! Die Demokraten werden sie­gen. Nicht etwa, daß sie die Wahlen in ihrer Hand hätten, nicht, daß sie über daS Geld der Herren Barrot zu verfügen hätten, nein! aber sie haben die europäische Zukunft für sich, den Untergang der österreichischen Monarchie, die Schlachten in Italien. Die Demokraten werden trotz der Bürgermeister­verschwörungen und der Spießbürgergeneräle siegen, die gesetz- gebende Versammlung wird die Revolution proklamiren, sie wird den Uebergang zum Convente bilden. Warten wir'S ab.

(Frankfurt) Warten wir's ab! DaS sogenannte deutsche Parlament, dessen Lebenstage gezählt sind, dessen Lebenstage nur deswegen noch nicht abgeschnitten sind, weil man zuvor die Ungarn vor Wien sehn möchte, dieses Parla­ment hat beschlossen, in Sachen der deutschen Freiheit nichts zu thun, weniger als nichts, eö hat beschlossen, dem Könige von Preußen die gehörige Zeit zur gehörigen Vorbereitung auf den gehörigen Schlag zu lassen, es hat in seiner senato­rischen Weisheit und Mäßigung beschlossen, den Gegner erst alle Festungen besetzen zu lassen, ehe eS den famosen Kampf für's Vaterland beginnen will! Hochherziges Parlament! Großmüthiges, aufopferndes, sich selbst verleugnendes Par­lament.

Wahrlich, wer über diese Mäßigung nicht empört wird, wem Angesichts dieser brutalen Lästerung nicht das Blut in den Adern kocht, der hat kein Blut, kein Herz, keine Liebe, keinen Zorn! Nachdem der Gegner auf eine Bitte um Frieden mit Fußtritten geantwortet hat, nachdem er die Revolution des Jahres 1848 zur Emeute gestempelt, die Souveränetät des deutschen Volkes für doctrinâren Blödsinn erklärt, sein herrliches Kriegsherr um sich, um das Parlament selbst ge- schaart, nachdem der Gegner den gesetzmäßigen Weg als den Weg zum Galgen längst verlassen hat, nachdem Schlag auf

Schlag, Schimpf auf Schimpf, Hohn auf Hohn gefalle» ist, neigt das deutsche Parlament in edler Selbstbeherschung sein Haupt und gibt der europäischen Politik eine abermalige Frist, ihre Netze zu weben, ihre Dolche zu wetzen, ihre Horden zu armiren. AIS ob der König von Preußen etwas Anderes wollte, als eben — Frist, Zeit, Aufschub! Nicht etwa, als ob er nach Ablauf dieser Frist ein ehrbarer Mann zu werden gedächte, sondern weil er nach Ablauf dieser Frist euch auSeinanderjagen will, weil er nach Ablauf einiger Zeit sich von GotteS Gnaden zum Kaiser der Deutschen zu machen ge­denkt. ES reift, es reift! Urplötzlich wird der letzte Schlag auf eure Häupter fallen, über Nacht wird Deuschland preußisch sein! Ihr könnt's nicht ändern. Und wenn ihr die Republik proklamirtet, eS ist zu spät. Ihr seid unschuldig! Um eure Schande nicht durch einen Eklat, durch eine plötzliche That ganz klar vor die Augen der Welt zu bringen, müßt ihr warten. Ihr habt dem König von Preußen nicht die Frist gegeben, weil ihr schlechte Politiker, sondern weil ihr gar nichts, absolut ohnmächtig seid. Eure höchste Frucht ist-- der Märzverein!

Die Magyaren siegen!

(Dänemark ) Der dänische Krieg ist und bleibt nur die Wunde, welche die Fürsten offen halten, um — AlleS, Alles daraus zu machen. Der dänische Krieg an sich ist nichts, für die Fürsten ist er Alleö. Man muß ihn zu benutzen wissen. Deutschlands Söhne fallen derweil dieser Politik zum Opfer, daS deutsche Blut fließt zur Ehre Potsdams und Petersburgs. Der deutsche Nationalkrieg!

Fuldaer Märzveilchen.

Motto: „Intelligenz hin, Intelligenz her; wenn wir nur die Gro­schen haben."

Oßwald.

Wer in unsern Mauern eine Zeit lang heimisch gewesen, der weiß wohl, daß Fulda eine gute, gemüthliche Stadt ist, in der man gern etwas Solides ißt und trinkt und dabei Gott und seinen Vetter, den Kurfürsten, einen guten Mann sein läßt; weiß aber auch, daß unser gemüthliches Fulda außerdem ein gewaltiger Augiasstall voll schrecklichen Unflaths ist, und daß auf den Herkules bisher vergeblich gewartet wurde. Was Wunder also, wenn auS diesem Dünger Veilchen hervor­wachsen, die — man verzeihe mir diese schlichte Prosa! — stark nach dem Boden riechen, aus dem sie hervorgewachsen sind. — Um meine Einleitung kurz zu machen, öffne ich den Guckkasten und produzire meine Blumen.

Die erste ist der Schriftsteller vom Mommelsteine, der gute Konrad, weiland angestaunt als ein Muster von Genialität, jetzt nur noch im Stillen wirkend als erster Schriftwart des VolkSrathS und dito des heiligen PiusvereinS. DaS war ein herrlicher Anblik, wenn unser Konrad in den Zeiten der seligen Märzrevolution den Mund austhat, um zu drechseln seine glänzenden Tiraden voll leeren, nichtssagenden Wortschwalls; wenn er redete, der Mirabeau deS Wahler'schen SaaleS, um die Bravo'S Dutzendweise nach Hause zu tragen und um schwel­gerisch von der Zukunft zu träumen, die ihm in der Paulâ- kirche zu Frankfurt schönere Lorbeern um seine Stirne windet. Aber es ist Alles eitel auf dieser Welt. Die Revolution frißt ihre eigenen Kinder. Mirabeau ist jetzt vergessen und hat wieder Muße, um über die Hansestävte zu schreiben, die er niemals gesehen, über Branntweinsbrennereien, von denen er keinen Begriff hat, und über Zerrüttung der socialen Zustande, welche natürlich einzig und allein — „von den unehelichen Kindern herkommt". Konrad Mirabeau ist in der That ein großer Mann. (Schluß folgt.)