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Darinnen steht geschrieben
Mit Flammenschrist: Bahn frei!
DaS Roth bedeutet Liebe,
DaS Roth bedeutet Blut,
Daß vor dem Tod nicht zitt're
Der junge frische Muth;
Und daß nicht falsche Deutung
An jenem Sprüchlein sei —
Einst wird das Schwert sie schreiben,
Die Feuerschrift: Bahn frei!
Die hohen Potentaten,
Sie haben arg gesä't,
Daß überhoch das Unkraut
Auf ihren Aeckern steht.
Wir wetzen Schwert und Sense,
Wir gießen das wilde Blei,
Das soll einst deutlich sprechen
DaS Losungswort: Bahn frei!----
Dann wird'S ein Ringen geben,
Wie'ö nie zuvor probirt,
Dann wird's ein Springen geben,
Wo Mancher den Kopf verliert!---
DaS ist die ächte Praxis
Der deutschen Turnerei —
Auf eu'rer Brust daS Sprüchlein
ES lebe hoch: Bahn frei,
G. Lotzgefell.
Aus Schleswig-Holstein. — Von den blessirten Kurheffen ist der Schütz Bamberger in Folge einer Spitz- kugelwunde am Kopf gestorben.
Die kurhessischen Bataillone sind biè jetzt bei keinem weitern Gefecht betheiligt gewesen
Die Avantgarde der deutschen Truppen (Schleswig - Holsteiner) ist endlich in Feindes Land, in Jütland, eingerückt und hat die Grenzstadt Kolding genommen und die Dänen daraus vertrieben, wurde aber an weiterem Vordringen durch am 23. neu gelandete dänische Truppen verhindert. Die Deutschen zogen sich darauf nach Kolding zurück. In der Stadt selbst stürzten ihnen die Einwohner glühende Kohlen, siedendes Wasser, Steinmassen und dergl. auf die Köpfe und behandelten die Verwundeten und Verstümmelten auf die rohste Weise. Da rückte am 23. Nachmittags 3 Uhr die deutsche Artillerie vor und schoß die Stadt in Brand. Abends 11 Uhr stand sic noch in Flammen und ist bis auf wenige Häuser niedergebrannt.
Die Deutschen waren 16,000 Mann , die Dänen 24,000 Mann stark nebst Marineartillerie. Von einer Schwadron dänischer blauer Husaren blieben nur 17 Mann übrig, die andern fielen unter dem Kartätschenhagel der Schleswig-Holsteiner in den Straßen Koldings. Ein dänisches Bataillon (auS Schleswig-Holsteinern bestehend) ging während des Kampfes zu den Deutschen über.
Der General Prittwitz will abdanken als Obergeneral, weil er von Frankfurt Ordre hat, in Jütland einzurücken, und von Berlin von Sr. Majestät, dem Vetter Sr. Majestät in Kopenhagen, Contreordre.
Deutsches Volk, so spielen Deine Fürsten mir Deinem Blut und mit Deiner Ehre!
Kassel, 26. April. Ausschreiben des Ministeriums deS Innern. „Nachdem durch das Gesetz vom 5. April d. I., die Wirksamkeit der gegenwärtigen Stände- versammlung und die Beschleunigung der Wahlen neuer Land, tagsabgeordneten betreffend, die alsbaldige Einleitung der Wahlen für die nächste Ständeversammlung angeordnet wor
den; so ergehet an alle, nach dem Gesetz vom 5. April d. I., über die Zusammensetzung der Stäudeversammlung und die Wahl der Landtagöabgeordneteu, mit der Leitung der Land- tagSwahlen beauftragten Behörden und Kommissionen die Aufforderung, mit den Wahlgeschäften alsbald zu beginnen und dieselben, unter sorgfältiger Beachtung deS vorgedachten Wahlgesetzes, so zu beschleunigen, daß die Zusammenberufung deS Landtages baldthunlichst erfolgen könne. Kassel am 24. April 1849. Kurfürst!. Ministerium deS Innern. Eberhard."
Geffentliche Danksagung !
Die glänzenden Erwartungen, welche die hiesigen Israeliten von den neuen Gemeindeältesten gehegt, sind in Erfüllung gegangen , und jetzt ist es deshalb an uns, denselben für ihre ungeheure Thätigkeit in Leipzig, Braunschweig u s. w , sowie für ihr stetes Streben nach Reformen und zeitgemäßen Einrichtungen Anerkennung zu zollen. Wie war es aber auch von freisinnigen Männern, wie HH. gönnet und gorschih, wache doch schon vor langer Zeit dem alten Ceremonialwesen, als den Speisegcsctzen rc. Valet gesagt haben, anders zu erwarten. Deshalb danken wir ihnen:
1) für den der hiesigen Gemeinde schon 8 Jahre lang mangelnden und durch die ungeheure Thätigkeit der Gemeindeältesten noch mangelnden Seelsoi ger;
2) für das seit Jahren bestandene und noch bestehende Vorsteberamt (Schroder, 1 in haè rc.);
3) für die seit Jahren im Tempel herrschende Liturgie , welche seit dem Amtsantritt der Gemeindeältesten noch nicht geändert ist, und dec alle feierliche Erhebung mangelt ;
4) für die schone Orgel , welche im Tempel sein konnte;
J) für das verbesserte Schulwesen, für das noch existirende Abschätzen rc. rc.
Lin Israelit für nie t.
Monolog der Neuhessische» an ihrem RcdaktionStisch in einem engen
gewölbten Zimmer.
(Es dämmert.)
Habe nun ach! Büreaukratie,
Philisterei und Reaktion,
Und leider auch Cäsaromanie
Durchaus studirt mit heißem Bemüh'n.
Da schreib' ich nun, ich armer Thor,
Und bin so weit, als wie zuvor.
Heiße Magister Pf— und Doktor gar,
Ünd ziehe schon fast ein ganzes Jahr
Herauf, herab, und quer und krumm,
Meine Leser an der Nase herum, —
Und sehe, daß wir nichts leisten könne»;
Das will mir schier das Hirn verbrennen.
O sähest du, voller Mondenschein,
Zum letzten Mal auf diese Pein,
Mit der ich, anstatt auszuruhn,
Mich gefragt und gefragt: was ist zu thun?
Ha! hör' eö, ich beschwöre dich —
Zum letzten Male gcwaltiglich —
Kaiser von Deutschland!
Enthülle dich!
Ha! wie's in meinem Herzen reißt!
Zu neuen Gefühlen
All' meine Sinne sich erwählen,
Ich fühle ganz mein Herz dir hingegeben!
Du mußt! du mußt! und kostet eS mein Leben!
(Sie spannt eine Pistole.)
Der König von Preußen (erscheint mit bluttriefenden Hän
den und Gewändern): Wer ruft mir?
Neuhessische (fällt in Ohnmacht): Schreckliches Gesicht.
(Beilage.)