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Versteht sich Alles von selbst, nur nicht für diese an Abhängigkeit ge­wohnten , für diese nach der alten Knute verzweiflungsvoll jammern­den pastoralen Staatsdiener.

6.

Bei Besetzung der Pfarrämter hat die Gemeinde das Wahl­recht unter mehreren ihr von der obersten Kirchengewalt prä- sentirten Kandidaten.

Die Gemeinde hat das Recht, zu nehmen, wen sie will, und der Staal hat weder etwas zu präsentiren, noch zu rekommandiren. Und da­mit Holla!

7.

Die Disciplin über die Geistlichen steht der Kirche unge­schmälert zu. Der Staat kann hier nur Schutz gegen offen­bare Rechtsverletzung verleihen, wenn die Kirche die Grenzen ihrer gesetzlich normirten Disciplin überschreiten sollte. Der Recursus ab abusu bleibt daher gewahrt. Namentlich kann die Kirche Geldstrafen nur so weit verhängen, als es ihr die Staatsgesetzgebung gestattet.

Versteht sich Alles von selbst für unbefangene Blicke, nur nicht für alte Hofgeistliche und Staatskirchen- Perrücken und Talare!

8.

Die Verwaltung des Kirchenvermögens gebührt der Ge­meinde und wird von dem Pfarrer und dem Presbyterium unter Aufsicht und Mitwirkung der Superintendenten und der Staatsbehörden geführt.

Haben wieder die Staatsbehörden gar nichts zu schaffen. Sonst werden morgen noch tausend neue Sekten und Kirchen und sonstige Vereine der Siaatèbehörde die Aufsicht ihres Vermögens übertragen, und in betreffendem Falle die Staatskassen bei etwaigem Mangel in Anspruch nehmen. Denn da liegt der Hase im Pfeffer!

Geistliche der evangelischen Kirche Kurheffens! Es ist eine Schmach, daß Ihr nach Freigebung der Kirche, in armseliger Ohnmacht und geistiger und geistlicher Schwäche, keinen andern Gebrauch von dieser

göttlichen Freiheit zu machen wißt, als die Kirche, die Euern Handen an­vertraute Heilsanstalt, zurück zu führen in die alten Polizeifesseln, in die alten Ketten des Staats - und Gewissenszwanges.

Die Kirche selbst wird entweder solche Verräther an ihrer Hoheit von sich ausstoßen, oder diese werden ihre eigene Kirche durch ihre Berrätherei zu Grabe tragen!

Wo sind die freien Prediger, wo sind die freien Führer der Gemein­den, die diesen Sclavenseelen die Herrschaft über die Kirche aus ihren ohn­mächtigen Händen winden?

Nachdem der König der Würtemberger erfahren hat, daß aus der preußischen Kaiserkandidatur nichts werden will, wird er wohl bald nachgeben und pro forma den preußischen Kaiser an­erkennen. Vols, gutes, ewig kindliches Volk, und ihr geliebten Schwaben in Würtemberg und in allen Landen Deutschlands, kommt euch denn noch immer nicht der Verstand? Das Schwaben­alter habt ihr doch längst? Der deutsche Michel macht sich köstlich, wie ihn seine ganze Bande von gnädigen Vormün­dern, unter russisch-preußischer Direktion auf einem Bett­tuch prellt, daß ihm Hören und Sehn vergeht, und wie er glaubt, er hätte Flügel und flöge hin und her.

An die Neuhessische Zeitung, das Organ deS s. g." Bürgervereins zu Kassel.

Die beiden Redakteure der Hornisse wollen blos noch Spaß mit Dir treiben, aber wir erklären Dir und Deinem s. g." Bürgerverein in Bezug auf Deine Nr. 159 Land- ragsschau" in vollem Ernste:

Ihr wollt ihn nicht haben, unseren Bayrhoffer, Ihr sollt ihn aber dennoch bekommen.

Wenn Ihr unö in Marburg 'mal besuchen wollt, soll'S unS freuen. Marburg, 22. April 1849.

Einige Demokraten.

Bekanntmachungen.

(202) Ein Logiè in der 4ten Etage des Hauses Nr. 181 der Wilhelmè- straße ist auf Johannis zu vermiethen. Das Nähere darüber in Nr. 35 der Frankfurter Straße.

(225) mantillen etc. , neuesten Farons, bei

Iakob Augclmann.

(228) Nöthe Pfeifenglocken sind zu billigen Preisen zu haben bei

F. E. Buch, Ziegengasse löl.

(232) Iu vermiethen.

In der Mittelgasse Nr. 217 eine freundliche Stube mit oder ohne Mö­beln auf den 1. Mai.

(235) Wurndrell, die Elle 44 Sgr., bei

G Grubers Wittwe, Paulistraße Nr. 923 (Ecke der Schäfergasse).

(236) Meine Wohnung ist jetzt in der Fischgasse Nr. 600.

A. Hachenberg, Schneidermeister.

($37) Turn - Verein.

Sonnabend, den 28. April, Abends ^8 Uhr, General- Versammlung im Oestreich'schen Saale.

_____ Der Vorstand.

(238) Ein gebildeter junger Mensch von angenehmem Aeußern findet als Kellnerlehrling gegen freie Station und angemessenen Gehalt auf den I. Mai einen Dienst. Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes.

(239) In der obern Entengasse Nr. 132 eine Wohnung für eine oder Zwei Personen auf Johannis. Das Nähere in der dritten Etage.

(240) Am 17. d. M. mußte ich in Vormundschaftsangelegenheiten vor Kurfürstlichem Justizamte zu Grebenstein erscheinen. Der ebenfalls vorge­ladene, jedoch mit mir nicht an einem Orte wohnende Mitvormund war ausgeblieben. Als ich nun allein in der Amtsstube erschien, wurde ich des­halb von dem Amtsaktuar Hozzel mit folgenden Worten angefahren:Ihr seid wie zwei Ochsen , die gegen einander gespannt sind; wenn der eine hier­hin will, will der andere dorthin."

Die ausgezeichnete Gabe des Hrn. Amtèakluars Hozzel, Vergleiche zu treffen, die sich durch ihre Feinheit auezeichnen, halte ich mich verpflichtet hiermit zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

Kalben. E. Cindte, Ackermann.

(241) Eine kinderlose Wittwe möchte ein oder zwei junge Mädchen, welche zum Nähen, Bügeln u. s w. gehen, oder eine einzelne Frau, welche einen kleinen Haushalt hat, in Logis zu nehmen.

Näheres in der Frankfurter Straße Nr. 56 im Hinterhause gleicher Erde. (242) Ausverkauf von Atlas . und Sammetbändern, Spitzen und Tülle zu sehr billigen Preisen bei

Wittwe Hartdegen,

Fischstraße Nr. 459.

(243) Unterricht in allen Theilen der Mathematik ertheilt Dr. Lessong, Cand. der Realwissenschaften. Paulistraße Nr. 795.

(244) Wohnungsveränderung.

Meine Wohnung befindet sich jetzt Martinistraße (oberste Gasse), dem Gasthausezur goldenen Krone" gegenüber, was ich, um ferneren Verwechselungen mit Dr. med. P 9. M 0 mbert vorzubeugen, ergebenst anzeige.

I. L. Mombert, Hofzahnarzt.

Kassel. Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. Druck der Estienne'schen Buchdruckerei.