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demokratische Verein in Kassel, hat schon seit mehreren Wochen *) die Einleitungen getroffen, sowohl zur Ausstellung der Listen, wie zur Abfassung der praktischen Grundsätze, nach welchem die Tüchtigkeit der vorzuschlagenden Kandidaten gemessen wer­den sollte, und zwar:

I m E inv erstä n dn mit sämmtlichen demokrati­schen Vereinen KurhessenS und auch im Einverständniß mit manchem andern Verein, der gerade noch nicht dem demokratischen Kreisverband angehört, und im Einver­ständniß nicht blos mit der Linken deS vertagten Land­tags, sondern auch denjenigen Mitgliedern desselben, welche so zu sage» zum linken Centrum gerechnet wurden.

Daraus mögen sich hoch. und wohlgeborene achtbare Hände erklären, wie es kommt, daß bereits schon längst, ehe sie an eine Agitation dachten, mehrere Männer auf unserer Wahlliste standen, die sie mit Befremden darauf stehen sehen.

Man muß heut zu Tag auf Vieles gefaßt sein, um nicht viele Augenblicke mit Befremden hinzubringen.

Dieses spezielle Befremden würde jedoch leicht zu kuriren sein durch das einfache Hausmittel, daß sie nur gefälligst unser Wahlprogramm etwas schärfer ins Auge fassen wollten, als sie's vielleicht gethan haben. Das Programm zerfällt in 3 Theile; in den ersten beiden Theilen werden vom rein prinzi­piellen demokratischen Standpunkt auS einmal die Sünden der letzten Ständekammer aufgezählt, sodann werden aus demselben Standpunkte die Forderungen deS demokratischen Staats festgestellt, als das letzte Ziel nicht dieser blos, sondern aller Ständekämm ern der Zukunft, und als das zu wünschende Wirken aller Ständemitglieder für heute und morgen.

Im 3ten Theil endlich werden, abgesehen vom prinzipiellen Standpunkt, den der Vorort der demokratischen Vereine seinen Untervereinen klar und unverhüllt aufrecht erhalten muß abgesehen von diesem Standpunkte werden die beiden Gesichts­punkte angegeben, nach welchen die Demokraten für diesmal agitiren, nach welchen sie für diesmal ihre Kandidaten prü­fen und aufstellen wollen:

Herabsetzung der C i v i l l i st c.

Ein demokratisches Wahlgesetz.

Nur solche Männer, bei denen nach ihrer eigenen ausdrück­lichen Erkläruna, oder nach ihren bisher erprobten Gesinnun­gen und nach ihrem früheren Auftreten entschiedene Wirksam­keit für diese beiden Grundsätze außer Zweifel ist, sind der Reihe unserer Kandidaten einverleibt. Von den 35 ausgestell­ten Kandidaten sind 20 offen und entschieden Republikaner, die übrigen stehen theils auf dem Boden der demokratischen Monarchie, theils zählen sie zu den entschiedenen Republika­nern. Da der demokratische Vorort für das ganze Land eine Wahlagitation in die Hand nahm, da er für den nächsten Landtag blos die Durchsetzung jener beiden Punkte a tont prix verlangt, so konnte er aus den rein republikanischen in die weiteren demokratischen Kreise greifen, und auch daraus ehrenwerthe Männer seinen Gesinnungsgenossen empfehlen. Jeder aufgestellte Kandidat aber, der nachträglich erklären würde, daß er gegen jene beiden Hauptpunkte stimmen wollte, würde ohne Weiteres von der Liste gestrichen werden. Wie sehr eine solche Erklärung dem Erklärenden zur Ehre gereichen wird, mögen die achtbaren Hände zu begreifen suchen, wenn ihnen unendlichesBefremden" Zeit dazu läßt. Ihnen überlassen wir's auch, im Bürgerverein für die Wahl der Höchstbesteuerten eine erfolgreiche, nicht befremdende Agitation zu bewerkstelligen. G. Kellner.

) Die Neuhessische mit ihren achkbaren Handen t ut« ja darüber einen kleinen Heulerartikel damals

März.

Das war ein März von guter Art,

Darin vom Volk geackert ward Der Acker, den derBund" bestellt Mit Bürgerblut, mit Sündengeld.

Das war ein März von guter Art, D'riu wacker noch gerüttelt ward An mancher Kron', an manchem Thron Durchs HeldenkindRevolution".

Das ist ein März von schlechter Art, Darin daö Kind begraben ward Vom Parlament zu Spott und Hohn In eine schlechte Kaiserkron'.

Das wird ein März von guter Art, D'rin sich daS Volk zusammcnschaart, Noch einmal seine Säbel wetzt, Noch einmal kämpst zu guter letzt

Das wird ein März von guter Art, Für den ihr längst daö Blut gespart, Der März, darin mit Schwert und Blei Ein zweites Kind euch machet frei.

A. Trabert.

Rückblicke auf den Landtag.

II.

Wenn ein Bauer zum ersten Mal in einem Salon auf­tritt, auch wenn dieser Salon die Neuhessische heißt, wird man ihm auf den ersten Blick den Bauer anmerken. AuS sei­nen Komplimenten werden scharrende Kratzfüße, seine Witze sind ungehobelte Grobheiten, seine Grobheiten Injurien, seine Injurien Fußtritte. Die BockSsprünge der Hessischen erinnern fort und fort an diese Wahrhert.

Man denkt dabei leicht an die Fabel vom Esel, der eine Löwenhaut umhing und den die Buben mit Knitteln zum Stall trieben, alö er wie ein Esel schrie und mit den langen Ohren wedelte, die aus der Löwenmähne herauösahcu; anch die andere Fabel vom Esel fällt Einem ein, in welcher der Esel dem gelenken Windspiel nachahmen wollte; aber es ging Holters nicht.

Ihre steifleinenen Ausfälle gegen die Linke des Landtags erinnern an John FaÜstaffö plumpe Parade, aber nicht an seine guten Witze. Sie riechen und schmecken nach verdorbener Galle.

Hahndorf'S Charakteristiken in der Kurhessischen Volks­zeitung sind dagegen geistreich, und nicht blos im Gegen­satz, sondern an und für sich öfters treffend und von ehren- werther unparteiischer Wahrheitsliebe eingegeben.

Schon früher haben wir in diesen Blättern die Rechte und das Centrum kurz skizzirt. Dem Pastor Meier, der nachträglich noch im Centrum die Posaune geblasen hat, wollen wir nur im Vorbeigehn seinem neuem Amte gratuliren; er wird im Dienste der Oesterreicher die Mauern von Komorn umblasen. Außerdem zeichnete sich auch noch später ein alter Friedenssoldat aus durch Andeutungen über militärische Zu­stände , Jagdjäger und Feldjäger.

bleibt uns also jetzt noch die Linke und ihre Anhänger.

An der Linken müssen wir dasselbe tadeln, wie bei allen Parteien dieses Landtags eS war eben keine geschlossene Partei. In einem solchen Liliputlandtag, wie unser kur­hessischer, wird es immer vorkommen, daß die Parteien auS wenigen Männern bestehn, denn wollte man die Mitglieder