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Fürstenunsug in Schleswig-Holstein. Alle einigermaßen brauchba­ren deutschen Prinzen und Herrnlein werden in den Krieg gesandt und mit Kom­mandos betraut Da wimmeltè denn von Koburgè, Reiß -Greiz-Schlei­zern , Lippe - Bückern und Detlmoidern, Nassauern u. dgl. Der verwischte Kronenglanz soll durch blutigen Kriegesruhm in den Augen des dummen Michels ersetzt werden; so hat denn der Herzog v. Koburg bereits den Ruhm, die 2 dänischen Schiffe erobert zu haben; den Säbel des Dänen Paludan schickt er als Siegestrophae pr Erpressen an sein Höflein. Nächstens wird der Prinz v. Greiz-Schleiz als alleiniger EcstUrmec der Düppeler Hohen gelten und der Lippe-Bücker iüDl) Dänen mit einem Eselskmnbacken um­bringen. Alles zur Ehre Gottes und der kleinen und großen deutschen Raubritter! —

Bei dem Militär herrscht hier und da die Unsitte, daß, wie bei den Studenten die Füchse, die Rekruten von ältern Soldaten ausgebeutelt wer­den unter allerlei Vorwänden, zur Anschaffung für Kämme, Spiegel u. dergl. Gegenständen, von denen sie nachher nichts sehn und hören.

Der kurfürstliche Schloßgarten zu Fulda, welcher seit einem Jahrhun­dert dem Publikum offen gestanden hat, ist seit einigen Tagen demselben verschlossen worden. Was mag der Grund davon fein ?

Man will dem Volke Schloßgarten und Schlösser entbehrlich machen! (— oder es danach begehrlich!!!)

Preisfrage. — Gibt es kein Mittel, den Starrsinn der Stahl-, Stein - und Stock - Aristokraten, der ewigen , lebenslänglichen Bürgermei­ster und deren Satelliten, der unsterblichen Stadträthe und getreuen Ja- Herren , zu bewältigen? Sonst wird und kann nie und nimmer, zumal auf dem Lande, eine freisinnige Idee aufkommen und gedeihen. Die Furcht der Proletarier wie der Spießbürger ist dort so groß, daß sie scheuen Blickes und mit gedämpfter Stimme zu einander sagen: Treten wir unsern Stadtherren auf den Fuß, so treten sie uns auf den Kopf; lassen wir's lieber beim Alten! — Mehr Respekt, als dem Landesherrn!! — O Va- land, o Volk! wann wirst du dich der Freiheit würdig zeigen?--

Hohes Staatèministcrium , in specie sehr verehrter Herr Finanzmi­nister! — Ist es wahr, daß die Platte zu den neuen Geldsorten , Kassen­scheine genannt, 30,000, sage dreißigtausend Thaler kostet? Heraus da­mit! und zugleich die Angabe, auf wieviel hundert Millionen dieselbe berechnet ist.

Frankfurt, 19. April. — Die lithographirte Parlaments-Loc- respondenz berichtet, daß der Csle von Schmerling mit einem gewissen Klindworth, einem schon von früher her bekannten Spion und Hofhund, in Karlsruhe und Stuttgart gewühlt hat. Der König von Würtemberg erklärte denn auch, er könne und wolle sich einem Hohenzollern nicht unter­werfen und die Reichsoerfassang und die Wahl der Nationalversammlung nicht anerkennen. — Aufregung in Stuttgart. Militär konsignict Ganz wie man's erwartet. Der alte Schluß daraus:

„ So lange Fürsten in Deutschland sind, ist ein Bundesstaat unmöglich !"

— Die Bevollmächtigten der 28 Regierungen haben sich zu einer Er­klärung geeinigt , worin sie die von Camphausen ausgestellte Idee eines politischen Zollvereins zurückweisen; sie wollten auch nicht mit einem Manne Preußen vergrößern Es geht also schon an, das Gebeiße. Aber einige werden dennoch daran glauben von diesen „Zaunkönigen". Und dar­über kann man sich schon freuen, obgleich's lustiger wäre, wenn die Haupthähne dran müßten.

Wenn uns nur die nationalen Bürgervereine den Spaß nicht durch einige kleine Revolutionen hier und da verderben. Ihre Courage ist förm­lich furchterregend.

Berichtigung.

Die mir in der Beilage zu Nummer 47 der Hornisse in den Mund gelegten Aeußerungen , daß das neue Jagdgesetz ganz in der Ordnung sei und die Bauern hinter den Acker und nicht in den Wald gehörten, sind unwahr.

In der Ständeversammlung habe ich mich über den Werth des vorge­legten Gesetzentwurfs überall nicht geäußert, wohl aber mit denen ge­stimmt, welche dessen Berathung dem kommenden Landtag vorbehalten wissen wollten.

Außerhalb der Ständeversammlung habe ich mich über das neue Gesetz ausgesprochen, aber gerade im entgegengesetzten Sinn dahin, daß ich mehrere Bestimmungen des neuen Gesetzentwurfs für verfehlt halte und weder die mir in Beziehung auf den Bauernstand zugeschriebene Aeußerung selbst, noch eine andere gethan, welche zu der Mißdeutung Veranlassung geben könnte, als betrachte ich die Berechtigung zur Jagd als das besondere Vor­recht irgend eines Standes.

Das Urtheil über den Zweck der Verdrehung meiner Worte und die Verdächtigung meiner Ansichten überlasse ich gern allen Verständigen im Volk.

Kassel, den 20. April 1849.

L. Schwarzenberg.

DekaNNt

a ch u n g e n.

(219) In der obern Entengasse Nr. 146 ein geräumiger Laden, sogleich oder auf Johannis. — Näheres in der lsten Etage.

(225) jfiantiUen etc , neuesten Farons, bei

Iakob Kugclmann.

Geschäfts-Eröffnung.

Ich mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich unterm heutigen Tage auf hiesigem Platze ein

Cigarre»-, Tabaks- 8» Thee- Gesckäft eröffnet habe, und empfehle mich unter Zusicherung guter und billigster Bedienung in diesen Artikeln, sowie auch in acht ostindischen Foulards, die ich in bester Qualität und großer Auswahl vorräthig habe.

Kassel, 19. April 1849.

A TV. Victor Hoch, __________ obere Entengasse Nr. 136.

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E. E. Buch,

___________Ziegengasse 1 (51.

(231) Ein hiesiger ober auswärtiger junger Mensch, welcher das Friseur- geschäft zu erlernen wünscht, findet unter annehmbaren Bedingungen einen Lehrmeister. Auskunft ertheilt die Expedition dieses Blattes.

Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u.

(232) Z u vermiethe n.

In der Mittelgasse Nr. 217 eine freundliche Stube mit oder ohne Mö­beln auf den I. Mai.

(233) Demokratisch-sozialer Verein.

Versammlung der Sektion „Teil" nächsten Donnerstag, Abcndö halb 8 Uhr, im Saal« des Gasthauses zur Stadt Breme« am Holländischen Thore. Alle Mitglieder werden dringend eingeladen, beizuwohnen. Der Vorstand.

(234) J. C. J. Bnabé de Comp.,

Duch- und Kunsthändler. — Steinweg Nr. 190.

DaS Heckerlied, von Julius Schanz, und die deutsche Mar- sellaise. 1 Sgr.

Trau, schau, wem! Friedrich Wilhelm IV. Kaiser von Deutschland?! t Sgr.

Entwurf einer demokratisch-republikanischen Verfassung für die vereinigten Staaten von Deutschland. 4 Sgr. Ungarns Revolution und der Feldzug der Oesterreicher gegen die Magyaren. Mit 2 Scenenbildern u. 1 Karte. 10 Sgr. Revolution, Belagerung und Erstürmung von Wien im Okto­ber 1848. Wit 7 Bildern u. 1 Karte. 74 Sgr. Todtenopfer, den am 18. Mai 1848 im Kampfe für die Frei­heit gefallenen Brüdern gewidmet. 2 Sgr.

(235) Vurndrell, die Elle 44- Sgr., bei

G Gruber s Wittwe,

Paulistraßè Nr. 923 (Ecke der Schafergasse).

r. Kellner. — Druck der Estienne'schen Buchdruckerei.