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Hand oder sengt ihm den Rockermel. Wir leben der sicheren Ueberzeugung , daß der gewöhnliche Unterthan wenigstens einige, gewöhnlich den Zitteraalen eigene, Bewegungen vornehmen, vermuthlich auch für den Abend das Rauchen aufsteScn würde. Ferner: Ein gewöhnlicher Unterthan geht an einem Sonntage in die Kirche und hört eine Predigt über den tiefen Frieden, in dem wir leben, über die endlich hergcstellte Ruhe, das herzliche Einvernehmen zwischen allen Völkern. Im selben Augenblick, wo der Prediger Amen spricht, fährt eine Bombe in'S Kirchenschiff! Wir sind wiederum überzeugt, daß der ge­wöhnliche Unterthan einige Luftsprünge machen würde, gleich­sam um die Kugel unter den Deinen durchzulaffen. Jeden­falls wird er ein paar Kirchenstühle zu Barrikaden verwenden. In gleicher Weise würde der gewöhnliche Unterthan einige Verwunderung zu erkennen geben, wenn er nach einem erquik- kenden Schlafe über dem Kaffeetrinken aus einem Hessen ein Kalmücke würde, oder wenn er Morgens in den Eisen auf­wachte, während er sich erinnert, nie vor Gericht gestanden, sondern noch am vorigen Abend von seiner Frau das Zeugniß der wärmsten Hochachtung erhalten zu haben.

Bei einem gewöhnlichen Unterthanen wären solche Gemüths­bewegungen sicher. Ein deutscher Professor bleibt davon un­berührt. Stille und ergeben wie ein Derwisch wird er den Blitz und die Bombe, die Eisen und das Kalmückenthum er­tragen. Er hofft nicht und fürchtet nicht.

Schauen wir nach Frankfurt. In dieser ehrbaren Stadt hat sich alles, was Deutschland an revolutionären Schulmei­stern aufzuweiseu hatte, zusammengefunden. Alle Universitäten sind verwaist, diePflanzschule der Wissenschaft" ist die PaulSkirche.

Die Pflanzschule der Wissenschaft ist stumm wie ein Fisch. Sie leistet sich selbst passiven Widerstand, sie mag aus irgend einer geisterhaften Ursache nicht vom Platze weichen, man sollte glauben, eS wär ihr irgend ein Malheur passirt, das in demselben Moment sichtbar würde, wo sie den Staub von ihren Füßen schüttelte und von dannen zög. Es giebt solche Malheurs. Man frage in den Schulen nach.

Die Professoren sitzen wie verzaubert.

Die Russen rücken nach Ungarn!!! He! Auf!

Ihr kennt die Professoren nicht. Nicht einmal, daß sie über das Blitzen der Säbel mit den Augen blinzeln. Nicht einmal, daß sie den Kops zur Seite werfen, wie ein scheues Pferd.Wenn die Russen in Ungarn sind, so sind die Rus- sen in Ungarn!" Das ist Alles.

HaUoh ! Die Ungarn stehen vor Wien!!!

Genirt nicht. Die Professoren senken das gedankenschwere Haupt etwas tiefer und geben zu verstehen, daß es schon spät, sehr spät, daß es Schlafenszeit sei. Was das für ein son­derbarer Lärm, für eine Art Donnerschlag gewesen ist, gehört nicht zu ihrer Cognition.Wenn die Ungarn vor Wien stehen, so stehen die Ungarn vor Wien!"

Jury! Die Oeflerreicher'zichen nack Rom!! r k r m ^ ,'st die Hauptstadt des Kirchenstaats, eine 'ehr schöne Stadt. Papst Pio nono--natürlich! Alter, reucr Cicero, Capitolgans tarpejischer Felsen. Die trugen weite Hemden.Wenn die Oesterreicher

2 -°1? â'ehen , so ziehen die Oestcrreichcr nach Rom."

Hoioho. Die Franzosen schiefen eine Flotte

^^mittelländische Meer!"

' 1", ^ ttc? 2a wohl, für eine Flotte haben wir sehr viel Geld eingenommen. Die Professoren thun einen tiefen Zug der behaglichsten Erschöpfung und decretiren, daß der Ma- rincrath Jordan eine Reift nach Schleswig-Holstein unter- soll.Wenn die Franzosen eine Flotte schicken, so schicken die Franzosen eine Flotte." Gewiß.

I"t"l'0' der europäische Krieg ist da!!!

Die Professoren heben langsam ihr Haupt und stieren nach

dem Präsidententisch. Plötzlich erhebt sich ein fürchterliches Gähnen! Also der europäische Krieg? Nun,wenn der eu­ropäische Krieg da ist, so ist der europäische Krieg da."

Ja wohl! ES ist wieder Schlafenszeit. Die Herren Pro­fessoren schlafen wieder ruhig auf ihren Bänken weiter, und träumen vom deutschen Kaiser.

Die römischen Senatoren ließen sich auch nicht gerade durch ein altes Weib auS der Fassung bringen. Indessen liegen auch keine Beweise vor, daß sie bei der Annäherung Hannibals einge­schlafen wären. Bei mangelndem Beweise muß man sogar das Gegentheil annehmen. Die deutschen Professoren sind in dieser Beziehung römischer als die Römer, antiker als die Alten, klassischer als die Klassischen.

Es ist nicht anders möglich: diese Ruhe und Unerschütter­lichkeit sollen eine Kriegslist sein. Unsere Professoren stellen sich todt. Unsere Professoren repräsentiren Deutsch­land, die Frankfurter Professoren repräsentiren also Deutschland als todt.

Auf diese Art erkärt sich die Sache. Wenn die absolute Knute kommt, so wird sie einen oder den andern Professor in der PaulSkirche am Schopf fassen, selbigen ein wenig Hin- und Herschütteln, dann aber den Bürger als einen alten Cadaver unter den Tisch werfen.Wir stellen Deutschland als todt." Die brüllenden Cosakcn werden getäuscht vorüber, gen Frankreich ziehen.

Dann ist der Augenblick gekommen, die Professoren wer­den sich ins Fäustchen lachen, und den Kosaken in den Rücken fallen. Deutschland wird frei, groß und mächtig sein, wird einen Kaiser haben und ein Ministerium Gagern.

So wird's kommen!

Ein Donnerschlag gibt's aber, vor dem die Professoren in dies Knie sinken:

Insurrektion!!!

Es wäre schade für die Kriegslist der Professoren, wenn im Osten Europas nicht der Absolutismus, sondern die revolutionäre Demokratie die Oberhand behielt, wenn Ungarn Polen befreite.

Ungarn Polen! Der Jndo- Europäer hat sein Bruder­volk verrathen, wie nun, wenn der finnische Magyare ihm zu Hülfe eilt?

Nous verrons!

Der Kandidat Henkel erklärt ungemein kindlich, er sei die Politik müde. Haben wir's nicht gleich gesagt: der Mann ist zu alt. Wer soll nun die Politik machen?

Die Parlamentècorrespondenz der Linken schreibt:

Herr Campbausen bringt Professoren (???) und Nicht-Profess seren durch seine Cclweigsamkeit zur Verzweiflung. Er raucht mit stoischer Gleichgültigkeit eine Cigarre nach der andern, und wundert sich nur zuweilen über die Bereitwilligkeit der Regierungen , die Ver­fassung und das Wahlgesetz anzunebmen."

Herr Camphausen mit seiner Manier, tas Parlament zu traktiren, ist uns immer noch lieber, als die Richt-Professoren, die zurVer­zweiflung" gebracht werden.

In den Hähern Circeln häufen sich die hächsteigenfüßigen Fußtritte.

Die Majorität des Oktroyirungsausschussce" im Patentparlament wird folgenden Antrag stellen: .. .

In Erwägung , daß die deutsche Verfassung und der König von Preußen untrennbar sind, dem Parlament aber keine Awangs- maßregeln gegenüber Sr Mrjestät zu Gebote siehe», wird die Verfassung lubsignirt, obsignirl und auf der Frankfurter Konsta- blerwachezum ewigen Getächtr. " undum mehrer-'. Foran willen" feierlich hinterlegt.

Hahndorf contra Eissengarlhen wegen Jntcstaterbfolge. Termin bei den Ständewahlen.