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Beilage zu Nummer 4? der „Hornisse".

des blutrothen VerrathS, das ist die preußische Erklärung der Herrschaft a la Nicolaus. Wir waren es, die euch lange zuvor erklärten: diese Stille der Herren bedeutet Verrath, diese Ruhe bedeutet Gewitter, dieses Schweigen bedeutet Kanonen.

Jenen Herren gegenüber geht man immer sicher, wenn man das Schlechteste annimmt. Wir haben richtig gerechnet.

Oesterreich hat mit runden Worten an Preußen den Krieg erklärt, Falls es die deutsche Krone annehme, mehr! Falls es die Verträge unserer Jahre der Schande ignorirte, Falls eö nicht an­erkenne, daß der deutsche Bund nach wie vor zu Recht bestehe.

Spiegelfechterei, Lüge, alberne Brutalität eines Bankero- teurs! Bankerotenr? Habt ihr nicht die Fahnen geschwenkt, als die Italiener zusammengehauen wurden, als Radetzky sich für Italien abkömmlich machte? Habt ihr nicht die Tücher geworfen, wenn der Kroate, wenn Windischgrätz mit seinen Prätorianern siegte? Habt ihr nicht Oesterreich seinen Weiden, seine Armee, seinen Militärdespotismus geschaffen? Seid ihr nicht daran Schuld, daß Oesterreich euch verlachen, daß eö euch kommandiren kann? Wo sind eure Armeen? Wo sind eure Feldherren? Ihr habt keine Heere, ihr habt nichts als euere Schaam!

Spiegelfechterei trotz alledem! Letzter Akt der preußischen Scheinheiligkeit, der preußischen Spitzbubenpolitik, der preu­ßischen Nachtschleicherei! Ihr werdet euch dem Bunde fügen oder an Preußen um jeden Preis verkaufen müssen!

Spreizt euch, sperrt euch, werdet wüthend, jammert und heult, ich jammere mit euch, aber Deutschland ist verloren, Deutschlands Souveränetät war ein Possen spiel! Trotz unserer Feindschaft bin ich mit euch empört über den boden­losen, unermeßlichen Betrug, über diese Höhe der Volksver­achtung, über diese Feinheit im Meuchelmorde, dieses furcht­bare Raffinement in der Heimtücke.

Es ist geschehen!!!

Ein Mittel kann uns retten: Der Sieg der Un­garn, der donnernde Krach aller Nippen der österreichischen Dynastie, oder--—

Ich weiß, daß ihr vor diesem Oder zittert!

Aus der Reimchronik des Pfaffen Maurizius.

(Cap. 111.)

Zu Freiburg war's im Oberland,

J>n letzten Krieg, da auferstand

^Eilchen , Primeln und mit Rosen Freiheit, die begraben war,

Und da gleich eines Sturmes Tosen,

Gleich einem sittigmächt'gen Aar,

Ein heil ger Geist die Welt durchzog

Und manchen stolzen Nacken bog -

^"r's — da lag die Schaar

Der Kampfer, dre gefolget war

Dem Mann des Worts, dem Mann der Thaten,

Den je^unb manches Lied benennt

Dem Mannheimischen Advokaten, *

Dem Hecker, den ihr alle kennt —

Da lagen sie, daS Aug' voll Zorn,

Die Wunden trugen alle vorn.

Da lagen sie in langen Reih'n

Und waren, was sie wollten sein,

Sie waren endlich frei im Tode — Man hat sie schmählich ausgestellt.

Daß Jeder, der im Fürstenbrode

Die deutschen Brüder hat gefällt,

An diesem Anblick sich erfreu', Und seinem Herren bleibe treu.

Und einer von den Söldnern kam,

Die deutsche Fürsten ohne Schaam Ernähren für den Mord der Bürger.

Er war noch jung, doch sprach er schon Die Sprache unsrer Freiheitswürger.

Sein Auge war schon voll von Hohn Auf'S Volk, das wider'n Feind ihn schickt Und das er selbst nun unterdrückt.

Und also rief der junge Knecht:

Beim Teufel, euch geschicht schon recht — Wir wollen euch zu Paaren treiben — DaS Volk will frei sein — seht einmal — Das Pack soll hinterm Pfluge bleiben Und zahlen, sagt mein General. Hui! Hundert von den Hunden hier Verdanken ihre Wunden mir.

Er ruft's und lacht und singt und tritt Mit Lachen in der Leichen Mitt' — Doch was macht ihn so blaß erbleichen — Waö starrt er so in's Angesicht Dem alten Mann dort bei den Leichen? — Sein Aug' ist Glas — sein Knie, es bricht; Zu Berge sträubt sich auf sein Haar — Ihr merkt's — der Alt' sein Vater war. —

— Die Korrespondenz von der linken Seite des Parla­ments wird immer dünner und kürzer. Ihr ganzer Inhalt lautet:

Wir wissen nicht, was es gibt, vermuthlich nichts! Scheint uns auch so.

Außerdem erfahren wir aus der Korrespondenz, daß Camp­hausen trübe Hoffnungen hat, auf den Herrn von Preußen nämlich, und daß Würtemberg in einer königlich-konstitutionell- ministerlichen Krise liegt. Garantien des konstitutionellen Prinzips!

— Jubel in Israel! Der Kaiser von Rußland will nur interveniren, wenn Deutschland die Republik proklamirt. Jubel über Jubel! DaS ist eine sehr „versöhnliche" Depesche, sagen die Zeitungen. Zu deutsch heißt diese Depesche:

Sobald sich die deutschen Michel unterstehen sollten, ihrer Souveränetät Nachdruck zu verschaffen, und sich gegen die Ansichten ihrer Herren aufzulehnen, werde ich sie zusainmenknuten, von Rechtswegen.

O bewahre! Die Depesche ist „versöhnlich".

Auch die Kasseler Zeitung berichtet von der ungeheuern Heiterkeit, welche die berühmte Stadt Rinteln, das Erbtheil her HH. Oetker, Wip­permann und Lobe ob der Nachricht überkommen sei, daß sich das demo­kratische Comite an einen Doktor Hillebold dortselbst um trockene Auskunft in Wahlanqelegenheiten gewandt habe. Es ist auch zum Todtlachen , aind wir lachen herzlich mit. Armer Hilleboldl Wer hat Dir das gethan ? Wer hat Deinen Namen so arg mißbraucht? Wenn Du einige Bnefe haben willst, die uns in Deinem Ramen zugegangen sind, stehen sie .^.lr zu Gebote.