mit einem Regenten und Rittern, aber doch mit sonst sehr wenig Naturgaben gesegnetes Land sei, vermuthlich also in diesen Erwägungen beantragte Hr. Kraus: hohe Ständeversammlung wolle diesmal für einen halben Thaler pro Meile in die Heimath ziehn.
„Der Bursch von ächtem Schrot und Korn, Hat immer frohen Muth, valera!"
Genehmigt! Die Generosität ist zum Erstannen! UnS freilich war' es lieb gewesen, wenn die Versammlung auf eine noch billigere Weise heimgeschickt wäre.
Sodann antwortet die Landtagskommission hinsichtlich der Interpellation wegen des ministeriellen Verbots, rothe Fahnen zu tragen:
Die Demokraten hätten demonstriren wollen, und die Demokraten wollten die Republik.
Für den letzten Theil des ministeriellen Orakels wird Kassel dem Herrn Wiegand zu Dank verpflichtet sein: die Demokraten wollen die Republik. (Erbweisheit des Ministeriums.) Was aber die Insinuation der „Demonstration", d. h. der nicht friedlichen, d. h. einer solchen, derentwegen Hr. Wiegand seine „Verfassung hätte schützen" müssen, anlangt , so ersuchen wir den Herrn Kommissar um gütige Angabe seiner Gründe für diese Insinuation. Sie ist entweder eine Verleumdung, oder wir klagen die Regierung um deswillen der größten Fahrlässigkeit an, weil sie es unterlassen hat, Haussuchung zu halten, und daS verborgene Pulver und Blei, die abgenommenen Gewehre aus den Kellern zu suchen. Komisch! Auf den sonstigen Inhalt der kommissariatlichen Antwort kommen wir zurück.
Ba yrHoffer und die sonstigen Demokraten der Kammer hielten es nicht für der Mühe werth, den Mund aufzuthun. NurTheobald erklärte die Antwort für ungenügend. Tant mieux!
Schließlich deutete der Hr. Landtagskommissar an, daß wir vielleicht daS Glück hätten, bei weiterer Verwendung der Truppen im Reichsdienste, die Fuldaer Garnison in unserer Mitte zu sehen.
Du sprichst in Räthseln, Freund, doch sonnenklar.
Schlimm, daß eS heut' die letzte Rede war.
Mit Ungarn Gott!
— Der zukünftige Kaiser von Deutschland, Seine Majestät der König von Preußen, den wir übrigens den Herren Konstitutionellen von ganzem Herzen gönnen , dessen Erwählung, wie wir schon mehrmals gesagt haben, den Demokraten aus naheliegenden Gründen nur erwünscht sein konnte, gegen die wir aber dennoch aus Gründen der Ehrlichkeit auf das Entschiedenste protestiren müssen, diese selbe kaiserliche Zukunft arbeiten schon seit einiger Zeit in Berlin an der Auflösung Höchstihrer zweiten, kaiserlich- deutsch gesinnten Kammer. Man hat aber Rücksichten zu nehmen. Es könnte sonst fast so scheinen, als ob Se. Majestät mit keiner Versammlung regieren könnten, als ob Höchstdieselben die Kammern nur zum Vergnügen, wie allenfalls die Jagd , betrieben. Eine erfreuliche Zukunft für das Reich'.
— Die Hessische ist sehr erfreut, daß selbst die „ schrecklichen " Männer, die Männer, welche sie immer verketzert, die sie immer mit Schmutz beworfen, die sie als Verräther, als sogenannte Demokraten verschrieen hat, — daß selbst ein Vogt, ein Simon für „Kaiser und Reich" stimmen. Arme Hessische! Als ob es nicht klar wie die Sonne wär, daß Preußen nicht annimmt, ohne Bedingungen oder Verrath im Hintergründe, und daß die Ausflucht, dann biete man die Krone einem andern Fürsten an, nur Ironie, nur der gerade Gegensatz von der alt ,, innern Rothwendigkeit" angebeteten preußischen Kaiserherrschaft sein kann. Als ob es nicht klar wie die Sonne war, daß--- aber greifen wir dem Neuhessischen Katzenjammer nicht vor.
— Dieselbe Neuhessische, die sonst alle Gerüchte bringt, selbst solche, die sogar ein „unreifer" Politiker auf den ersten Blick für pure Schwindelei, für Bcutelschneiderei hält, hat neulich das Gerücht: „die Ungarn vor Wien" verschwiegen.
Wird sie es ihren Lesern auch verschweigen, wenn der Telegraph meldet:
,, Alle österreichischen Generäle, vvm kindischen Windischgrätz bis zum ritterlich - brutalen Jellacic, sind aus Ungarn gejagt!" Wird sie das verschweigen?
Die Nachricht könnte bald eintreffen.
Die Abwiegelungs -Proclamation des Kasseler Bezirksraths vom 21. März d. I. enthält folgende in feierliches Dunkel eingehüllte Stelle: „Prozesse aber sind das Unglück der Bürger, das lehrt Euch die eigene Erfahrung, und wenn her traurige Ausgang derselben so wahrscheinlich ist, wie wir es hierbei annehmen müssen, so kann nicht genug davor gewarnt werden; und so ist es mit den deutschen Grundrechten " Die einfältigen Bauern hatten das Gesetz vom 26. August 1848 mißverstanden; d'rum kommen die Herren BezirkSräthe und beseitigen das Mißverständniß. Und nun glauben die einfältigen Bauern wieder, der Bezirksrath hätte an die Ecken ankleistern lassen: „ ts könne vor den deutschen Grundrechten nicht genug gewarnt werden!" O Mißgeschick! — Es muß also ehestens weiter proclamirt werden, damit „der sonst gesunde Verstand des Volks nicht irre geleitet wird"!
Die Gräfin von Schaumburg läßt dem Vernehmen nach die Aussteuer ihrer ältesten Fräulein Gräfin, der sie auch ein Haus in Frankfurt gekauft hat, auswärts für gutes hessisches Geld verfertigen. Fürstliche Hebung deè Handels und der Gewerbe in den Augen der Constitutionellen.
Mit Ungarn Gott, mit Oesterreich die Hölle!
D'rum muthig vorwärts, vorwärts muth'ges Heer. Braus' rauschend weiter wie die Meereswelle, Dich schützt der Rache Gott, was willst du mehr?
Zum Kampf, zum Sieg, ihr tapfern Magyaren! Das Werk ist gut, d'rum wird eS auch vollbracht! Werft euch, ein Sturmwind, auf die wilden Schaaren, Der Stamm ist morsch, o schaffet, daß er kracht!
Dann, wenn von allen freigemachten Städten Die blut'ge Ungar-Fahne leuchtend weht, — Eâ ist die Zeit, auf Lorbeern euch zu betten, Die Zeit, wo euer Korn in Reife steht.
Dann laß es, Himmel, auch in Deutschland tagen, Dann laß die Todten wieder auferstehn; Der Freiheit Stunde laß noch einmal schlagen, Der Freiheit, die wir einst im Traum gesehn.
Betrognes Volk, mein armes, stürze nieder, Für die Magyaren fleh' um Sieg, um Sieg. Geht nicht ein Beben dir durch alle Glieder? Dein Heil — dein Elend ruht in diesem Krieg!
E. W.
Unfug der Kommandogäger.
Ucberall liegen Haufen von gelernten Jägern zum Forstschutz, — die zugleich die Hauptaufgabe haben, die von Sr. Kön. Hoh. dem Kurfürsten gepachteten Jagdstrecken und Leivgehege zu bewachen; dabei kommt eS auf Treffe, Püffe, Waffenabnahme u. decgl. nicht an. Meint Se. Königliche Hoheit nicht, daß bei Ihrem hübschen Geldchen, das Ihnen von Dero armen Unterthanen jährlich förmlich aufgedrungen wird, daß Sie dabei wohl ein Auge zudrücken könnten? Ein gewöhnlicher Privatmann würde das meinen, würde einen Hafen weniger estimiren, als einen guten und fleißigen Arbeiter.
Möchte daS nicht einmal von einem eingefleischten Konstitutionellen Sr. Kön. Hoheit vorgestellt werden?
Der Minister Eberhardt scheint an Herrn Wei den - Windischgrätz tclegraphirt zu haben. In Wien sind die rothen Schnupftücher, Hosenbänder 2C. verboten.
Es ist ochsig, wie die Rheinische Zeitung sagt!
Es hat sich hier ein neuer Verein „Verein für Volksrechte" gebildet. Wir werden in der Kürze eine Kritik seines Programms liefern.
Ehe die Landstünde von uns gegangen sind, hat die Undelicatcsse und Geschmacklosigkeit eines derselben bei einem „ freundschaftlichen Abendessen" nahebei eine politische Prügelei veranlaßt. Wir behalten die Geschichte im Gedächtniß.
Wie kommt der Stadtrath dazu, abermals die Wahlliste an die Militärbehörde auèzuliefern? Damit eine neue Quälerei der Wähler des demokratischen Kandidaten angeht? Der Magistrat erkläre sich
(Beilage)