Fahnen (am 10. April bei der beabsichtigten Robert BlumS- Feier). Es dauerte zuvor ein gutes Weilchen, bis Jeder seinen Senf gegeben, ob auch die Geschäftsordnung eine solche rothe Kühnheit erlaube, bis sich zum Erstaunen des hohen Präsidiums herausstellt, daß alle Erfordernisse der Geschäftsordnung längst erfüllt waren. Theobald führte aus, daß man mit diesem Verbot die persönliche Freiheit und das Asso- ciationörccht unterdrückt habe, daß es ein Schritt sei, der zu den übelsten Konsequenzen führen könne; er erinnerte an das Verbot der deutschen Farben, der deutschen Röcke und Spitzenkragen, an die Verfolgungen der Burschenschaftler re.
Der RegierungSkommissar antwortete heute Nichts. — Schluß.
Ehe die Regierung antwortet, mag sie nochmals bedenken, daß sie von den Demokraten ursprünglich auf ihren Platz gehoben wurde, daß die Demokraten sie mehr als einmal gehalten haben, als sie gestürzt werden sollte, und zwar die s. g. „sogenannten" Demokraten, denen sie jetzt die Freiheit der Märztage zu unterdrücken beginnt.
Oder meint das Ministerium Eberhardt, die 100 Mann
im Bürgerverein zu Kassel wären im Stande, ihm einen Stützpunkt abzugeben, wenn Se. Königl. Hoheit ein Gelüste nach einem Ministerwechsel verspüren sollten?
Oder meint etwa das Ministerium Eberhardt, die Soldaten und das herrliche schon halb preußische Kriegsheer wäre noch ebenso ministeriell gesinnt und so fürstengleichgültig zum wenigsten, wie anno dazumal?
Sobald eS offenbar wird, daß die demokratische Partei in Kassel und im Lande nicht mehr hinter dem Ministerium steht, so ist es verloren.
Wenn der Minister Eberhardt, der geborene Hanauer Revolutionär, das Mitglied deS Hanauer Vollziehungöaus- schusses in den vergangenen Märztagen, das einfach überlegt, so wird er sein reaktionäres Verbot für einen schlimmen, höchst unpolitischen Staatsstreich halten müssen, womit er nur den Absolutisten, seinen erbitterten Feinden, einen Dienst und Vorschub geleistet hat.
Bald werden sie mehr von ihm verlangen,
Golt befohlen dann, revolutionäres Hanauer Ministerium der Märztage! —
gekannt
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(2!O) Wohnungs - Veränderung.
Die Verlegung meiner Wohnung (meines Geschäfts) aus der obern Entengasse in die Schloßstraße Nr. 2 71, der Tränkepforte gegenüber, mache ich hiermit meinen geehrten Geschäftsfreunden bekannt, und bitte, mir daS bisher geschenkte Wohlwollen auch in meiner nun eigenen Behausung ferner an- gedeihen zu lassen.
__I. Drill, Tuchfabrikant.
(211) Was will der L. G. Scribent W.....ch (Soufleur) damit, daß er seine Nebenkollegen bei ihrem Prinzipale wegen Zuspätkommens anklagt? will er vielleicht dadurch zur Erhöhung seines Gehalts ge.angen? Meinem Erachten nach wird derselbe in Beziehung auf seine Qualifikation schon hoch genug fixirt.___________________________________________________ X.
(212) Oeffentticher Verkauf verschiedener Gegenstände, bestehend aus Laufkarren, Hacken, Hämmern, Schmieden, Pferdegeschirren, Brecheisen, Fässern und andern Gegenständen, welche hier zu nennen der Raum nicht gestattet. Die Backsteinfabrik, das Gebäude, welches zum Bureau gedient hat, sowie mehrere Wagen werden zum Verkauf ausgestellt.
Der Verkauf findet gegen gleich baare Bezahlung, Donnerstag den 19. April, Morgens 8 Uhr, in Guxhagen Statt.
P. I. Hans,
Bauunternehmer.
(213) Ich ersuche Alle, welche dem verstorbenen Dachdeckermeister Reichhold noch Schulden zu bezahlen haben, solche an dessen Kinder, bei dem Unterzeichneten, auszuzahlen.
T. Hoffmann, Wirth im grünen Weg Nr. 53.
Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne' schen Buchdruckerei.