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Die Truppen machten darauf, Seine Königl. Hoheit in der Mitte, einen militärischen Festzug nach Wilhelmöhöhe.
Das Volkskomite erließ folgendes Plakat:
,Mitbürger! Es sind in Bezug auf die heule anberaumte „Pflanzung einer (Sicht zum Gedächtniß R obert Blums von „Oben herab so sonderbare Maßregeln getroffen worden, daß „das Volkèkomitö es für seine Pflicht hält, zur Wohlfahrt der „Stadt die Feierlichkeit auflugcben.
„Kassel, den 10. April 1819.
„ Das Volkskomite."
Deö Nachmittags, während eines heftig strömenden Regens , sammelten sich etliche hundert Menschen um den Platz, wo die Eiche um 4 Uhr unter Gesang, Reden von Kellner, Theobald (Landstand), Heise, und unter Pistolenschüssen, vom Inspektor Jungk mit solgenden Worten gepflanzt wurde:
Steh' fest in diesem deutschen Grund,
Und thu' den spätern Enkeln kund
Den Namen deß, dem du geweiht.
Steh' kühn, wie er im Freiheitsstreit,
Im Kampf der Stürme ringsumher;
Wachs' mit der Freiheit hoch und hehr!
Verdorren soll des Frevlers Hand *),
Der schädigt deinen Wuchs und Stand.
So breche der Tyrannen Schwert,
Die Deutschlands heiligen Grund verheert.
Frei sei die Luft, die dich umweht!
Frei sei das Volk, das dich umsteht! Frisch auf! und hebe stolz dein Haupt!
Der Sieg bleibt dem, der hofft und glaubt.
*) Diese Hand soll schon thätig gewesen sein.
Die Parteien in Kassel.
(Fortsetzung )
Das blasirte und glacirte Organ der dit» Sechözigmän- 11 er des BürgcrvcreinS ist die Neuhessischc Zeitung, unsere liebe Kollegin, der wir manche heitere Stunde verdanken.
Möge Gott sie noch recht lange erhalten.
Ihr Gründer ist der bekannte Schüler Dingelstedts, Oetker, genannt die Grafschaft Rinteln. Aus dankbarer Erinnerung an jenen jungbessischen Dichterlingsbund zwischen jenem kosmopolitischen Hof-Dichter und seinen Nachbetern und Nachtretern empfing diese Zeitung den Namen „Neuhessische". Ein Unterhaltungsbeiblatt erinnert noch an jene weltschmerzliche Verbindung durch rührende 7 oder 8 Jahre alte Dichterklänge, die damals noch nicht gedruckt sind, oder auch schon im Salon, im Stolz ter längst verhimmelten Junghessen, gerade so oder ziemlich ähnlich zu lesen waren.
Es erinnert dieses Beiblatt auch öfters an den Herrn ^egationsrath Dingelstedt, mit den langen Rückschrittöbei-
durch die Exzerpte aus dessen reaktionärem Bummelblatt in Stuttgart: „die Laterne" (welcher Name, neben- der gesagt, höchst ominös vom Hrn. LegationSrath gewählt ist), als auch durch stete freundschaftliche Anspielung auf diesen irrenden Pylades emeS gleichfalls irrenden Orestes.
âiblatt zeigt recht dem staunenden Kassel, welche Perle das stc.nkohlenhaltige Rinteln in die Mauern der Resi- dcnz abgelagert hat.
Gebettet in juristisch-rauher Schale
)cuht glanzend hier mit gold'nem Doppelstrahle Das hochpolitisch-weise Kraftgenie, Jm Bunde mit der holden Poesie!
Der andere Mitredakteur, Adam Pfaff, redigirte früher selbständig einige Monate lang den nenen Versa ssungS- freund, gegründet von Professoren (v. Sybel z. B.) im Rausche der Märztage, ein Blatt, daS bald aus Mangel an Abonnenten-Ueberfluß den Weg alles Papieres ging. Adam Pfaff galt damals als ein Republikaner und als ein rabiater Mensch, der in Marburg die Sturmglocke hatte ziehen wollen und in Kassel ein gräßliches Pamphlet auf den König von Preußen drucken ließ, ein schrecklich blutiges Pamphlet, dessen böser Geist ihm noch in seiner Sterbestunde quälend erscheinen wird, und wovon der König von Preußen bereits Kenntniß haben soll. Als er die Adresse vom nationalen Vorort Kassel bekam, soll er gefragt haben, ob der Verfasser derselbe Adam Pfaff sei, der ihn so geschimpft habe mit bösen bösen Worten; es thäte ihm leid um den hoffnungsvollen Menschen, aber er müsse hingerichtet werden. Die königl. heilige Majestät verlange Das.
Als der Verfassungsfreund schon halb todt war und Hr. Oetker die Neuhessische nicht mehr allein fertig bringen konnte, und Niemand Anders mitsein wollte, ging der Ruf an Adam Pfaff. Seitdem ist der frühere Freisinn dieses Herrn in seiner neuen reaktionären Gesellschaft gänzlich verschwunden, wenn er auch noch zuweilen unter vier Augen einem alten Freunde mittheilen sollte, „er sei noch immer Republikaner, vorsichtig entschiedener konservativer Republikaner."
Die arme Neuhessische Zeitung leidet fortwährenden Geld- und Abonnentenmangel. Und eS ist erstaunlich, welche Opfer diese Redakteure bringen; fast sollte man glauben, sie bezöge» russisches Geld, wenn sie nicht fortwährend über ihre Opfer jammerten, und wenn man nicht hörte, daß ihnen der Hr. Pros. v. Sybel zuweilen etwas vorstreckt. Ob Hr. v. Sybel etwa russisches Geld hat, weiß man nicht, jedenfalls sind ihm russische Ideen nicht unbekannt.
Um denjenigen unserer vielen Leser, welche die Neuhessische Zeitung noch nicht gesehn haben, eine „Henkelsche Warnung " vor diesem Wesen zu geben, dessen Anblick einschläfert, und das nur der Hornisse für ihren zerfetzenden Stachel Genuß gewährt, folgt hier ihr getreues Signalement als freundlicher Steckbrief:
1) Kopf fehlt oft, besteht nur zuweilen aus einer durch Kniefall vom preuß. Telegraphen erbettelten Depesche über irgend eine Lumperei!
2) Ihr Hals ist ein meergrüner, glatter, „leidender Artikel" von Ä. P., der einen andern „leidenden" Artikel widerrufen soll.
3) Ihr Bauch schwillt von falschen Landtagsberichten und von nationalen Papierheldenthaten.
4) Ihr Schweif sind abgeschriebene Neuigkeiten aus allen Zeitungen Deutschlands, die Hornisse ausgenommen.
5) Stachel fehlt gänzlich.
6) Besondere Kennzeichen: Trockene Manieren, Furchen vor Gram und Aerger, bricht alle 8 Tage 'mal in ein jammervolles Geheul aus, fürchtet sich vor dem Tod, will gern Minister sein, und kriegt stille Krämpfe, wenn man ihr einen rothen Lappen zeigt.
Die Volkspolizei wird gebeten, diesem dürren Wesen überall den gehörigen Vorschub zu leisten, damit daS wandelnde Gerippe diene als ein warnendes Exempel dem faden, matten, herzlosen, jesuitischen KonstitutionalismuS. Wonach sich zu achten." (Forts, folgt.)
Sollte man'ö von einem Eberhard für möglich halten?
Les' t, les't, les't ihr Leute! — les't den Entwurf zu einem neuen Jagdgesetz, vorgelegt von Kurfürstlicher Staatsregierung der jetzigen Ständeversammlung (mit 14 iiiaut*