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preußischen ungesäumt mittheile, sie habe nichts mitzu- theilen, das Parlament sei souverän.

„Ich wollte Ihnen nur sagen, daß ich nichts zu sagen habe." Der zierliche Postmeister, der Mann von fast eben so gutem Anstande, als die Redaction der hessischen Zeitung, mußte wieder aushelfen. Er übernahm abermals die Obliegen­heiten einer französischen Bonne, oder eines Tanzmeisters und verwahrte sich gegen jede« Beschluß als „nicht mit der gehö­rigen Würde und und unter den der Sache angemessenen Um­ständen " gefaßt.

Hr. von Meyer ist wüthend, und schimpft auf alle Te­legraphen und Zeitungen, alle Gedächtnisse und Tanzmeister.

Die Versammlung ex est.

Nächsten Donnerstag sehen wir sie wieder.

Seine Königliche Hoheit sollen recht hübsche Sachen in Frankfurt gekauft haben. — Kann natürlich einem Demokraten ganz einerlei sein, wird also nur der Vollständigkeit wegen bemerkt.

Gestern Nacht ist hinter Bettenhausen in der Stille eine Deputation des Kasseler Bürgervereins aufgehoben, welche sich heimlich nach Berlin schleichen wollte, um den Kaiser zu krönen.

Nach dem lieben Arndt und der Neuhessischen Zeitung spielt das deutsche Trauerspiel dermalen im 4ten Akte. Ich glaube auch , daß es bald an den fünften und somit nach altem Brauch an ein gewisses, unbehag­liches Ende gebt.

Herr Kandidat Henkel! Wie wir hören, sind Sie wegen eines Blattes in Verlegenheit, das die Fortsetzung Ihrer „Warnung" aufneh­men will. Thun Sie ganz ungcnirt, schicken Sie uns uur das Mauuscript.

In der Umgegend von Rot...... giebt es eine Klasse Gewerblrei- bender, welche zum Nachtheile anderer bis jetzt noch nicht besteuert sind. Es sind dieses di« geistlichen Weinhändler.

Da diese bei der Lieferung des Communion-Weineè an ihre Gemeinden sich einen recht anständigen Gewinn zu verschaffen wissen, so wäre es doch wohl billig, wenn dieselben auch nach Maasgabe ihres Erwerbs besteuert würden. — 'Mal vorwärts!!!

Es soll so gewisse Stellen und Nebenstellchen geben, welche von Seiten des hochlöblichen Stadtraths dahier in silentiis losgeschlagen werden! Wie wär'è mit einer jedesmaligen Veröffentlichung im Wochenblatt oder sonst?

800 Thaler Gehalt hast Du blos , und ein lumpiges Nebenpöstchen von 150 Thalern? Sollst noch ein Nebenstellchen von 150 Thalern haben, da! Macht 1100 Tha.er! Du hast Deine Last, Landsmann, ich weiß das. In der Kürze bekommst Du noch ein Nebenstellchen! Staatsrath.

Warum gucken im Theater noch immer die Gensd'armen von der Höhe der Gallerie? Wozu der Luxus?

Neutzesfifche Poesie. Der Aesthetiker, Stadtrath, Advokat und Land­stand, Redakteur und Dichter, Oetker, nimmt in sein Blatt ein Lied Dingelstedt's auf, des bekannten placirten, glätteten und blasirten Nacht­wächters , worin folgende hochpoetische Stelle vorkommt:

„Indeß zu Zucht und blut'gen Lehren

An Mailands marmornen Barrieren

Radetzky seinen Degen wetzt! "

Die ordinären Wetzesteine sind nun überflüssig! Es knirscht einem förmlich zwischen den Zähnen.

Am 4. April hat der Minister Arnim der ersten Kammer in Ber­lin eine Eröffnung gemacht , deren Sinn folgender ist:

1) Von einem Kaiser ist keine Rede.

2) Die Fürsten haben die Verfassung Deutschlands zu ordnen.

3) Die Nationalversammlung hat das Zustimmungsrechr.

4) Die Nationalversammlung wird nöthigenfallè aufgelöst.

5) Die deutschen Professoren mögen sehen, wie sie eine neue Revolution fertig bringen.

Die Sache ist nunmehr klar. Für uns war sie cs lange. Das Beste kommt aber noch.

Bekanntmachungen.

(l83) Gemalte Rouleaux im neuesten Geschmack auSgefühit, das Stück von 18 Sgr. an, empfehlen

A. Hirsch & Comp.

^ Tapeten-Lager.

Mein mit den neuesten Mustern wohl assortirteè Tapeten - Lager em­pfehle ich hiermit bestens.

f. I. Katzenstein, Dionysienstraße Nr. 101, gegenüber dem Gasthaus zum Ritter.

(168) In der Unterneustadt in der Waisenhausstraße sind in Nr. 141 mehrere Logis auf Johannis zu vermiethen, unter andern auch mehrere große Säle; auf Verlangen auch gleich.

(ISO) Auf dem Wege zwischen dem Rosengarten vor dem Hohenthor und der Müllergasse ist ein goldenes Uhrgehänge mit Uhrschlüssel verloren gegangen. Dem ehrlichen Finder eine anständig« Belohnung bei Hrn. Handschuhfabrikant Schwa- ner in der untern Karlöstraße.

(185) Clavier- und Gesang-Unterricht ertheilt

G. Lotzgesell, Holländische Straße Nr. 874.

(186) Auszuleihende Kapitalien.

Bis zu 80,000 Thlr. sind Kapitalien jeder Größe sofort zu erhalten bei

Kreismäkler I. H o r n t h a l,

Kasernenstraße Nr. 930.

(188) In der Karlsstraße Nr. 106 ist eine Parterre-Wohnung, zu jedem Geschäft passend, zu Michaelis zu vermiethen.

(189) Guter, abgelagerter Branntwein wird, um damit zu räumen, das Maas zu 9 Sgr. abgegeben in der Frankfurter­straße Nr. 68.

Daselbst auch einige Logis mit Möbeln in der ersten Etage.

GM) Holz-Auction.

Die Sendung von sehr hübschen Mahagoni- und Palikander-Four- nieren, sowie auch dergleichen Kohlen ist angekommen, und findet der Verkauf nächsten Freitag den 13, April, Vormittags halb 10 Uhr, statt.

C. W ehr, Schrcinermcister.

(191) Da sich in Betreff der sichern und prompten Beförderung der Aus­wanderer allerlei unwahre Gerüchte verbreiten, deren Grundlosigkeit bereits nachgewiesen ist, so erkläre ich hiermit, daß Auswanderer, welche bei mir zur Abfahrt nach Uttu-I)ork, Baltimore und llcw-Vrlcans am 15. und 22.April akkordiren, selbst bei einer möglichen Blokade auf eine durchaus sichere, prompte und ungehinderte Abfahrt mit neutralen Dreimastern rechnen kön­nen , und verpflichte ich mich, die Preise niedriger zu stellen , als Auswan­derer in Bremen sie bedingen können.

Joh. Conr. Bachfeld jun.,

(Mittelgasse Nr. 131, an der Entengasse Ecke)

bevollmächtigter Agent von Ed. Ichon in Bremen.

(192) Z u vermiethen.

In der Ziegengasse Nr. 161 Logis mit und ohne Möbeln, ersteres im ersten Stock, mit Aufwartung.

Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estienne'schen Buchdruckerei.