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Professors Sybel und des Pfarrers Meyer, dabei ein Verehrer des guten Anstandes!!! That’s too much, das ist nicht auszuhalten.
Gestern noch auf stolzen Rossen, Heute durch die Brust geschossen? Das ist traurig!
Der reumüthige Adam Pfaff hängt seinen Kopf, und sein Pferd hängt ebenfalls den Kopf, und die hessische Zeitung hängt dito den Kopf.
Mit weinerlichem Tone beginnt derselbe Adam Pfaff in der Abendausgabe vom 5. April: „Die königliche Antwort ist — anders, sie ist — schlimmer, als ich dachte!" Armer Junge! Die Depesche ist wie die Antwort und die Antwort ist wie die Depesche. Schlimm ist seitdem nur die Gewißheit, daß die Weltgeschichte sich nicht nach dem neuhessischen „Verständnisse," und nach neuhessischer „Kenntniß der Sachlage" richtet. Schlimm ist seitdem nur, daß die Nenhessische in ihrem Dusel immer duseliger, und ihr politischer Blödsinn immer blödsinniger wird.
„ Die Antwort ist anders, sie ist schlimmer!" — „Meint Ihr, ich weinte? O bewahre! Seht doch einmal her, ich lache, ich bin so lustig, wie Policinell, ich, der Adam Pfaff, die hessische Zeitung. Es ist gar nichts pajsirt. O, es steht ausgezeichnet, exquisit. Der gute König ist mißberathen. DaS Ministerium Brandenburg-Manteuffel, daS wir natürlich so lange gehalten haben, als es nach unserer Mütze war, als es die gottverdammten Proletarier zusammenschoß, die nichtsnutzigen Demokraten verfolgte, die Nationalversammlung aufhob, die geheime Polizei restaurirte, die Preßfreiheit aufhob, die Versammlungsfreiheit vernichtete, — das Ministerium Brandenburg - Manteuffel hat den Juten König irregeleitet. Es wäre ganz inkonstitutionell, zu glauben, der König könnte waS Böses thun , — bewahre! WaS Gutes in der Antwort ist, das ist vom juten König! Was Schlechtes darin ist, ist vom schlechten Brandenburg!"
In der Verlegenheit geht's der Hessischen wie einem rothbackigen Mädchen vom Lande. Einmal darin, kommt sie nicht wieder heraus. Jedes Wort weiter ist eine weitere Blamage.
„Wartet nur noch wenige Tage", ruft der reumüthige Adam Pfaff, und gießt noch einmal Wasser auf den grünen Thee, „noch wenige Tage, und den Brandenburg- Manteuffel wird der Ritter v. Vinke geholt haben, und wir werden eine andere Antwort vom König erhalten, und wir werden glücklich sein und einig sein, und ein deutsches Reich haben, und einen Kaiser haben, ach, Herr Jesus!"
Warten wir noch einige Tage, und betrachten wir dann wieder die Grimassen unserer Busenfreundin. Damit sie aber keine Krämpfe bekommt, wollen wir ihr zuvor bemerken, daß, selbst wenn das Ministerium Brandenburg-Manteuffel den Sündenbock spielen und abdanken müßte, der König von Preußen sich so wenig von seinen Kammern, als von der Nationalversammlung zum Kaiser machen läßt. Gerade durch die Einmischung brr preußischen Kammern ist die Sache nicht etwa ein- facher, sondern verwickelter geworden. Die Herren von Sach- sen, Baiern, Hannover re. werden in dieser Einmischung die Forderung einer friedlichen Eroberung, das heißt zu deutsch: eine preußische Kriegserklärung finden, und also nunmehr gewiß nicht „mit sein" wollen, ohne expreß sich über Alles vereinbart zu haben.
Möge die Neuhessische zu Verstand kommen!
Kurhesfische StändeverfammIung
X vom 4. April.
(Schluß.)
Wie der Herr LandtagSkvmmissar pfiff, so zwitscherte na- turlich zunächst der Herr v o n Sybel. Zwitschern kann man'S
eigentlich nicht nennen, es machte mehr den Eindruck eines im Auslaufen begriffenen Spinnrades. Die Wolle, die bei der Gelegenheit vom Rockeu in die Spindel lief, war eine gemüthliche Expektoration über die persönlichen Angriffe des Herrn Knobel. Persönlichkeiten sind diesen Hämmlingen ein- für allemal zuwider. Persönlichkeiten machen es möglich, einen Menschen zu hängen, Phrasen hängt man nicht; hängen ist aber zuweilen unbequem, wenn's nemlich am eigenen Leibe probirt wird. Hr. v. Sybel wird niemals etwas anderes als einen Rock, den Trierer z. B., angreifen, eine Hose allenfalls, bei Leibe nicht den Leib.
Nach Hrn. v. Sybel gaben Hr. Nebelthau und Hr. v. Baumbach ihren Senf, sodann die Schaumburger Grafschaft: „Wir müssen die Darstellung des Hrn. Knobel des- avouiren, nein! wir müssen das „Werk" drucken lassen." — Kein Mensch begreift, warum die Versammlung dem melancho- lichen Weltschmerz nicht die Freude machte, über den angefangenen Witz in ein schallendes Gelächter auSzubrechen. Jedermann wußte doch, daß sich unter den Zuhörern der berühmte Dr. Lobe aus Rinteln befand, und daß Hr. Oetker dem waS zum Besten geben mußte. „Hast Du'S gehört, Lobè?"
Sodann der Hr. von der Malsburg, der Mann vom Fache: „ Die Schrift muß dem Oberforstkolleg mitgetheilt werden." Ferner der Hr. V. Dittfurth, der alte Friedenssoldat und Jagdsäger: „Ich muß das Jägerbataillon in Schutz nehmen. Kein geschickterer Mann, als ein Jäger." Endlich Hr. v. Meyer, der Trompeter vor Jericho: „Ein gefährlicherer Mißbrauch, als der Seitens des Hrn. Knobel mit seinem Mandat (als Referent) getrieben, ist mir noch nicht vorgekommen."
Gott weiß, wie lange die Herren von der Feder und dem Regierungsleder noch über diese Angelegenheit in ihrer heiligen Entrüstung für's Haus und für die Herren der Jagdpartien und waldlichen Imbisse gepaukt hätten, wenn nicht der zeitige Oberpostmeister die Sache mit der Erklärung abgeschnitten hätte, die Versammlung möge sich doch nicht lächerlich machen. Bravo l
Die Versammlung war aber schon lächerlich, um so lächerlicher, als sie bloö noch auf Borg in Kassel sitzt.
Theobald und Lederer verbürgten sich für die Wahrheit der Knobel'schen Darstellung der „vaterländischen" Forstverwaltung.
Schließlich wurde die Versammlung geschlossen, um nach 8 Tagen ihre „Arbeiten" (???) fortzusetzen. Allerschließ- lichst aber schloß der Trompeter von Jericho die Versammlung wieder auf und erklärte, daß er 'was vergessen habe.
Furchtbares Staunen auf den Gallerten! Der Pfarrer Meyer hatte 'was vergessen. Und waS? DaS ceterum censeo, daß die Versammlung vor ihrem AuSeinandergehen noch einmal für den deutschen Kaiser in der Person deS preußischen Königs stimmen solle. Warum auch nicht? Dreifach genäht, hält besser, doppelt geschmiert, fährt besser.
Bayrhofser: Ach waS, wir gehen jetzt nach Hause, die Regierungen haben überhaupt nichts mitzusprechen.
Nach dieser wegwerfenden Erklärung nahm der Trompeter von Jericho eine Position und Manieren an, als hieß eS in der Kürze:
Und die Paukerei geht los, Und der Witz ist wahrlich groß.
Hr. Meyer: Ich habe nichts von mitsprechen gesagt, ich habe nur gesagt, die Regierungen sollten ungesäumt mitsprechen, und zwar zusprechen. (Feine Redewendung des alten Testaments!)
Beiläufig: Nach der Auffassung des Herrn von Meier hätte sein Antrag lauten müssen: . ,
Ich trage darauf an, daß die hessische Regierung der