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Dieses Blatt wird DiensttagS, Donnerstags u Sonnabends (die einzelne Nr. gegen den Betrag von 9 Hlr.) ausgegeben. Die Expedi­tion befindet sich in der obern En- lengasse Nr. 132. Der Abonne- mentèpreis istvierteljahrl. I8Sgr.

Zweiter Jahrgang.

Durch alle Postämter zu bezie­hen. Inserate aller Art werden ausgenommen u. die Spaltenzeile mit 1 Sgr., bei wiederholter Ein­rückung m. 8 Hlr berechnet; diesel­ben sind in der Expedition abzugc- ben, woselbst auch abonnirt wird.

W o r n i s s e.

Raum, Ihr Herren, dem /liigetschlag Liner freien Keele!"

ML 42.

Kassel, Sonnabend, den 7. April.

1849.

Kassel, am 7. April.

Wäre die deutsche Kaiserkomödie nicht, wäre» die deutschen Professoren nicht, die krebsfüßigen, seidenhosigen, mit Galla- degen geschmückten Professoren, würde die deutsche Knaben­deputation nicht angemessen behandelt, wie die Figur im Puppenspiel, der nach jeder Ohrfeige der Kopf wieder in un­erschütterlicher Gelassenheit auf derselben Stelle steht, wären die Reichscoinmissare, die Telegraphen, die konstitutionellen Zeitungen nicht, man wüßte nicht, womit man bis zu dem Augenblick, wo eine neue Revolution ganz andere Melodien, ganz andere Lieder singen wird, seine Leidenschaft, seinen Haß, seine Gier nach Wiedervergeltung kühlen sollte.

Die Bourgeoisie, die Spießbürgerschaft hat gesiegt, jenes elende, ehrlose Gesindel , jenes Lager von Erbärmlichkeit, Feig­heit, voll des elendesten, gemeinsten Verraths hat gesiegt, eS siegt in diesem Augenblicke in Italien, eS hat vor Monaten schon in Frankreich, eS hat im Anfänge der Revolution schon in Deutschland gesiegt, eS wird in der Kürze vielleicht in Ungarn siegen. Der niedrigste jämmerlichste Eigennutz, der brutalste Krämer- und Schachergeist, die Falschmünzer und Menschenschlächter haben die nationale Erhebung allerorten in Stricken gefangen, sie haben dem unbefangenen, kindlichen Verstände des Volks Gruben gezogen, sie haben dem offenen Herzen, der glühenden Begeisterung, sie haben der Hingebung, der Aufopferung, der wärmsten, uneigennützigsten Begeisterung für Freiheit, Liebe, Gerechtigkeit Fußangeln gelegt, sie haben die Gerechtigkeit mit Selbstschüssen getödtet, sie haben mit der Diplomatie der Wucherer den Patriotismus gemordet, mit dem CoSmopolitiSmuS der Schurkenstreiche Nationen geschlachtet, sie haben Hunderttausende ihrer Freunde in den Tod, inS Ver­derben gejagt, um mit dem Blute von Hunderttausendeu ihrer Feinde die Felder zu düngen.

der jammervollen Schlacht bei Novara, nach der schmählichen, verruchten Verrätherei des Abenteurers Romarino, des ewigen Betrügers Karl Albert, nach dem klar gewordenen Einverstaudnisse aller Dynasten, aller legitimen Besitzer, nach v der Oesterreicher und Neapolitaner gegen die Republik Rom , nach dem schaamlosen Verhalten deS franzö- sischen KablnetS, nach dem Hohngelächter der deutschen Spieß, bürger über die Niederlage der Piemontesen , nach dem Hohn- gelachter über die von den Russen im Rücken bedrohten, für Freiheit, Vaterland, für Alles, was ihnen lieb und heilig ist, aufgestandenen Ungarn, nach alle dem ist die Kette der spießbürgerlichen Schurkenstreiche geschlossen, eine weitere Schänd- that ist unmöglich, die letzten Karten sind auögespielt. Ob

nun zu den Strömen BluteS noch ein Tropfen mehr oder weniger fällt, ist gleichgültig, gleichgültig ist es, ob der keuchende, niedergeschmetterte Proletarier noch obendrein eine« Fußtritt erhält oder nicht.

Gleichgültig ist unS vor Allem, ihr, die ihr glaubt, die Demokraten wären durch die Kaiserwahl in ihren Hoffuunges betrogen, total gleichgültig ist uns vor allem die Form, welche ihr eurer Staatsverfassung gebt. Nehmt euch einen Kaiser,? wir lachen. Nehmt zum Kaiser den König von Preuße«, wir lachen. Haltet Parlamente, so viel euch beliebt, ihr amüsirt uns. Gebt euerm Regenten ein absolutes oder ein suspensives , oder gebt ihm gar kein Veto, macht seine Minister verantwortlich oder nicht, laßt das Wahlgesetz revidiren oder nicht, wir haben unsere Freude daran. Wir haben unsere Freude daran, weil wir zur Ueberzeugung gekommen sind, daß die Revolution des Jahres 1848 zu Ende ist. Wir amüsiren unS darob, weil wir von der Sysiphusarbeit zurückgekommen sind, auS eurer Revolution noch eine Planke, noch ein einziges Brett für die Freiheit, für das Volk zu retten. Wir amüsiren unS um so mehr, als ihr noch immer der wahnsinnigen Idee lebt, die Revolution in den Händen zu haben, als ihr denverrück­ten Glauben habt, noch ferner eine Revolution diktiren zu kön­nen. Wir amüsiren uns über alle Maßen, weil der edle Gagern mit seinem Gelichter, weil die Professoren und dere» Troßbuben die Anmaßung haben, dem Volke gegen die Fürsten in irgend etwas noch Garantie zu leisten. Als ob die Leute nicht wüßten, daß das Volk, was sie ehedem hinter sich hat­ten, lange von ihnen gewichen, mit Verachtung, mit Abscheu von ihnen gegangen ist, daß sie ganz allein stehen, daß sie über nichts zu gebieten haben, als ihre Ohnmacht, ihre Ber- rätherei, ihre Ehrlosigkeit.

DaS Volk ist von euch gewichen. DaS Volk liegt an des Herzen derjenigen Männer, die ihm von Stunde zu Stunde von der einstigen Erhebung des Proletariats, von der neuen Revolution predigen, der Revolution, welche nicht mehr von dem Gifte der Nationalität angesteckt, von der Bläffe des Patriotismus befallen ist, von der Revolution gegen euch, die ihr kosmopolitische Wegelagerer, kosmopolitische Freibeuter, kosmopolitische Verräther seid.

Lacht nur, sagt gleich der neuhessischen Zeitung daß die Republik derjenige Zustand des StaateS sei, in dem Ver­sprechungen gemacht würden, die Niemand zu halten brauchte." Lacht über euch selbst, über eure eigene Schande, über den Sieg eurer Bajonette, den Kampf eurer Henkerfäuste, lacht über den Obsieg eurer Intriguen, feinen Kniffe, gewiegte» Betrügereien. Wer hat den Bruch der Versprechungen noth­wendig gemacht? Die Republik oder ihr, die ihr die Republik