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Und damit dreht Seine Majestät das Unterste zn oberst, und die Herren Professoren staunen über die gottbegnadete Fingerfertigkeit und sagen: „Jawohl, gnädiger Herr, es sieht auch so besser aus! "
Seine Majestät sagen: „Ehe ich die Verfassung annehme, werde ich sie erst meinen Herren Vettern zur Einsicht und Begutachtung unterbreiten. Ohne das möchte ich doch nichts thun." Seine Majestät verständigen sich also dermalen mit unsern gekrönten Häuptern über die deutsche Verfassung.
„O behüte!" rufen die Herren Schulmeister; „Seine Majestät halten nur eineu Familienrath, wie unser einer seine philiströsen Vettern zusammenruft, wenn ein wichtiges Geschäft, z. B. ein Ochsenhandel abgeschlossen werden soll. Die könig. lichen Vettern haben Seiner Majestät nichts als einen guten Rath zu geben, ob er annehmen soll oder nicht. Die Verständigung ist eine rein verwandtschaftliche Konferenz, eine pure Höflichkeit."
Warten wir daS Ende dieser puren Höflichkeit ab.
Kurhessische Ständeversammlung
vom 4. April.
kommiffar nemlich), ich protestire mit allem Nachdruck gegen diese Angriffe auf einen ganzen Stand. (Folgt die gewöhnliche Uebertreibung deö Hrn. Kommissars) Wenn das wahr wäre, was Hr. Knobel gesagt hat, so wäre die Regierung so erbärmlich rc. oder etwas ähnliches.
Das ist nun bereits daS zehntemal, daß der Herr Land- tagökommissar Wiegand eine Lanze für das alte Regime, für daS Scheffer-Motz'sche System einlegt. Nach seiner Ansicht sind alle Regierungssysteme sammtverbindlich, das eine haftet für das andere, ein Angriff auf das alte ist auch ein Angriff auf das neue. Wir wissen nicht, inwieweit der Herr Wiegand in sich oder seinem Regierungssystem zu dieser Auffassung, zu diesem Erbschaftsantritt sich moralisch verpflichtet hallen muß, wir wissen aber, daß er wegen Angriffen auf das alte, niederträchtige Büreaukraten- und Kupplersystem, das System der Lakaien und Diebstähle, der Handküsse und Fußtritte, nichts zu protestiren, daß aber die Ständeversammlung das Recht hat, gegen solche Proteste zu protestiren und den Hrn. Kommissar zur raison zu bringen. Von unserer Buttermilchver- sammlung ist natürlich eine derartige Courage, gegenüber dem Hrn. Kommissar, nicht zu erwarten. Sie muß erst wieder ge- reitpeitscht werden. (Schluß folgt.)
Unsere Ständeversammluug sitzt noch immer. Der einzige Grund dieser Unverwüstlichkeit ist der, daß Seine Kön. Hoh. geruht haben, Ihre Residenz auf einige Zeit zu verlassen, ohne ein sehr nothwendiges Gesetz unterschrieben zu haben, das Gesetz nämlich, welches unsere Versammlung mit sammt ihren Reichsseilern und Reichsmöpsen, mit ihren Republikanern und konstitutionellen Rittersleuten in die Rumpelkammer der Vergangenheit wirft. Seine Königliche Hoheit haben durch Höchst- derv Reise Ihren getreuen Unterthanen eine Ausgabe von circa einundeinhalbtausend Reichsthalern und den allergetreuesten Kassela- nern einen weiteren Meßscandal von vielleicht 14 Tagen oktroyirt.
In der gestrigen Sitzung war nichts merkwürdig, als daß sich die verschiedenen Landstände so ganz sans fapon, ohne alle Aufregung, blamirten, während sie sonst den erforderlichen Spektakel dabei machen.
Nachdem die Versammlung im Schlafe einige Ausschußanträge, betreffend Gehaltserhöhungen und dergleichen, welche von, Seitens der alten Minister unterschlagenen Geldern gedeckt werden sollen, genehmigt hatte, berichtete unglücklicherweise Knobel über die hessische Forstverwaltung zum Zweck der Begründung eines Ausschußantrages, — ein delikater Punkt, ein kitzlicher Punkt!
Die hessische Forstverwaltung, vom Oberforstkolleg, den Forstmeistern und Junkern, bis zu den Forstlaufern hinab, ist bekanntlich so liebenswürdig, wie nur etwas sein kann. Ganz Hessen hat darüber seine Beiträge geliefert.
Hr. Knobel hatte aus mehreren Eingaben an die hohe Versammlung seine eigenen Studien ergänzt, und sah nicht
„die Wolken, die sich thürmten",
als er diese Studien zum Besten gab! Die Bureaukratie auf Stuhle des Landtggökommiffarü hob ihre Brauen, der platzte sich, und der Reichsseilermeister, die Grafschaft ^chanmburg, sowie der Trompeter vor Jericho, der edle
ȉgt-n Kort.
, war ftrtig und beantragte, wäS'der Ausschuß beantragt hatte.
Sofort der Landtagskommissar. Ehe wir von diesem Manne we.ter reden, müssen wir ihm dreierlei bemerken:
daß er auf dem besten Wege ist, ein zweiter Scheffer zu werden, m moderner Auflage;
2) daß reizbare Nerven leicht zu Entstellungen fremder Aeußerungen führen und
3) daß gewisse Klopffechtereien sehr wohlfeil sind.
Also der Landtagökommissar: Ich protestire (der Landtags-
— Man erinnert sich noch des berühmten Jobannesdusels. In ähnlicher Weise grassirt jetzt der Kaiserschwindel. Unsere Busenfreundin, die Neuhessische, wandelt wie die keusche Ruth hinter den Schnittern, so dermalen hinter der famosen Berliner DepulaUon her und sammelt die übriggebliebenen Thränen , Küsse, irdenen Jlluminationslampen und dergleichen Hausrath. Gott schütze sie vor Uebelfett!
— Aus Italien kommen die widersprechendsten Nachrichten : neue Aufstände, Republikerklärungen, ein Sieg Venedigs, freudige Begrüßung des elenden Verräthers Carl Albert und seines gottergebenen erbärmlich - feigen Victor Emmanuel, Absetzung der königlichen Familie rc. rc. Aber noch immer fehlt die Nachricht einer großartigen Insurrektion mit Knitteln in den Alpen und Appeninen.
— Die Niederträchtigkeit der verbündeten Kabinette hat den Russen erlaubt, ihrem Onkel in Ungarn zur Hülfe zu kommen. Die Sache ist nicht mehr wegzudièputiren. Sonach bleibt den Ungarn nichts übr g, alâ ein verzweifelter Marsch der vereinigten Heere gegen Wien, um für die nothwendige Preißgebung Ungarnèan die Bai baren eine entsprechende Rache an der allerhöchsten Familie zu nehmen, oder eine bürgerlich-dramatische Helden- Niederlage im eigenen Lande, oder endlich ein Rückzug aller unaarischen Heereskräfte in die Wallachei, um da von den Chancen eines Abenteurers zu prostliren. Die Spießbürger werden sich natürlich für die bürgerlichdramatische Niederlage entscheiden. Nichts gemüthlicher , als ein langsames nobles Verbluten. Und wenn sie verrathen, geschunden, gefoltert und mit Ruthen gepeitscht werden, — die Hauptsache ist: toujours noble und keine Gewüthsaufwallung, keine verzweifelten Mittel!!! Konstitutionelle Hämorrhoiden!
— Pcoudhon ist zu etlichen Jahren Gefängniß verurtheilt, weil er den oberhäuptlichen Louis Napoleon mit „Ochse" titulirt hatte. Bekanntlich sind die Ochsen feit alten Zeiten heilig und unverletzlich.
Während die ganze Leailimität wieder wie ein Mann für ,hr Interesse einsteht, und demgemäß alle Völker wie eine Heerde behandelt, faselt die Bourgoisrepublik von der Nutzlosigkeit und Ungerechtigkeit, für die nationale Bewegung in Italien ihr Blut zu opfern. Als ob's nicht die heiligste Pflicht der freien Völker wär, überall, wo's nur möglich ist, ein gekröntes Haupt vor das Messer zu nehmen.
— Vom Dahlmann-Waitz-Beselerschen Schlachtfeld sind noch keine Nachrichten eingelauftn. Wird auch nicht der Mühe sich lohnen.
„„Wippermann un'er den Erbkaiserlichen!!!""
Wir erklären hiermit, daß es uns nie eingefallen ist, an dem erbkai- serlichen Character des hessischen Finanzministers zu zweifeln, — — trotz aller seiner Gegenversicherungcn.
Herr Deputirte Lederer! Wieviel bringt eine Eisenbahninspector- stelle ein ? ____________
Herr Henkel! Wo bleibt die Fortsetzung der „Warnung"! Wir haben deswegen auf die „Volkszeitung" abonnirl! Bringen S-e uns nicht um's Geld
Eine Geschichte aus der Provinz.
, Der Pfarrer R. in E kommt vor einiger Zeit zu dem Landmann