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einen soliden, Gott wohlgefälligen Lebenswandel! Hony soit, qui mal y pense, — ein Schuft, der nicht die Weisheit unseres Ministeriums begreift.
§. 14. Obgleich die Jagdgerechtigkeit im Grundeigenthum liegt und Privatrechte zu schützen sind, so hat der Staat doch ein Interesse daran, daß die Hasen nicht aussterben und alle Hasen auch gegessen werden. 5 bis 7 Monden lang wird daher das betreffende Privatrecht suspendirt. Der Staat muß Hasen haben.
§. 19. Jeder hessische Unterthan ist berechtigt, an Schießplätzen und zu Hause ein Schießgewehr zu führen. Sintemalen ein Gewehr keine Beine hat, sondern auf den Schießplatz getragen werden muß, wird dem hessischen Unterthan auch dieses gestattet. Der Transport muß indessen bei 10 Thlr. Strafe auf „geradem Wege" vor sich gehen. Wer auf dem Wege nach dem Schützenhause erst eine Seitengasse passtet, ein halbes Pfund Pulver kauft oder seinen Freund abruft, zahlt 10 Thlr. und liefert an einen beliebigen Genöd'ar- men oder Polizisten daS Gewehr als Pfand ab.
§. 21. Wer ein Feldhuhn schießen will, oder sonst zu einem „erlaubten Zweck" eines Gewehres bedarf (!), muß sich alle Jahr einen Waffenschein zu 4 Thlr. (!!!) lösen. Arme Leute brauchen weder Hasen noch Büchsen. Auch ist ihnen die „zur Behandlung der letzteren nöthige Vorsicht" nicht zuzutrauen. Arme Leute brauchen keine persönliche Sicherheit. Auf einen Proletarier mehr oder weniger kommt's nicht an.
Motiv zu diesem ministeriellen Gewaltstreich:
„Aehnliche Bestimmungen finden sich auch in den neuen Gesetzgebungen anderer Staaten, (z. B. Baden, Nassau, auch Frankreich!) "
Es ist auffallend! sobald unsere neuen Lykurgen sich über sich selbst schämen, trösten sie sich damit, daß es in Frankreich ebenso schlecht ist.
§. 22. Wer sich eines strafbaren Versuchs der Aushebung eines Haselhuhnnestes schuldig macht, kann bis zu 10 Thaler, im Wiederholungsfälle bis zu 50 Thaler oder zu Zmonatlicher Gefängnißstrafe gestraft werden.
DaS ist das neueste Jagdgesetz in seiner märzerrungenen Milde und Menschenfreundlichkeit! In diesem Entwürfe, an dem sich hoffentlich unsere Landstände die Hände nicht besudeln werden, liegt die ganze Unfähigkeit unserer „ministeriellen Märzerrungenschaft", die ganze unfreiwillige oder absichtliche Reaction dieser Errungenschaft, der volle Beweis des „besten Einvernehmens" derselben mit den Herren vom Adel und der baaren Münze.
Zum Teufel ist der Spiritus
Das Phlegma ist geblieben!
Schlechte Gesellschaft verdirbt gute Sitten!!!
— Die Heulerzeitungen, die konstitutionellen Schandblätter nemlich, jubeln wieder.
Erster Jubel: Die Piemontesen sind vom Croatenchef ucadctzky geschlagen. Keine Nation hat das Recht, frei zu sein. Oesterreich hat die Mission, seine standrechtliche Civili- den Slaven, Ungarn, den Italienern, wo möglich den Würfen zu vktroyiren. Preußen hat die erhabene Sendung, seine „herrliche" Kultur in Gemeinschaft mit Ruß-
Polen einzuimpfen. Wie's Proletarier unter den d .enichen gibt, so gibt's auch welche unter den Nationen. Versteht sich.
^bin Wort Seitens der Heulerzeitungen über den tausendfachen Verräther Karl Albert, kein Wort über diesen gekrönten Buben, der zu feig ist, der Begeisterung feines Volkes mit Fußtritten in eigener Person zu antworten, aber elend
genug, das begeisterte Volk durch croatische Fußtritte zermalmen zu lassen.
Wir haben von Anfang an gerufen: „Haut den Mann zusammen und dann zieht in den Krieg!"
Der edle König hat sein hohes Amt der Völkerschlächterei nunmehr an seinen Sohn abgetreten. Alle Schurken sind feige!
Zweiter Jubel: Die Ungarn sind gleichfalls geschlagen! Wo? — das wissen die gelehrten Herren nicht. Aber der Volköbeglücker Windischgrätz hat's sagen lassen.
Werden die Heulerzeitungen nicht bald die fröhliche Nachricht bringen, daß Schleswig-Holstein von den Dänen zur raison gebracht und das deutsche Heer daselbst vernichtet ist? O bewahre! Für Schleswig-Holstein haben sich die deutschen Professoren erhoben, der Kampf für Schleswig- Holstein ist ein heiliger, nationaler, ein Beseler- Waitz -Dahl- mannischer Frosch- und Mäusekrieg!
— Während die 34 Professoren ihre hämorrhoidalschweren Reichskleinodien langsam nach Berlin geschleppt haben, über Köln rc., in einer Zeit, wo man bequem auf den Knieen hinrutschen könnte; während der ganze Zug vollkommen an die famose Duselreise der links und rechts abturkelnden Reichs- kvmmiffare Welker und Mosle erinnert, — die Tour von Frankfurt nach Berlin wurde Dank den Eisenbahnen in 5 X 24 Stunden bewerkstelligt! — während die sinnige Verkörperung der 34 Lappenregierunzen in Köln mit Gießkannen und der Marseillaise bewillkommt worden ist, — — — beschließt der löbliche Bürgerverein in Kassel behufs Beseitigung des kaiserlich-centralgewaltigen Katzenjammers, den hiesigen Stadtrath um Vergünstigung einer solennen Bewegung im Freien zu ersuchen !!!
Im gewöhnlichen Leben reicht ein Häringssalat oder ein kurzer Trab in der Wohnstube auS. Es kömmt aber natürlich auf die Quantität des Genossenen an.
Wenn ich nicht bis heute Abend Nachricht bekommen habe, ob's der „ elende Komödiant" angenommen hat, oder nicht,--dann komme ich um. Ich halte diese Aufregung nicht mehr auS. Pfaff.
Nimmt er's wohl an, Meier? Sybel.
Nimmt er'â wohl an, Sybel? Meier.
Aber, ich sage euch, wenn'6 der „verfluchte Mörder" annimmt, soll's ein Spektakel geben, wie bei der Feier des Johannes, Centralgewalt E i n todter Junge schickt nicht.
Ein Mitglied des nationalen Vereins.
Wenn einer niemals eine colossal = naive gutmüthige Schwachköpfigkeit gelesen hat, so lese er folgende Stelle aus einer Parlaments-Correspondenz der L i n k e n :
„Wir können dreist sagen, daß, abgesehen von der erblichen Kaiser wär de, keine freiere Verfassung in ganz Europa existirt."
Ein wadreS Wunder, daß die Linke so „dreist" ist, was zu sagen! Förmlich verliebt ist sie in ihren Wechselbalg. Ihre väterliche Wonne accrochirt sich nur am Erbkaiser.
Ernennungen.
Der Generallieutenant Bauer, DivisionS - Kommandeur der Infanterie, hat das Großkreuz des Hauöordens vom golden Löwen erhalten.
Der Kandidat der Chirurgie, August Fröhlich ist zum Kompagnie-Wundarzt 1r Klasse im Leibgarde-Regiment,
der praktische Wundarzt Ir Klasse, Heinrich Daniel zum Kompagnie-Wundarzt Ir Klaffe im 1sten Infanterie- Regiment (Kurfürst) und
der praktische Thierarzt Heinrich Roos zum Batterie- Thieraizt Ir Klasse in der Artillerie-Brigade provisorisch ernannt worden.