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Beilage zu Nr. 39 der „Hornisse"
Kaiser.
Dich gewählt, ich gab Dir meiue Stimme, die Stimm« Deines Knechtes. Ich habe Dich gewählt. Meine Seele soll sich rühmen meines Herrn, daß alle Elenden es hören und sich freuen. Seine Kanonen werden sie trösten.
6. Preiset mit mir den Herrn, und lasset unö miteinander seinen Namen erhöhen! Herr! Schneid« uns den Hals ab!
7. Herr, mache Dich auf! Setze Deinen spitzen Helm zurecht! Ergreife Deinen furchtbaren Schild und Deine scharfgeladenen Gewehre. Fahre auf uns mit Deinen haarscharfen Schwertern. Mähe unS nieder, mähe unS ab, wie die Gräser deS Feldes, wie das GraS iu den Straßen Deiner großen Stadt Babylon-Berlin. Herr! schneide uns den Hals ab. Herr! schneide unS das Seil ab!
8. O Herr! Das Scepter Deines neuen Reichs sei ein gerades Scepter. Haue uns nach Deiner Weisheit.
9. Haue uns, daß wir schwarz und weiß werden, nach Deinem gerechten Willen. Haue uns alles Schwarz- Roth-Gold aus unseren sündigen Leibern.
10. Herr, schneide uns den Hals ab!
A n meinen
1. „ Ein lieblicher Psalter deö ReichöseilerS und des Kaliforniers, vorzusingen auf einem Saitenspiel im Kassel- schen Bürgerverein, am Tage des heiligen Pfingstfestes, am Tage der Auferstehung der Kaiserei — nach der Weise Davids, des Knechts Gottes."
2. Großer neugebackener Kaiser! Strahlende Sonne deö Ostens, stolzer Sohn des heiligen Absolutismus. Erlauchter Schwager der lieblichen Knute, Vetter aller edlen Tyrannen. Erhabener, gewaltiger Erzeuger, Förderer und Mehrer des Belagerungszustandes ! Neige Dein Ohr zu mir.
3. W o soll ich hinfliehen vor Deinem Angesicht? Flöhe ich bis zu dem äußersten Meere, Deine Shrapnels erreichten mich, bettete ich mich in der Erde Grund, Dein Wrangel wäre auch da, und hätte ich Flügel der Morgenröthe, Dein kaiserlicher Telegraph würde mich finden.
4. Höre meine liebliche Weise, zur Harfe zu singen nach dem Psalter Davids, Deineâ höchstseligen Bruders Liebdeu, deS bekannten Knechts Gottes.
5. Schneide mir den Hals ab! Ich habe
Der Tanz der Professoren Dahlmann, Beseler und Waitz.
(Fortsetzung aus Nummer 37.)
Lodre, brodle, Daß sichs modle, Koche, poche, Brause, zische, Daß sichs mische, Daß der werthen Und gelehrten Deutschen Erde Ein Kaiser werde! Werft zuerst einen alten Zopf In de» Eisentopf, Einen Zopf mit seinen versteckten Namenlosen Insekten, Dann ein Häuflein von Pandekten. Drauf in die Gluth Werft eine Perrücke, Und eine Dosis Partheienwuth Und Gelehrtentücke. Als guten Kitt Nehmt noch mit Vergossenes Agitatorenblut.
^an d'e Lauche laßt noch finken Die Rede von einem äußerst Linken, Das Herz von einem Demokraten, Und dle Kugel eines lieben Kroaten.
Und eines Märtyrers Eisenfeffel Wird den Kessel Wohl nicht zerbrechen — Wir kitten ihn wieder, Deutsch, treu und bieder Durch ein preußisches Versprechen. Zwar ist zum Kaiser unendlich nöthig Etwas Papstthum und Katholizismus, Doch ist man in Potsdam gern erbötig Mit allerneustem Pietismus.
Dann Waffenrock, Sergeantenstock Und Pickelhaube — Sonst fehlt dem Breie Ohne die Dreie Die Lieb und Treue Und fehlt der Glaube. Und zu des Werkes letzter Vollendung Nehmt etwas noch vom Wiener Raube Und eine Dosis Mord, Brand und Schändung O seht, wie sich die Stoffe zeigen In allerklarster Bläsung — Ach, bald wird aus der Reichsverwesung Ein funkelneuer Kaiser steigen!