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D i e Horn i s s e.

Zweiter Jahrgang.

ML 37. Kassel, Dienstag, am 27. März 1849*

(^» Die Hornisse " wird wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags 4 Uhr, (die einzelne Nummer gegen den Betrag von 9 Hlr.) und zwar im Hause der Madame Zimmermann, obere Entengasfe Nr. 132, neben Hrn. Kaufmann Bachfeld, ausgegeben. Ebenda kann auch auf unser Blatt für das laufende Vierteljahr gegen den Preis von 18 Sgr. abonnirt werden. Auch bei allen Postanstalten Kurhessenè kann nunmehr, und zwar entweder für das ganze Quartal, »der auch für die Monate Februar und März (im letztern Falle zu 12 Sgr.) abonnirt werden. Im erstern Falle werden die bereits erschienenen Nummern nachgeliefert. Ausländische Postanstalten können bei den inländischen ihre Bestellungen machen.

Anzeigen aller Art (abzugeben in der Expedition des Blattes) finden Aufnahme und wird die Spalrenzeile aus der Petitschrift, ober deren Raum, mit I Sgr. berechnet. Die Redaction.

DieHornisse" erscheint wie bisher, aber in größerem Format, auch im nächsten Vierteljahr. Der Abonllementspreis bleibt 18 Sgr. Wir ersuchen im Jn- teresse der Leser, nicht zu spät zu abonniren.

Der Antrag des Professors von Sybel in der kurhessischen Ständekammer,

betreffend einen Protest gegen die weitere Theilnahme der österreichischen Deputirtcn an den Verhandlungen Ler /rankfurtrr Nationalversammlung.

O Wilhelm, wunderfein,

Du sollst ja, und du mußt ja,

Du sollst ja der Erbkaiser sein!

Der Herr Professor von Sybel ist in die Fußtapfen des abwesenden ReichstagSdeputirten Henkel getreten. Er glaubt die Zeit gekommen, wo daS deutsche Volk sich selbst verrathen, wo es seinen eignen Leib zerfleischen und verstümmeln müsse, um nicht ganz unterzugehn.

Die Verzweiflung hat diese Ansicht diktirt.

ES ist die Verzweiflung der doktrinären Staatsweisen, die Verzweiflung der Professoren in Frankfurt, von welcher sich der Hr. Kollege Sybel zu Kassel setzt ebenfalls ergriffen fühlt.

Die Verzweiflung ist keine gute Nathgeberin. Kopf- und Herzlosigkeit pflegt mit ihr Hand in Hand zu gehn. Diese Verzweiflung ist entstanden, nachdem der heilige preußische Erbkaiser durch die vereinigte Abstim­mung der Oesterreicher und der Linken verworfen wurde. Sie hat sich sofort deS hiesigen Bürgervereins bemächtigt, der ebenfalls in einer Generalversammlung (der bekannten 30 oder 40 Generalversammlungsbesucher) einen Protest gegen die Deutschheit der Oesterreicher fabrizirt hat; sie hat in dem Hrn. von Sybel ein Organ gefunden, daS ganz Kurhessen kopfüber i» diese gräßliche Gemüthslage stürzen möchte.

Es gibt gewiß auf dem Felde der politischen Ereignisse der Gegenwart und Vergaugenheit nichts Komischeres, als dieser alldeutsche Traum von einem neuen preußischen Erbkaiser, ausgebrütet, großgefüttert und auf Tod und Leben vertheidigt von den preußischen Professoren.